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Montag, 5. November 2018

Gut siehst du aus

... oder wie mich drölfzig sicherlich lieb und ehrlich gemeinte Kommentare aus der Bahn werfen.

Der Mann der Besten wurde heute 60 und die Beste organisierte einen kleinen Überraschungs-Umtrunk mit schätzungsweise 30 Gästen. Die Beste und ihren Mann kenne ich, seit ich 16 bin sehr eng, nehme seit Jahren an Familienfeiern teil, ihre Kinder sind meine Patenkinder im Herzen, wenn auch schon beide weit über 20 Jahre alt sind. Demnach kenne ich auch viele der Gäste. Meist aber aber sieht man sich selten; an Feierlichkeiten, an Sport Events, die durchaus seltener geworden sind - zumindest in unserer Altersklasse. 
Am späten Nachmittag machten wir uns nach einem wieder mal aufreibenden Vormittag auf dem Weg dorthin - es gab daheim zwar wenig wirklich zu tun, aber da sind stets Dinge, die mich umtriebig machen, die es zu erledigen gilt und die selten ohne Übellaunigkeit enden.
Ich zog ein neueres Kleid an, freute mich, dass es noch passt, weil hier seit Monaten die Kilos schwinden, somit  manches einfach nicht mehr passt oder aussieht wie ein Kartoffelsack, dem der Gürtel fehlt.
Fünf Mal hörte ich den Kommentar: "gut siehst du aus". Schön, ja wie schön eigentlich.
Aber es haut mich um, macht mich traurig und nachdenklich. Ich mag gut, schön aussehen, weil mein Körper eine ansehnliche Silhouette  hat. Konturen mit Kanten, wo es zuvor jahrelang nur Kurven gab. Nicht, weil ich es selbst so gewählt hätte, sondern weil Medikamente und Hormone meinem Körper zusetzten. Ich habe zu viel gewogen, hatte Bauch, war übergewichtig, wenngleich auch viele sagten: "du bist doch nicht dick". Nein und doch. Ich war viel. Nicht immer. Aber zumindest jahrelang.
Heute bin ich deutlich deutlich weniger, weil ich hineinrutschte in eine mir all zu bekannte Sucht. 
Seit ich in der Pubertät war, stand ich auf Kriegsfuß mit meinem Körper, kanalisierte mein verwundetes Seelenleben in die Körperlichkeit. Bis ich schwanger wurde, war ich gefangen in bulimischer Anorexie, mal mehr, mal weniger. Inklusive monatelangem Klinikaufenthalt. Niemals war ich mir wenig genug, niemals hatte ich ein ausgewogenes, realistisches, gar gesundes Verhältnis zu meinem Körper. Als ich schwanger wurde(wovon ich niemals glaubte, dass mein Körper das nach Jahren der Sucht je schaffen würde), konnte ich all das hinten an stellen. Es galt, für mein Kind zu sorgen und ich konnte ein "normales", ein weitestgehend gesundes Essverhalten zulassen. Es war nach der Geburt nie so richtig perfekt. Mein Selbstbild immerzu zu dick, ganz gleich, ob es 65 oder 80 Kilo waren. Aber ich konnte damit leben, konnte es hinnehmen, ich akzeptierte. Es folgten immer wieder Zeiten mit Gewichtszunahmen aufgrund notwendiger Psychopharmaka. Manche vertrug ich besser, andere eben nicht. Seit einiger Zeit nehme ich nur Notfallmedikationen. Auch hier mal mehr und mal weniger, aber Auswirkungen auf meine Körpermasse hat diese keine.
Seit rund einem Jahr esse ich wenig. Oft sehr wenig. Es schlich sich ein, ich verlor aufgrund viel zu vieler äußeer Anforderungen und Umstände den Appettit - wie so mancher es eben tut. Ist das Leben stressig, traurig, schwierig, anstrengend, reagiert jeder anders. Essen macht mir dann keine Freude mehr. Obwohl ich ein Genuß-Mensch bin. Wie sehr ich gutes Essen doch eigentlich mag! Aber seit dem Tod des Stief-Vaters war es mir gleichgültig, seit Beginn der Erbstreitigkeiten erst recht. Zudem nahmen die Belastungen daheim permanent zu. Wie es dann so ist: das Essen fällt irgendwie hinten rüber. Es dauerte nicht lange und es wandelte sich: es war eben nicht mehr nur ein Appetenzverlust, sondern wurde zur Essensverweigerung. Ich aß nur, wenn ich gesehen wurde, aß nur, um nicht aufzufallen. Jedes bisschen Nahrung in mir war zuviel, fühlte sich an wie ein Stein in mir. Ganz manchmal ertrug ich eine Mahlzeit, die objektiv betrachtet zumeist nicht mal eine wahre Mahlzeit war, nicht in mir und ich erbrach sie. Nicht oft, aber es kam eben vor. Die Waage wurde mir Freund und Feind, der Tag definiert durch einen Gewichtsverlust oder eine Zunahme. Ich verlor weit mehr als ein Viertel meines Gewichtes. Ich bin heute (wieder) schlank. 2-3 Kleidergrößen Unterschied zu letzten Herbst. Ich halte mich fest en meinen Knochen, die Hüftknochen stehen heraus, man sieht die Schlüsselbeine. Oftmals habe ich eben diese in der Hand, streiche darüber, spüre ihre so wunderbare Härte. 
Da sind Menschen, die sich sorgen. Menschen, die meine Geschichte kennen. Ich belüge die, die mir nahe stehen in der Regel nicht mehr. Zur Not lasse ich sie gar kontrollieren, wie mein Gewicht ist, wenn sie mir nicht glauben mögen, was die Zahl auf der Waage sagt. Ich gehe offensiv zum Hausarzt und kläre Blutwerte, lasse Mangelernährungszustände checken. Loslassen kann ich aber nicht. Ich bin im unteren Mittel des Normalgewichtes, aber ich bin mir zu viel. Ich schwanke zwischen dem objektiven Wissen, der objektiven Betrachtung und kann dennoch mein Empfinden von Körperschema nicht positiv beeinflussen. Ich bin mir zuviel. Und ich weiß, dass mein Vorsatz, mir nicht mehr zuviel zu sein, wenn ich Gewicht xy erreicht habe, keinen Bestand haben wird. Auch dann werde ich mir zuviel sein. Ich bin gefangen in der Sucht, auch und obwohl ich so vieles weiß, so vieles durchschaue. Ich halte fest an ihr und ich halte mich an ihr fest. Ich sehe momentan keine Auswege, kann momentan keine Hilfen annehmen. Wobei ich reden kann. Thematisieren kann. Wobei ich nicht verleugne. Zumindest einem ausgewählten Personenkreis gegenüber. Das ist weit mehr als früher. Ich erkenne, habe früh erkannt. Dagegen wirken konnte ich dennoch nicht.  
Sie ist nur eines von vielen Übeln, diese Sucht. Oder ein Resultet viel zu vieler Anforderungen, viel zu vieler Entgleisungen im Außen, die ich nicht beeinflussen kann, sondern tragen und obendrein managen muss. Aber sie zehrt selbstredend. Ich gewinne - anscheinend zumindest - Kraft durch Kontrolle, Kraft durch Erfolg im Gewichtsverlust. De facto aber verliere ich an körperlicher Substanz. Das Leben ist anstrengend, alles was mich umgibt fordert. Sehr. Oft permanent. Ich setze durch die Sucht noch einen oben drauf.
Da sind Massen an ambivalenten Gefühlen. Gefühle, die die Sucht mir eintrichtert, Gefühle, die die objektive Betrachtungseise mit sich bringt. Und viele Gefühle, die die Reaktionen von außen in mir auslösen.
Allem voran: das Ding mit dem Essen oder Nicht Essen ist meins. Mir wäre es lieb, wenn das einfach keiner sieht oder mitbekommt. Weder was und wieviel ich esse, noch wie mein Körper sich verändert. Auch wenn ich (noch ein bisschen) fern bin vom Untergewicht: knapp 30 Kilo Gewichtsverlust seit letzten Sommer lassen sich nicht verbergen. Nicht die veränderten Körperformen, nicht das spitze Gesicht, nicht die eingefallenen Wangen.  Auch wenn ich alles gern verbergen würde. Ich möchte gar nicht, dass jemand auf die Idee kommt, Rückschlüsse zu ziehen.
 Andererseits aber bin ich schockiert.
"Gut siehst du aus". Wer sagt das - und wann? Ich kann mich kaum erinnern, häufig Kommentare zu meinem Aussehen bekommen zu haben wenn ich mit 80 Kilo ein Kleid trug. Ein schönes Kleid.  Ich bekomme so oft Kommentare momentan, wie gut und toll ich aussähe. Welche Größe ich jetzt wohl trüge. Und und und.
Warum? Diese Gesellschaft scheint sich nur zu definieren über Super Maße, oftmals sogar wohl die Frau in dieser Gesellschaft scheint all zu oft darüber definiert zu sein. Ist denn die Frau über der "Norm" nicht schön? Bin ich denn wertvoller, wenn ich Kleidung in 36 oder 38 tragen kann, als wenn ich zur 44 greifen muß? Es ist so grenzüberschreitend, eben dies gefragt zu werden. Was geht denn beispielsweise die Schwägerin der Besten meine Kleidergröße an? Natürlich kann und muss ich da meine Grenzen stecken. Es schockiert mich aber so unglaublich, wie sehr Anerkennung verbunden zu sein scheint mit dem Körper; zudem, wie sehr ein Körper schlanken Erscheinungsbildes suggeriert, dass eben alles gut ist.
Nichts ist gut und eigentlich liegt mir ja auch fen, das in aller Öffentlichkeit zu diskutieren.Ich weiß doch, dass die Menschen, die mir ferner sind und die so etwas sagen, ein Kompliment intendieren. Natürlich fühlt es sich gut an, gespiegelt zu bekommen, "gut" aus zu sehen. Ich kann das durchaus heute auch so hinnehmen und glauben, was ich füher niemals tat. Deckungsgleich mit meiner eigenen Empfindung ist das trotzdem nicht. Ich bin mir  zu viel. Deutlich zu viel. Darum gehts es mir gerade aber nicht, sondern darum, dass ich so fassunglos bin, wie sehr Klischees verankert sind, wie sehr das Außen Ton angebend ist für das  Innen eines Menschen.  Wie viel wertvoller "Schlank sein" zu sein scheint, als es eben nicht zu sein.
Mein Innen, meine Geschichte binde ich nicht jedem auf die Nase, keineswegs. Trotz gewonnener Offenheit in all den Jahren mit Erkrankung bin ich weiterhin gern im Team "Klappe halten". Ich kann allerdings ehrliche Nachfragen ab,  verstecke meine Geschichte ansich nicht. Jeder darf immer fragen, und beonders Menschen, die mir nahe stehene, bekommen ehrliche Antworten und ich scheue auch nicht das Gespräch. Aber ich falle auch nirgends mit der Tür ins Haus.
Es ist komplex, es wundert mich einfach sehr, wie es eben so ist. Sicherlich triggert das auch etwas in mir an, wenn eben vielleicht zufällig gehäuft ernst gemeinte Komplimente kommen, die ohne Hintergedanken sind. Aber weiter darüber nachgedacht, bestürzt mich eben das Bild, was in der Gesellschaft vorzuherrschen scheint. Möglicherweise bin ich empfindlich momentan, weil das Leben gerade in seiner Gänze ier kein Einfaches ist und eine bestehende Auswegslosigkeit uns alle ein klein wenig oder ein klein wenig mehr lähmt.
Vielleicht versuche ich einfach das "du siehst gut aus" in mich hinein zu nehmen und es für gut zu nehmen, als die Abwesenheit der Kommentare bei 25 Kilos plus. Manchmal ist es wohl besser, sich das tollste Stück Kuchen abzuschneiden und den Anderen die matschigen Reste zu überlassen. Ich verscuh das mal - sonst wird der Start in die neue Woche wohl eher bescheiden...

Dienstag, 2. Januar 2018

Ausweglosigkeiten

Schreiben, eigentlich könnte und wollte ich Vieles schreiben. Andererseits aber würden geschriebene Worte möglicherweise noch mehr an Realität gewinnen, als die Dinge, die passieren es natürlich schon sind. Ich würde möglicherweise noch mehr sehen, als ich eh schon gezwungen bin zu sehen, mich noch mehr auseinandersetzen mit den tagtäglichen unangenehmen Überraschungen und sich stets neu entordnenden Dingen, die von mir ein stetiges, ordnendes Eingreifen verlangen. Vielleicht würde ich mir noch mehr eingestehen, dass ich kaum mehr nach Hause kommen möchte, als es das nagende Gefühl auf dem Heimweg bereits zeigt; vielleicht würde ich noch mehr von der Angst bemerken, als das dumpfe unbestimmte Gefühl, dessen Auslöser und dessen Namen ich doch eigentlich genau kenne. Manches scheint nie mehr ein Ende zu nehmen und vieles wird zweifelsohne schlimmer. 
Ich funktioniere weiterhin an vielerlei Fronten. Und breche an mancher ein. Meine Kinder haben mir noch niemals so oft gesagt, wie sehr sie mich lieben, wie sie das im Augenblick tun. Das ist wunderschön, ja, aber es zeigt mir auch, wie sehr ihre Antennen im steten Wind meines, unseres diffusen Durcheinanders anschlagen. Ich halte mich, muss mich halten in allem und weiß genau, dass die Art und Weise des Halt - Suchens keine gesunde ist. Verliere mich in selbstgeschaffenen, mir Sicherheit gebenden Strukturen, die aber objektiv betrachtet auf Dauer mehr meines Selbst nehmen als hilfreich zu sein. Sie haben gerade einen unmittelbaren Nutzen, sonst gäbe es sie nicht, sonst wären sie nicht aufgetaucht und hätten mir ihre Hand gereicht, die ich dankbar ergriff. Ich weiß, dass sie eine Art Raubbau bedeuten und mich irgendwann umwerfen werden. Dennoch aber weiss ich keine Alternative und habe wenig Kraft, nach einer zu suchen.
Die Tage sind zu kurz für die zu erledigenden Dinge, die Dinge sind zu kompliziert und erfordern zuviele Konsequenzen. Die direkte Umwelt bagatellisiert zu sehr, selbst wenn ich dezidierte situative Einblicke gebe. Die externen Hilfsmöglichkeiten sind begrenzt im Moment, zumindest die, die in die bestehende Situation greifen könnten. Die externen Hilfsmöglichkeiten für mich selber sind noch begrenzter und an mancher Stelle setzen sie mich mehr unter Druck, als das sie nutzen würden oder sie scheinen die mich umgebende Hoffnungslosigkeit oder Auswegslosigkeit der Situation nur zu bestätigen. Oben auf die Situation ansich fallen durch sie selbst hervorgerufene Existenzängste, sich daraus ergebende Handlungsnotwendigkeiten, die ich nicht auch noch auszuführen in der Lage bin. 
Kurzum: wenn ich all dies konkret aufschriebe, fürchtete ich, dass ich mich noch viel mehr mit all dem, was ich nicht zu bewältigen in der Lage zu sein glaube, konfrontiert sähe. So setze ich "einfach" nur innerlich wissend immer einen Fuß vor den anderen, strauchele zuweilen, stehe auf und halte mich an zweifelhaften Dingen um überhaupt einen Halt zu haben, und funktioniere. Zuweilen ist da die ein oder andere Insel, in der es Raum und Zeit und manchmal auch Schönes für mich gibt. Aber momentan überwiegt das offene, bedrohliche Meer.
Manchmal wünsche ich mir die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die ich glaube, dass es sie irgendwann hätte geben können aber kaum je gegeben hat. Manchmal wünsche ich mir, dass da eine Zeit kommt, die keinen Kampf bedeutet. Tatsächlich jedoch scheinen sich offensichtlich nur die Gegner zu wandeln, als das es jemals ein Ende hätte, dieses kämpfen.

Sonntag, 12. November 2017

Kapazitäten

Die letzten Monate, an manchen Stellen vielleicht das letzte Jahr, kann ich für mich vielleicht kurz so zusammenfassen: Ich habe eindeutig ein Kapazitätsproblem. 
Neben dem Wissen um den drohenden Tod des (Stief)vaters und der zunehmenden dementiellen Entwicklung der Mutter lief der normale Alltag weiter. Ich im Beruf, HerrNebeL noch mehr, Kinder, deren Bedürfnisse, deren Termine. Und das, was obendrauf kam, steigerte sich naturgemäß. Verschlechterung der Krankheit, beginnende Pflegebedürftigkeit, mehr und mehr erforderliche Hilfestellung. Er starb und mit ihm ging vieles, was er im Alltag der Eltern übernommen hatte. Das Bild, was ich vom Vergessen der Mutter hatte, vervollständigte sich in den letzten Monaten und neben der Übernahme all der zu erledigenden Dinge, geschehen hier nahezu täglich kleinere oder größere Katastrophen. Die Verantwortlichkeiten verschieben sich. Ich habe diese nicht mehr nur für meine Kernfamilie, sondern muss sie mehr und mehr übernehmen für meine Mutter. Nicht nur Verwaltungsaufgaben, administrativen Papierkram oder dergleichen, sondern an so vieler Stelle alltagspraktisches Mitdenken, Aufpassen, Kontrollieren, Suchen, Entscheidungen mittragen und auch sanft lenken. Täglich. Abgesehen von dem, was dann aktiv für mich einach zu tun ist, muss ich auch in mir damit zurechtkommen, dass die Frau, die jahrelang Verantwortung für mich trug nun die ist, die meiner Verantwortungsübernahme bedarf. Eine Verantwortungsübernahme, die mir ungleich schwerer fällt, als die beim Vater, wo es vor allem um  Hilfestellungen bei körperlichen Gebrechen  ging.
Daneben ein Erbstreit, schwelende Trauer, für die es nach wie vor wenig Raum gibt, emotionaler Stress am Arbeitsplatz, ein pubertierendes und ein präpubertierendes Kindelein, ein verkorkster, unerholsamer Jahresurlaub, die kurzfristig aufgetretene Notwendigkeit, uns "mal eben" und am besten gestern für ein neues Auto entscheiden und dies auch möglichst gestern erwerben zu müssen und all die nicht aufzählenswerten, sich aber summierenden Dinge, die eben so anfallen. Obendrauf eine in dem Fall für uns unglückliche Wohnungs- und Raumsituation, die wenig Rückzugsmöglichkeiten bietet - für uns als Einzelpersonen der Kernfamilie und insbesondere für mich als Tochter meiner unter uns lebenden Mutter.
Ich bin nicht verwundert, dass die Limits erreicht sind, inzwischen nicht mehr nur meines, sondern auch das von HerrnNebeL. 
Ich suche Zuflucht im Funktionieren und "einfach Machen", irgendwo zwischen Akzeptanz und Resignation, wohl wissend um die Gratwanderung. Nach wie vor ist an vieler Stelle klar, was wichtig wäre. Wenn das irgendwo Thema ist, höre ich wohlgemeinte Ratschläge dessen, was ich selber weiß. Aber selbst, wenn es Möglichkeiten gäbe, Dinge umzusetzen, so mangelt es an den dazu nötigen Kapazitäten: Kraft, Energie, Zeit. Denn das Leben kostet schon ohne das Beachten, ohne das Suchen oder gar Finden meiner Bedürfnisse so viel von diesen, dass da nirgends mehr Raum ist. Jede kleine Tätigkeit, um die nicht drumherum komme, zehrt an den Reserven und das Reservoir ist bereits aufgebraucht, bevor ich auch nur ansatzweise an mich denken kann. Ich stehe derzeit mitten im NebeLmeer auf einem Floß, weit entfernt von sichtbaren Küsten oder ruhigen Gewässern. Momentan stehe ich erstens immerhin wieder darauf und wieder sicher(er), aber ich weiß, dass ich schnell stürzen kann. Ich suche nach Wegen, nach der richtigen Richtung und pendele eben zwischen dieser resignierten aber aktiven Akzeptanz, weiter machen zu müssen und dem mich ausgelaugt treiben lassen.

Sonntag, 10. September 2017

Pläne und Realitäten.

Eigentlich war mein Plan, dieses Wochenende quasi nichts zu tun. Die einzige Verabredung traf ich im Vorfeld mit meinem Fernseher, um das BVB Spiel am Samsatg anzusehen. Bitter nötig ist mir eine Pause. Das ist insgesamt schwierig, weil die verschiedenen Situationen das nicht hergeben - Leben im Mehrgenerationenhaus, Schlafen im familialen Wohnschlafraum, viele zu erledigende Dinge bei laufendem Erbstreit, und zusätzlich einem rastlosem Inneren bei viel zu vielen dunklen eigenen Gefühlen undsoweiterundsofort. Aber vorgenommen hab ich es mir immerhin...
Fakt war dann, dass ich mittags der Mutter bei diversen Dingen half, K2 zur Geburtstagsparty brachte, eben noch schnell vergessene Einkäufe erledigte, zudem K1 eine dringend benötigte Sweatjacke kaufte und mit dem Gatten gemeinsam die Waschmaschine wieder herrichtete (sie pumpte kein Wasser mehr ab). Aber - dann sollte ja der Nachmittag kommen. Ich frühstückte Chips (weil Essen vor dem Nachmittag momentan einfach nicht geht) vor dem laufenden BVB Spiel, bis nach einer Viertelstunde die Mutter zu mir nach oben kam. Fortan schauten wir gemeinsam, bestellten spontan Sushi zum Abholen, aßen selbiges nach dem Spiel und gingen mit dem kleinen Kindelein aufs Pfarrfest nebenan, wo das große Kind und HerrNebeL bereits für den Verkauf grillten.
Bis auf die Hilfe am Mittag (die viel Geduld erforderte) war das eigentlich recht entspannt. Fort von daheim führten wir bei einem Glas Wein (die Mutter) und 2,3 Cocktails (ich) schöne Gespräche. Darüber, wie wir die Welt sehen, den Erbstreit beurteilen. Darüber, wie wir meinen Vater, ihren Mann empfanden. Und manches von früher.
Es ist schön, so mit ihr zu reden. Zumal ich dann auch in den Hintergrund drängen kann, wie hilfsbedürftig sie an so vielen Stellen ist. Natürlich hat sie immer noch ihre Empfindungen, Meinungen, die aus ihr heraus kommen und nicht die, die plötzlich aufpushen, wenn etwas zu schnell geht oder zu viel wird - wenn sie, um sich aus der Bedrängnis zu kämpfen an Stellen, wo sie nicht mehr folgen kann, schimpfig  und irrational wird - was sie früher  niemals war. Das heute aber war so eine Gelegenheit, wo sie einfach sie selber war. Und nicht betroffen vom Vergessen. Das sind wertvolle Momente. Für sie. Für mich. Aber sie kosten mich, auch wenn sie schön sind, auch wenn ich sie als einen Lichtblick des Tages betrachten mag, ungeheuer viel Kraft.  Kraft, die ich nicht mehr habe. Vielleicht auch auf dem Boden der Erkrankung der Mutter, dem gerade verstorbenen Vater, all den Dingen drumherum und dem derzeitigen Zustand, in dem ich selber mich befinde.
Ich brauche eine Pause. Weiß ich. Aber egal, wie sehr ich versuche, für mich zu sorgen - es gelingt einfach nicht.  Da ist kein Raum.  Ich fühle mich gefangen in allem.

Ich glaub, im Moment ist es hier wirklich schwer.

Sonntag, 13. August 2017

Nichts

Drückende Gedankenschwere in der Düsternis, angefüllt mit aneinandergereihten Siinnlosigkeiten, die mit wenig Bezug das Bewustsein durchstreifen ohne etwas zu bewegen ausser sich selbst. Sie erlauben keinen Zugriff auf Stille, keine Möglichkeit, einzutauchen in die Ruhe, die ein Stück weit Erholung bringen könnte. Stets ist in mir steuerungresistente innere Rastlosigkeit, die Kraft raubend sich ausbreitet. Ich bin erschöpft. Und wenn sich Raum auftut, in irgendeiner Form in Ansätzen überhaupt nach Wegen suchen zu können, so zeigt sich das absolute innere Dilemma, keine Chance zu haben, mch zu kümmern. Denn auch wenn ich weiß, was gerade wichtig wäre, bin ich gefangen im System der Verantwortlichkeiten in erster Linie für Andere. Gefangene in der Schleife der erwarteten Funktionalität des eigenen Seins, gefangen nicht zuletzt in der Schleife der Inszenierung des eigenen Selbst. Und so kriechen Rastlosigkeit und Schwere einerseits, Leere und Verzweiflung andererseits in jeden Teil meiner Hülle, weil ihnen das geistige Sein nicht mehr reicht und schmerzen körperlich. Die Glieder sind schwer, und ich habe Mühe sie zu halten. Selbst das Offenhalten der Augen verbraucht mehr Energie, als ich glaube zu haben. Ich gleite tiefer hinab in die Dunkelheit ohne notwendige Ruhe zu finden, ohne Möglichkeiten, Kraft zu tanken, da selbst die Dinge, die das Potential besäßen, mir ein Stück weiterzuhelfen, derartig viel Energie und Kraftaufwand erfordern, dass der Nutzen letzlich fast negativer Natur ist. Da ist nicht mal Raum zu trauern, weil alles in mir bereits angefüllt ist mit der bloßen Bewältigung der alltäglichen Grundlegenheiten. Ich verliere mich selber und bin nicht in der Lage, mich zu halten auf Dauer. Ich weiss, dass ich so nicht lange mehr weitermachen kann. Alternativen jedoch sehe ich nicht, Ideen habe ich keine und versinke so resigniert und kraftlos im NebeL. Bis der Alltag ein weiteres Funktionieren erfordert und ich weitermache. Unterm Strich bin ich derzeit zu angefüllt mit der Notwendigkeit, für Andere zu funktionieren und dabei selber überhaupt zu überleben, dass für mich nichts weiter mehr übrig bleibt als nichts.

Sonntag, 30. Juli 2017

Vom Funktionieren

Ich funktioniere. Ich funktioniere meistens. Ich funktioniere, wenn es mir nicht so  besonders gut geht. Wenn ich mal einen schlechtern Tag habe oder mies gelaunt bin. So, wie wir das alle tun. Die Nerven sind dann zumeist daheim ein wenig gespannt, aber wer kennt das nicht. 
Ich funktioniere jedoch auch, wenn das Dunkel aufzieht. Wenn mir die Luft zum Atmen wegbleibt, wenn der Schlaf kein erholsamer mehr ist, wenn ich denn überhaupt schlafen kann. Wenn die Träume verrückt spielen, und ich von einem Alptraum in den nächsten schlittere. Nicht eine Nacht, sondern nahezu jede. Ich funktioniere, wenn die Leere Besitz von mir ergreift, wenn sich mein Sein vernebelt. Wenn die Geräusche zu laut sind, das Licht zu hell. Wenn es mühsam ist, einem Gespräch zu folgen, weil sich die Konzentration so sehr auf die basics des eigentlichen Seins konzentrieren muss, dass kaum noch Platz für Anderes bleibt. Ich funktioniere, wenn mir die Glieder schwer sind vor der Last des Alltags. Ich funktioniere, wenn meine Gedanken nicht stillstehen können und mich schier in den Wahnsinntreiben und nur noch das stille Zählen von Dingen ein wenig Rast in das Gedanken-Karussell bringt. Ich funktioniere, wenn ich innerlich längst zusammengekauert in der Ecke hocke und mich nach Beruhigung sehnend vor- und zurückwiege. Ich funktioniere einfach weiter und putze die Fassade. Wer mich nicht näher kennt, bemerkt das nicht mal. Und die, die mich kennen, bemerken es oft nur dann, wenn sie genau hinschauen. 
Das Funktionieren ist so ein Ding mit zwei Seiten. Ich funktioniere immer lange. Viel zu lange. Denn in den meisten Fällen stürze ich danach tief, sicherlich tiefer, als ich gestürzt wäre, wenn ich denn früher innegehalten und mich gekümmert hätte. Oder mich versucht hätte zu kümmern. Oder in vielen Fällen Hilfe in Anspruch genommen hätte. Letzteres ist ein Punkt, den ich möglichst lange hinauszögern will. Immer. Denn es liegt mir gar nicht, überhaupt Hilfe zu benötigen, geschweige denn anzunehmen oder gar aktiv danach zu fragen. Ich möchte alles mit mir selber ausmachen, alles selber schaffen, niemandem zur Last fallen. Mich in schlimmen Zeiten niemandem zumuten. Und ich will mich gar nicht erst zeigen. Will nicht offenbaren, was denn unter dieser Fassade tatsächlich ist. Die Fassade ist nicht eine gänzlich falsche, die Fassade bin auch ich, sie gehört auch zu mir und meinen eigentlichen Empfindungen Aber in vielen Momenten ist sie eben nicht authentisch, weil es im Innen gerade ganz anders aussieht. 
Da sind aber auch Zeiten, in denen mich das Funktionieren und die Fassade hochhalten. Mir Struktur geben, mir einen geregelten, bekannten Alltag ermöglichen, der mir Sicherheit gibt, an dem ich mich entlanghangeln kann, wenn im Innen das Chaos tobt. Oder die Leere. Oder das Dunkel. Wenn mir der Nebel die Sicht nimmt, kenne ich mich in meinem Alltag so gut aus, dass ich ihn dennoch bewältigen kann. Und hier kommt die Crux - wo hört das "gute" Funktionieren auf, das Sicherheit gibt, und wo fängt das "schlechte" Funktionieren an, das mich weit über alle Grenzen treibt? Nach all den Jahren, in denen mich verschiedene, psychiatrisch titulierbare Seelenzustände eng begleiten, fällt es mir immer noch schwer, das herauszufinden. Es ist immer noch schwer, mich selber wahrzunehmen und zu bewerten in einer Depression, in dissoziativen Zuständen sowie Belastungszuständen, um eben dann die Formen des eigenen Funktionierens  voneinander abzugrenzen zu können.
Darüber hinaus drängt die eigene Situation mich oft dazu, auf jeden Fall zu funktioneren - ganz ab von meinem Berufsleben. Denn mein eigentlicher "Hauptjob" ist entfernt von einer Arbeitsunfähigkeit: 
Ich liebe es, Familie zu haben. Und mir ist nie etwas Schöneres passiert, als Mutter sein zu dürfen. Aber ich habe auch noch nie etwas Schwereres getragen. Auch in schlimmen Phasen muss es zu Hause weitergehen, muss es einen Alltag für die Kinder geben, muss ich als Mutter "da" sein, auch wenn ich gar nicht mehr kann. Das ist zumindest mein Anspruch an mich, und der ist ein Stück weit auch okay so. Aber irgendwann kommt auch hier wieder der Punkt, an dem ich vor der Frage stehe, ob das Funktionieren noch ein "gutes" und "tragbares" für mich ist, oder ob ich mit dem mir selber auferlegten Funktionieren-müssen alles nur noch verschlimmere. Dummerweise kam diese Frage bisher selten wirklich in solchen Situationen auf. Ich kann sie tatsächlich zumeist erst rückblickend reflektiert betrachten. Wobei es dann im Regelfall bereits zu spät ist. 

Das Funktionieren kann ein Segen sein, der mir den Kopf über Wasser hält. Und ein Fluch, weil es mich , den Kopf gut über wasser halten könnend, weit ins offene Meer treiben kann, bevor dann heimtückisch von unten der Strudel kommt, der mich doch in die Tiefe zieht. 

Immerhin weiss ich darum. Ich weiss sogar gut darum. Aber Wissen heisst nicht, dass ich in der Lage bin, dieses auch an mir selber anzuwenden. Es wird besser, von Mal zu Mal. Aber es erfordert ein ewiges Auf-der-Hut-sein, was wiederum immer auch ein Stück weit Energie kostet.

Und im Regelfall läuft all das unbemerkt ab von aussen - und das ist wohl einer der Gründe, weshalb so wenige Menschen auch nur annähernd einen Blick dafür haben, was es bedeutet, depressiv zu sein, psychisch krank zu sein. Denn so vieles passiert einfach im Verborgenen - unsichtbar für die Augen Anderer.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Von Papieren und vom Handeln

Dinge wie Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachen, Betreuungsverfügungen und dergleichen lassen den Laien recht ratlos auf Papiere und Vordrucke blicken. Und zudem erledigen sie sich niche "eben so". Seit langem wird das Thema hier immer wieder angesprochen. Die Notwendigkeit. Immer wurde ihr zugestimmt. Passiert ist nichts. Es ist schwer, der Endlichkeit ins Auge zu sehen, erst recht, wenn man selber betroffen ist. Umso wichtiger jedoch die Vorsorge, dass im eigenen Sinne gehandelt wird. Auch dann, wenn man selber seine Wünsche nicht mehr zu vertreten in der Lage ist. Dazu aber muss geredet werden. Und der Mensch, der sowieso ungerne über sich redet, der Mensch, der sich in einer schweren Belastungssituation befindet hat damit sicherlich große Mühe. Eben solche Gespräceh dennoch von aussen zu forcieren ist nicht so einfach. Ich zumindest hatte immer das GEfühl, weit in die Persönlichkeitsrechte des Vaters vorzudringen, je näher ich mich an diese Dinge wagte. Ihn zu zwingen zu Dingen, die er lieber weit, weit fortschieben wollte. Das machte es mir nicht einfacher. Manche Wünsche kannte ich. Die meisten Wünsche vermutete ich. Aber dies hätte rechtnlich niemals auch nur den geringsten Bestand, da ich von Rechts wegen von dem Mann, den ich hier Vater nenne, einfach gar nichts bin. Um so wichtiger also waren gültige Papiere....
Heute ließ ich alle Bedenken und Vorbehalte dazu fallen. Er war gut drauf und mitten im Hier und Jetzt und ich besprach, erklärte und kreuzte auf Anweisung hin an. Pragmatisch, ehrlich und offen. Und wir konnten manche wichtigen Papiere ausfüllen. Wir besprachen seine und unsere Bestattungswünsche. Mittendrin half ich beim Aufstehen, beim Umlagern im Bett, beim Toilettengang. Völlig frei und selbstverständlich. Und er liess mich nicht nur gewähren sondern konnte all dies in Ruhe und Dankbarkeit und Selbstverständlichkeit annehmen. 
Die wohl beste Lösung, ihn gut zu versorgen, wäre die Inanspruchnahme von Pflegezeit - unbezahlten Urlaub vom Job, um ihn zu pflegen.  Dies ist aber nur möglich bei Angehörigen - was wir ja eben nciht voneinander sind. So hoffe ich, dass wir in der Lage sein werden, ihm dennoch seine Wünsche weitestgehend eben mit Hilfe der ambulanten palliativen Pflege zu ermöglichen, oder dies eben so lange es geht. 
Ich bin nah dran mit meinem Herzen. Aber ich bin eben auch ein Stück weit professionell. Kenne manchen Kniff und Trick und die richtige Bewegung. Medizinische Begriffe und Behandlungen sind mir nicht fremd. Hier und da mögen auch ein gutes Auge und eine realistische Einschätzung der Situation dazu kommen, wenn auch gewiss nicht immer. Aktiv sein und Dinge in diesem Bereich zu regeln, fällt mir nicht schwer. Ich bin die Handelnde. Aber ich lerne auch, zu deligieren, weil ich gar nicht alles alleine schaffen kann. Und es auch gar nicht will. Tatsächlich verzahnt es sich hier aber genau dadurch, dass ich beginne, die Anderen, die zumeist hilflos sich fragen, was sie tun können, zu versorgen mit Aufgaben. Und viel wichtiger dabei ist, dass es sich ergänzt und dadurch weit umfassender werden kann, als ich allein es leisten könnte. HerrNebeL findet, ich mache das alles verdammt gut, ich aber finde, WIR machen das alles wirklich ziemlich gut. nd ich hoffe, dass wir genau das gemeinsam durchhalten können. Bis zum Schluß.

Montag, 10. Juli 2017

Durcheinander

Der Alltag hier ist derzeit ein Durcheinander des steten Alltages - Arbeiten für HerrnNebeL und mich, Schulalltag und Freizeitaktivitäten der Kinder - beides mit allem Drum und Dran - gekoppelt mit der zunehmenden Hilfe- und Pflegebedürftigkeit meiner Eltern. In den letzten Wochen ging es in jeder freien Minute um die Feststellung des Bedarfes an Hilfe, Beantragung von Pflegegrad, Gespräche mit ambulanter Palliativpflege, Gesprächen mit Ärzten, den Eltern, dem Vater, der Mutter. Und efertig sind wir damit noch nicht... Es ging und geht um Ideenfindung, wie wir was organisieren müssen, wie wir wem von beiden helfen müssen. Wo wir Hilfe brauchen. Und wo wir Hilfen bekommen. Ein bürokratischer Aufwand sondergleichen. Zudem ist das Führen von Gesprächen mit Ärzten oder anderen Personen recht schwierig, wenn man selber im  Beruf steht und noch nach den Kindern schauen muss. Abends ist selten noch ein Verantwortlicher zugegen - selbstredend nicht. Irgendwann letzte Woche schrieb ich einfach einen Zettel mit der Anregung verschiedenster durchaus gravierende Dinge - die mein Vater nicht mehr besprechen konnte und meine Mutter leider weder verstand und zudem vergaß. Es ging um Schluckstörungen, um Morphine und parenterale Ernährung. Ich legte diesen also ins Krankenzimmer, erklärte mich dem Vater nochmals, dessen Wünsche dahingehend mir bekannt sind und nahm ihm das Versprechen ab, den Zettel einem verantwortlichen Arzt in die Hände zu drücken. Was er auch tat. Glücklicherweise kam kaum später meine Schwester dorthin und konnte nochmals das Ganze auch persönlich erklären. Und siehe da, endlich wurden Morphine angesetzt und bei Notwendigkeit der Wunsch der unterstützenden Ernährung aufgegriffen. Eine durchaus unkonventionelle Art der Arzt-Angehörigen Kommunikation, aber nun, einfach ist es eben einfach nicht. Und mir, uns war es wichtig, endlich eine weitestgehende Schmerzfreiheit zu erreichen. Kein totkranker Mensch sollte auch noch Schmerzen haben müssen, wenn dies eben abgewendet werden kann... Neben all der ganzen Organisation noch Tochter sein, begleiten, allen gerecht werden. Und neben der Krebsgeschichte noch die Demenz der Mutter tragen, Diagnostik anleiern - was das eine ist und auf den Weg gebracht - auch das Tragen des Alltags mit einem Menschen, der viele klare Momente hat, aber leider zunehmende Lückenmomente. Momente, die das tägliche Kontrollieren notwendig machen an vielen Stellen. Die Umrüstungen im Haus notwendig machen, um vorzusorgen. Vor allem aber - das Aushalten. 
Es ist schwer, auszuhalten, wie der Vater abbaut. Zu sehen, wie er Schmerzen hat, wie er sich verschluckt, wie er nichts mehr isst. Wie er kaum trinkt und eintrübt. Wie er völlig schläfrig weit, weit fort ist bei einem neuerlichen Infekt bei Leukopenie. Wie er immer mehr abwesende Momente hat. Wie er sich selber wundert, dass ihm einzelne Tage - Tage an denen es ihm schlecht geht - einfach verliert, obwohl er eigentlich kognitiv noch recht gut dabei ist. Langsam, aber dabei. Wie er nicht mehr gehen kann. Oder schreiben. Wie sehr es ihm weh tut, das nicht mehr zu schaffen. Wie er Hilfe braucht beim Aufstehen und Umsetzen. Auch, wie er überrascht ist, dass ich genau das kann - mein Arbeits-Ich ist der Familie ja fremd.
Schwer ist das, und weh tut es auch.
Aber viel schwerer auszuhalten sind die Gedankensprünge der Mutter. Das so sehr verlustig gegangene Kurzzeitgedächtnis. Das tagtägliche, stündliche, ja ewige Suchen von Irgendetwas.  Die kaputten Schallplattengespräche. Das Miterleben, wie sehr gewohnte, jahrelang gewohnte Tätigkeiten sich durchmischen, strukturlos werden und ihre Form verlieren. Das Umschlagen der Stimmung. Das Nicht-mehr Verstehen von Zusammenhängen und das gleichzeitige Durcheinanderbringen dessen, was sie verstanden hat. Fehlende zeitliche Orientierung. Störungen im Sprachverständnis. 
Das alles macht mir noch viel, viel mehr Mühe. 
Ich bin zudem aufgrund der räumlichen Nähe immer mittendrin. Da sind kaum noch Pausen für mich selber, keine Ruhe, keinerlei Abstand. Es zehrt, wenn auch das "da -sein" für beide selbstverständlich ist. Es ist schwer, geduldig zu bleiben, wenn auch bestimmt, aber eben geduldig mit ihr. Vor allem: es gibt keine Rast, nichts zum Auftanken. Alles, was es gibt, ist das Wissen, dass erstmal alles nur noch schlimmer werden wird, bevor das Ende kommt.

Freitag, 30. Juni 2017

Lebens-Abschied

Neulich, am Meer.

 


Viele Eindrücke gesammelt habe ich. Viele Momente aufgesogen. Mich in manchen Momenten tränennah weggedreht in dem Wissen, dass es einige meiner letzten Eindrücke von ihm sein werden. Diese Eindrücke waren nicht mehr frei, sondern bereits geprägt vom deutlichen körperlichen Verfall, gezeichnet durch den Krebs. Noch einmal wollte er all das sehen, was er seit Jahren zu dieser Zeit sieht. Noch einmal ans Meer, noch einmal dieses große Segler Event als passionierter Segler von ganz nah anschauen.



Abschied. Seiner von der Welt, Stück für Stück. 
Und unserer von ihm.

Samstag, 25. März 2017

Geburtstags- und Zeitdinge

Das grosse Kindelein feierte diesen Monat seinen Geburtstag. Zwölf Jahre ist sie bei uns, bereichert unseren Alltag und lässt mich oft staunen. Die Art der Geschenke wandelt sich mehr und mehr - allerdings war dieses Mal sogar wieder eine Art Spielzeug (Disko Roller) dabei. Ansonsten aber finden sich vorwiegend Wünsche nach Kosmetika, Kleidung und praktischen Dingen. Glücklicherweise wusste ich schon im Vorhinein, dass ihr der Stoff und der Schnitt des diesmal produzierten Nähteiles auf jeden Fall sehr gefallen. Es ist mit zunehmendem Alter der Kinder tatsächlich nicht mehr so leicht, selbige ohne explizite Stoff- und Schnittwünsche zu benähen. Aber es hat dieses Mal funktioniert:
Das große Mädchen bekam diesen Pulli - wie neulich erwähnt - in Größe 38, das kleinere Mädchen den gleichen in 152:

Wie jedes Jahr gab es den morgendlichen Geburtstagskranz - in Ermangelung ausreichender Plätze für die Kerzen - jedoch nur jeweils eine für zwei Lebensjahre.





Der Nachmittag gestaltete sich wie alle Geburtstagsnachmittage mit der Familie. Was etwas schwieriger geworden ist, seit wir unser Schlafzimmer in den Wohnraum verlagert haben. Vor allem  dank Patchworkfamilie, sind wir eben doch eine ganze Menge Menschen. Wenn auch nicht mal alle da waren.  

Wie groß die Kinder geworden sind, fiel mir heute nochmals auf - das große Nichtenkind feierte seinen 14. Geburtstag. Hier wird inzwischen ausschließlich Geld gewünscht, was das Nichtenkind zumeist in Pferdekram investiert. Sie teilt sich das Hobby mit dem Pferd-besitzenden leiblichen Opa und ist in vielen freien Minuten am Stall anzutreffen.

Es scheint manchmal, als sei kaum Zeit vergangen, seit die beiden auf der Welt sind. Und andererseits ist es für mich nicht mehr vorstellbar, wie es jemals ein Leben ohne meine Kinder gegeben hat. Es ist so selbstverständlich, so klar, dass sie da sind, als wäre es niemals anders gewesen. Erinnerlich ist mit die kinderlose Zeit zweifelsohne, und dennoch kann ich es mir kaum mehr vorstellen, dass es wirklich eine Zeit ohne sie gab.  Noch sind sie nah dran an mir, und ich an ihnen, auch wenn sie weiterhin selbständiger werden und ihre Wege gehen. Wer weiß, wie es einst wird, wenn sie diese Wege gänzlich ohne mich meistern werden - und mich hoffentlich im Kopf und Herzen als "immer für sie da seiend" wahrnehmen. Sie schreitet so ungeheuer schnell voran, die Zeit. Als seien diese zwölf Jahre mit der Erstgeborenen kaum mehr als ein paar Augenblicksblinzler gewesen.
Tatsächlich sind das solche Momente, die man sich als junger Mensch kaum vorstellen kann - wenn ein älterer - oder ein ganz alter erst recht - Mensch davon spricht, wie die Zeit rast. Seit einigen Jahren rast sie wirklich. Und ich bin sicher, sie wird es noch mehr tun, je mehr von ihr verstreicht.

Diese beiden Geburtstage waren der Auftakt des Geburtstagsmarathons im Frühling. Morgen folgt der Schwiegervater (der zum eigentlichen Geburtstag immer ausgeflogen ist, aber morgen wird nachgefeiert), dann folgen die Tante, HerrNebeL, mein Stiefvater und ich. Kurz darauf die Schwiegermutter, dann das kleine Nichtenkind und einen Monat später unser kleineres Mädchen. Und dann ist familientechisch erst mal wieder eine Weile Pause bis in den Herbst. Wir treffen uns also von Ende März bis Anfang Juli quasi ständig. In diesem Jahr mit der immer wieder aufblitzenden Frage, ob dies wohlmöglich die jeweils letzten erlebten Geburtstage des Stiefvaters werden, der seit letzten Herbst palliativ aufgrund einer Krebserkrankung behandelt wird. Wieder die Zeit... Egal, wieviel ihm noch bleibt, ich weiß, sie wird rasen. Vemutlich hat man am Ende niemals genug Zeit gehabt. Gedanken, die immer wieder durchblitzen - obwohl ich eigentlich versuche, den Moment zu sehen, zu leben und mitzunehmen. Das ist nicht immer einfach, auch dann nicht, wenn ich eigentlich dankbar sein müsste, für die viele Zeit, die er bis hierher hatte. Aber letzlich bleibt auch das am Ende egal, da der Verlust ein Verlust sein wird, der das Leben derer, die zurückbleiben verändern wird. 

Samstag, 17. Dezember 2016

Vom Krank sein

Diese Woche gab es ein für mich wirklich gutes Kompliment von der großartigen Stationsärztin bezüglich Erkrankungen. "Kann ja nicht jeder so widerstandsfähig sein wie du" waren ihre Worte. 

Die KollegInnenzahl, die krank daheim sind, ist naturgemäß derzeit hoch. Ich bin tatsächlich nie krank im herkömmlichen Sinne. Grippe, Erkältung, Magen-Darm, Rücken, schalala. Eigentlich wirklich nie. In diesem Jahr hatte ich 3 Kind Krank Tage und das war es mit Erkrankungen. Aber, und das ist das große aber, bin ich, wenn ich dann eben doch krank bin, lange nicht da. Immer schon. Denn wenn ich krank bin ist es die Psyche. Und wenn die Psyche so halbwegs im Griff ist, können mich schonmal auch Nebenwirkungen der erforderlichen Medikamente derartig ausknocken, dass Arbeiten trotzdem nicht möglich ist. Zuletzt im Herbst 2015, wo mich eine Neuroleptika indizierte Akathisie dermaßen bewegungsvoll machte, dass Arbeiten wochenlang nicht möglich war - stilles Sitzen ging gar kein bisschen. Daraus besteht aber nun mal ein Teil meiner Arbeit und das auch noch mit mir gegenübersitzenden Patienten. Eine unruhige Therapeutin ist schlicht und ergreifend absolutes Gift. Unmöglich. 
Auch in den zwei Jahren zuvor war ich nahezu nicht krank. Kind Krank Tage gab es den ein oder anderen, möglicherweise hatte auch ich einzelne Fehltage. Aber eine Krankschreibung gab es nicht. Die letzte Krankschreibung davor war wegen der Psyche im Sommer 2012. Die damalige Fehlzeit aber dauerte mehr als ein Jahr und endete mit einer Wiedereingliederung nach einem Reha Aufenthalt im Herbst 2013. Alles in allem bin ich also doch viele Tage abwesend. Ich hasse das. Weil ich mich im Regelfall unzulänglich fühle, weil ich es nicht schaffe, zu arbeiten. Ich habe ein hohes Pflichtbewusstsein und gehe oft noch arbeiten zu Zeitpunkten, an denen es schon sehr grenzwertig ist. Ich achte da wenig auf mich. Bin ich im Urlaub krank, bin ich halt krank. Viele Andere lassen sich dann krankschreiben, um den Urlaub später nachzuholen. Denn eigentlich ist es tatsächlich nicht sehr urlaubig, wenn man krank ist. Sicherlich ein Stück weit auch ganz schön dämlich von mir. Aber so bin ich nun mal. Es fällt mir schwer, nicht zu arbeiten. Es gehört viel dazu, zu akzeptieren, dass ich aufgrund meiner Erkrankung immer wieder (längere) Zeiten habe, an denen ich eben nicht arbeitsfähig bin, auch wenn ich das in keiner Weise gut finde. So ist es aber. Ich weiß aber genau, dass ich dann immer sehr hart daran arbeite, zurückkehren zu können in den Alltag. Manchmal dauert es vergleichsweise weniger lang und manchmal eben auch extrem lange.
 
Trotz dieser regelmäßigen Fehlzeiten fühle ich mich durch solch eine Aussage extrem wertgeschätzt, wahrgenommen, in dem wie ich bin, wenn mich die Psyche nicht niederstreckt. Wahrgenommen mit meinem Engagement in meinem Job. Und echt mal, das tut ganz schön gut.

Montag, 12. Dezember 2011

Tage

Wenn da manchmal Tage wären, in denen die Schwere allüberlagernd nach unten drückt; Tage, denen nichts Sinnvolles abzugewinnen scheint; Tage, in denen das Lachen - wenn es denn welches gibt . niemals ein echtes ist; Tage die schattenvoll auf der Seele lasten; Tage an denen die Sinnfrage allgegenwärtig ist, dann wäre das Leben schwer. Aber eben nur manchmal . Weil da auch Tage wären, in denen es eben nicht so ist, wenn die schweren Tage nur manchmal da wären.
Manchmal, wenn das nur manchmal wäre, wäre es fast gut.
Nicht - an mir? - zu scheitern bleibt wohl meine Lebensaufgabe.

Ruhig ist es geworden, da ist wenig zu schreiben derzeit vom NebeLeben. Mehr ein dauerhaftes leben im NebeL als anders herum.
Vermutlich kommen  auch wieder bessere Tage.

Donnerstag, 3. November 2011

Osteopathie die zweite

Der zweite Osteopathietermin gestern brachte erneut mit sich, dass ich nahezu keine Kopfschmerzen mehr habe. Da ist ein dumpfes Gefühl an der Kopfschmerzstelle von "das könnten Kopfschmerzen werden", aber es kommen feinerweise gar  keine. Im Laufe des Tages gestern knackten eine Menge Stellen der Wirbelsäule, nichts schlimmes oder schmerzhaftes, aber auf alle Fälle gehäuft. Seit heute vormittag kam dann nach und nach stärker werdend Nackenschmerz oder vielleicht eher Muskelkater hinzu und zwar beidseitig den Hals hinunter. Links ist es allerdings stärker. Dummerweise lässt mich das den Kopf nur sehr eingeschränkt drehen, weil es eben ungemein weh tut. Ausserdem im Programm: Schwindel bei Bewegungen, Schwindel oder Flackern oder Flirren beim auf den Bildschirm gucken. Also wird nur getippt und nicht geguckt :). Alles in allem trifft sich das besonders gut mit dem Ende meines Urlaubs und morgigen Arbeitsstartes. Ganz grossartig getimed würde ich mal dazu sagen.
Nun werd ich mich in die Wanne legen und danach vielleicht auch einfach mal vor 01:00 h schlafen gehen... Obs funktioniert?

Dienstag, 1. November 2011

Kopfschmerz

Ich hab Kopfschmerzen. Was ansich nichts Ungewöhnliches ist - denn eigentlich habe ich das sehr oft und in den letzten 2 Jahren würde ich behaupten, dass sie mindestens alle 2 Tage bis täglich auftraten. Seit ich vor 2 Wochen jedoch einen Osteopathie Termin hatte, war 1 1/2 Wochen absolut - nix. Höchst verwunderlich aber sehr, sehr entspannend. Dauerkopfschmerz ist nicht so das, was sich besonders gut macht. Demgegenüber waren die 1 1/2 Wochen so ganz ohne ziemlich grossartig. In derselben Praxis läuft nebenher auch Physiotherapie. Und just seit der Behandlung letzten Freitag waren sie wieder da. Irgendwie kontraproduktiv.
Nachdem ich dann morgen ab 07.30 Uhr beide Kinder verteilen kann - die eine besucht den alten Kindergarten, die andere die Grosseltern - darf ich mich dann durch das Berufsverkehrchaos zur Osteopathiepraxis schlagen. Eigentlich habe ich ja Urlaub... dachte ich...Und dieses ganze Durcheinander wann ich welches Kind wohin verteilen kann fordert zum einen Organisationstalent (was ich nicht unbedingt besitze) und zum anderen irgendwie viele Nerven. Aber wenn ich danach wohlmöglich wieder Kopfschmerzfrei bin lohnt sich das Ganze wenigstens.

Dienstag, 14. September 2010

Hinter uns

Die Kindelein OP ist gut hinter uns gebracht - Kind, Mutter und Vater sind wohlauf. Sicherlich, das war nur eine Kleinigkeit - nichts akutes, lebensbedrohliches oder im Alltag verbleibendes. Dennoch - es ist ein Angang, ein Kind abzugeben in fremde Hände. Sich zu verabschieden und nicht mehr bei ihm sein zu können - selbst wenn es dem Kindelein selber dank ein wenig Vorab Medikation gar nichts auszumachen schien. Es macht klopfende Herzen und grosse Steine im Bauch.
Ich war von jeher schon ein Mensch, der sich sorgt, zeitweilig zu sehr sorgt um all die, die mir lieb sind. Sorge hat mir schon mehrmals körperliche Schmerzen bereitet. Jedoch die Sorge um das so geliebte Kind schmerzt anders. Viel intensiver und tiefer. Ich fürchte, dass noch so manche Situation mir genau solche Schmerzen bereiten wird - aber ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass sie niemals einen anderen Ausgang nehmen wird als dieses Mal - wo ich das Kind wohlbehalten wieder in die Arme schliessen konnte.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Zurück

Der Gatte kam am Donnerstag zurück nach Hause. Soweit ist alles gut, auch wenn nun jährliche Kontrolluntersuchungen anstehen, die weitere kleine Eingriffe nach sich ziehen könnten. Die aber erst mal nicht weiter schlimm sind sondern eher Prophylaxe, damit sich nichts bösartiges entwickelt.
Es gibt deutlich schlimmeres, aber in dem Moment ist schön wahrlich anders.

Nicht viel genutzt.

Die hier hat leider nicht viel genutzt, und mein Wunsch, dass der Zahn nun bitte Jahrzwanzigste halten möge, verpufft nach rund 1 1/2 Jahren. Morgen kommt er raus. Immer wieder - mit Ausnahme in der Schwangerschaft - hatten sich kleine Fisteln unter der Naht gebildet. Eigentlich eine immer wieder aufkeimende Entzündung. Glücklicherweise war der Zahn noch nicht so versorgt, wie es ursprünglich gedacht war: als ein Brückenpfeiler für den davor bereits schon fehlenden Backenzahn. So werfe ich wenigstens nicht noch mehr Geld zum Fenster heraus. Was mir aber blüht, sobald die Stelle verheilt ist. Passieren muss dann etwas, da ich links unten dann keinen grossen Backenzahn mehr besitze. Ich hab aber einfach mal die Hoffnung, dass das Geld gut angelegt sein wird und diese Lösung - welche auch immer - dann Jahrzwanzigste überstehen wird.
Sonst kau ich halt nur noch auf der rechten Seite. Oder so.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Routinekontrollen?

Routinekontrollen, die zu einem Eingriff werden und die dreimal so lange dauern wie die eigentliche geplante Routinekontrolle und genau da enden, wo sie vor 6 Monaten begonnen haben - nämlich im stationären KKH Aufenthalt - sind nicht witzig. Aber immerhin waren sie nicht ganz so schlimm wie mein Kopfkino.
Glücklicherweise steht diesmal kein wichtiges Ereignis bevor, wie im Sommer die Geburt vom Fröschlein. Von daher sind wir entspannter. Allerdings gibt uns die Notwendigkeit des Eingriffes ansich arg zu denken.
Besser macht es der mangelnde Informationsfluss und die immer wieder abweichende Behandlung im selben KKH, gar auf derselben Station, auch nicht gerade. Verunsicherung und diffuse Ängste lassen grüssen.
Morgen dann eine erneute Kontrolluntersuchung dessen, was heute chirurgisch versorgt worden ist. Und dann darf der Gatte vielleicht wieder heim.
Und wir hoffen dann mal, dass es diesmal nicht wieder zu Nachblutungen kommen wird.

Freitag, 6. November 2009

Alle Jahre wieder

Jedesmal zu Beginn der kühleren Jahreszeit fängt es an: meine Hände werden rauh. Was niht weiter verwunderlich ist, beim ewigen Temperaturwechsel von drinnen nach draussen und wieder zurück sowie der Heizungsluft.
Aber jedes Jahr wieder weiss ich nicht recht, was ich tun soll. Denn normale Handcremes helfen mal ungefähr gar nicht. So gar kein wenig. Lediglich direkt nach dem Eincremen fühen sich die Hände einen Moment lang weich an, hinterlassen dann gerne 27 Fettflecken und sehen schlussendlich 10 Minten später wieder genauso aus: weissfurchig, rauh und oft genug auch rissig oder mit kleineren flächigen offenen Stellen. Und das, obwohl ich ansonsten keinerlei Hautprobleme habe.
Die Steigerung dann kommt wenn Grade um den Nullpunkt herrschen - da wird die Haut an beosndes strapazierten Stellen teilweise aufplatzen und das tut dann gemein weh. Dem iell ich dieses Jahr vorbeugen.
Hat irgendwer Tipps dazu?! Würde mich sehr freuen!

Montag, 10. August 2009

U3

Heute gabs die U3 mit folgenden "Daten"

5390 g
58 cm
38.5 KU

Leicht verstopfte Nase, Abhören deutete auf etwas Husten hin (nie welchen gehört), Hinweise auf Vitamin D Mangel.
Also nun Muttermilch ins Näschen, eine Weile etwas mehr Vit D substituieren (bisschen mehr an die Luft/Sonne könnte auch nicht verkehrt sein vermute ich) und dann mal weitersehen.
Aber insgesamt ist alles gut.
Aber so ein klein wenig sorg ich mich ja doch, wenn ich höre, da ist irgendwas nicht so ganz wies sein soll. Mutterdasein eben ;-)

Eingetragen wurde ins Vorsorgeheft allerdings 4390 g. Und ich wundere mich, warum das Kind auf der Kurve so arg leicht ist.... kein Wunder bei einem unterschlagegen Kilo ;-)