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Montag, 10. Juli 2017

Durcheinander

Der Alltag hier ist derzeit ein Durcheinander des steten Alltages - Arbeiten für HerrnNebeL und mich, Schulalltag und Freizeitaktivitäten der Kinder - beides mit allem Drum und Dran - gekoppelt mit der zunehmenden Hilfe- und Pflegebedürftigkeit meiner Eltern. In den letzten Wochen ging es in jeder freien Minute um die Feststellung des Bedarfes an Hilfe, Beantragung von Pflegegrad, Gespräche mit ambulanter Palliativpflege, Gesprächen mit Ärzten, den Eltern, dem Vater, der Mutter. Und efertig sind wir damit noch nicht... Es ging und geht um Ideenfindung, wie wir was organisieren müssen, wie wir wem von beiden helfen müssen. Wo wir Hilfe brauchen. Und wo wir Hilfen bekommen. Ein bürokratischer Aufwand sondergleichen. Zudem ist das Führen von Gesprächen mit Ärzten oder anderen Personen recht schwierig, wenn man selber im  Beruf steht und noch nach den Kindern schauen muss. Abends ist selten noch ein Verantwortlicher zugegen - selbstredend nicht. Irgendwann letzte Woche schrieb ich einfach einen Zettel mit der Anregung verschiedenster durchaus gravierende Dinge - die mein Vater nicht mehr besprechen konnte und meine Mutter leider weder verstand und zudem vergaß. Es ging um Schluckstörungen, um Morphine und parenterale Ernährung. Ich legte diesen also ins Krankenzimmer, erklärte mich dem Vater nochmals, dessen Wünsche dahingehend mir bekannt sind und nahm ihm das Versprechen ab, den Zettel einem verantwortlichen Arzt in die Hände zu drücken. Was er auch tat. Glücklicherweise kam kaum später meine Schwester dorthin und konnte nochmals das Ganze auch persönlich erklären. Und siehe da, endlich wurden Morphine angesetzt und bei Notwendigkeit der Wunsch der unterstützenden Ernährung aufgegriffen. Eine durchaus unkonventionelle Art der Arzt-Angehörigen Kommunikation, aber nun, einfach ist es eben einfach nicht. Und mir, uns war es wichtig, endlich eine weitestgehende Schmerzfreiheit zu erreichen. Kein totkranker Mensch sollte auch noch Schmerzen haben müssen, wenn dies eben abgewendet werden kann... Neben all der ganzen Organisation noch Tochter sein, begleiten, allen gerecht werden. Und neben der Krebsgeschichte noch die Demenz der Mutter tragen, Diagnostik anleiern - was das eine ist und auf den Weg gebracht - auch das Tragen des Alltags mit einem Menschen, der viele klare Momente hat, aber leider zunehmende Lückenmomente. Momente, die das tägliche Kontrollieren notwendig machen an vielen Stellen. Die Umrüstungen im Haus notwendig machen, um vorzusorgen. Vor allem aber - das Aushalten. 
Es ist schwer, auszuhalten, wie der Vater abbaut. Zu sehen, wie er Schmerzen hat, wie er sich verschluckt, wie er nichts mehr isst. Wie er kaum trinkt und eintrübt. Wie er völlig schläfrig weit, weit fort ist bei einem neuerlichen Infekt bei Leukopenie. Wie er immer mehr abwesende Momente hat. Wie er sich selber wundert, dass ihm einzelne Tage - Tage an denen es ihm schlecht geht - einfach verliert, obwohl er eigentlich kognitiv noch recht gut dabei ist. Langsam, aber dabei. Wie er nicht mehr gehen kann. Oder schreiben. Wie sehr es ihm weh tut, das nicht mehr zu schaffen. Wie er Hilfe braucht beim Aufstehen und Umsetzen. Auch, wie er überrascht ist, dass ich genau das kann - mein Arbeits-Ich ist der Familie ja fremd.
Schwer ist das, und weh tut es auch.
Aber viel schwerer auszuhalten sind die Gedankensprünge der Mutter. Das so sehr verlustig gegangene Kurzzeitgedächtnis. Das tagtägliche, stündliche, ja ewige Suchen von Irgendetwas.  Die kaputten Schallplattengespräche. Das Miterleben, wie sehr gewohnte, jahrelang gewohnte Tätigkeiten sich durchmischen, strukturlos werden und ihre Form verlieren. Das Umschlagen der Stimmung. Das Nicht-mehr Verstehen von Zusammenhängen und das gleichzeitige Durcheinanderbringen dessen, was sie verstanden hat. Fehlende zeitliche Orientierung. Störungen im Sprachverständnis. 
Das alles macht mir noch viel, viel mehr Mühe. 
Ich bin zudem aufgrund der räumlichen Nähe immer mittendrin. Da sind kaum noch Pausen für mich selber, keine Ruhe, keinerlei Abstand. Es zehrt, wenn auch das "da -sein" für beide selbstverständlich ist. Es ist schwer, geduldig zu bleiben, wenn auch bestimmt, aber eben geduldig mit ihr. Vor allem: es gibt keine Rast, nichts zum Auftanken. Alles, was es gibt, ist das Wissen, dass erstmal alles nur noch schlimmer werden wird, bevor das Ende kommt.

Mittwoch, 5. April 2017

Vom Vergessen

Es kam schleichend, das Vergessen. Gespräche wurden mehrmals geführt. Gehörtes vergessen. Aber nun, sie wird älter, dachte ich. Die Brille war hier und da. Aber - war meine das nicht auch allzu oft schon? Fragte ich doch so häufig früher (bevor ich die geliebte, obergemütliche superverglaste Brille hatte) HerrnNebeL, wo denn meine Brille sei. Ganz normal vielleicht?!
Dann kamen die Zettel. Mal hier und mal da. Der Kalender nahm an Wichtigkeit zu. Die Zettel auch. Manchmal auch mehrere Zettel zu ein und demselben Thema. Und - wundersamerweise verschwanden auch die Zettel. Und weiterhin die Brillen. Gezogene Parkscheine verschwanden auch - und sie musste mehr als mehrmals den Tagessatz an Parkgebühr zahlen. Aber ich doch auch schon mal. Das kann ja mal passieren. Oder? 
Irgendwann war das Schönreden nicht mehr möglich. Und ganz eigentlich wussten wir schon lange, dass es ein Schönreden war. Heute vergisst sie, das Licht zu löschen. Überall. Vergisst, die Garage zu schließen. Vergißt Termine, trotz Kalender. Trotz Zetteln. Nicht immer. Aber immer wieder. Gespräche werden zur kaputten Schallplatte. Mal mehr, mal weniger. Wenn sie ein Kindelein einsammeln soll, kann ich mich nicht mehr darauf verlassen. Ich rufe sie vorher an, bitte sie, noch dies und das mitzunehmen, wenn sie das Kind irgendwo abholt, kurz bevor sie fahren muss. 
Geschenke, die sie verstaut, bevor der Anlass des Schenkens da ist, sind oftmals verschollen. 
Die Zusammenstellung der Wäsche hat sich verändert. Kaum mehr Ordnung, ein ziemliches Durcheinander. Sie wäscht seit jeher viel, auch für uns. Jeder Widerstand war zwecklos. Heute aber verursacht das phasenweise mehr Chaos als alles andere. Manchmal wäscht sie ohne Waschmittel. Manchmal vergisst sie, die Wäsche einzuschalten. Und faltet später die "frische", jedoch die de facto ungewaschene Wäsche wieder zusammen. Manchmal ist aber auch alles gut. 
Ein großer Teil ihrer Tage besteht manchmal aus Suchen. Und wenn ein Ding aufgetaucht ist, so sucht sie das nächste.
Manchmal weiss sie selber, dass sie vergisst. Aber auch sie redet es sich schön. Bagatellisiert. Verdenken kann ich es ihr nicht. In solchen Momenten bin ich ehrlich, aber nicht schonungslos. In den meisten anderen Momenten ist alles, wie es ist. Ich konfrontiere nicht. Ich diskutiere nicht, ich gehe mit ihr, trage ein Stück Alltag in unserem Zusammenleben. Lösche die Lichter, kontrolliere manche Stelle, wasche und falte erneut, nehme Geschenke an mich und verstaue für sie. 
Noch ist sie nicht allein, noch hat ihr Alltag Struktur, noch ist ihr Mann nahezu immer da. Aber das wird sich ändern. Vielleicht ganz bald, vielleicht ein wenig später. Ich fürchte mich sowieso vor dieser Zeit. 
Aber die Zeit danach fürchte ich wohl erst recht - in der Annahme, dass das Vergessen dann noch mehr Vergessen sein wird, als es heute bereits ist.

Freitag, 13. Januar 2017

Von der FrauNebeL Geduld

Geduld ist son zweischneidiges Ding. Oder vielleicht differieren mein Berufs-Ich und mein Alltags-Ich einfach zu sehr. Wobei der Beruf, den ich ja nun doch tagein, tagaus ausübe (ausser am freien Donenrstag eben) (und ausser an den Wochenendstagen natürlich), durchaus zu meinem Alltag gehört und dort demnach auch mein Alltags-Ich auf der Matte stehen müsste. Aber irgendwie ist dem nicht so. Zumindest was die Geduld angeht. Eigentlich nämlich bin ich nicht so geduldig. Meistens. Vielleicht bin ich sogar ungeduldig. Ich bin definitiv nicht geduldig genug, Nähkram mit Schnickeldi zu versehen, weil das viel zu lange dauert. Ich nehm lieber ein nettes Stöffchen, schneide zu, nähe zusammen, fertig. Möglichst "schnell schnell". Entspannt mich allerdings trotzdem. Wenn das Buch zu spannend ist, lese ich schneller vor Ungeduld. Wenn es zu langweilig ist, überfliege ich die Seiten, bis es endlich wieder spannend wird. Wenn die Kindelein streiten, zanken, zicken, nölen, Türen knallen bin ich höchst ungeduldig. Ich gehe öfter mal an die Decke, bevor ich auch überhaupt nur ansatzweise ans Beherrschen, bis 10 zählen oder andere Strategien nur denken kann. Die Grenze ist meist sehr schnell erreicht. Was nicht unbedingt heisst, dass ich jedes Mal schwer ausflippe, aber ich bin nicht geduldig. Ein Charakterzug könnte man meinen?
Nun, bei der Arbeit ist das anders. Ich bin voller Geduld und meistens gelassen. Ich kann innerhalb von 5 Minuten auch gern 10 mal den haargenau gleichen Sachverhalt mit einem Patienten besprechen, der Gedächtnisdefizite hat. Weil ich genau weiß, derjenige fragt mich das jetzt, weil es gerade wichtig ist. Und er sich nicht mehr erinnern kann an die 9 Male zuvor. Ich kann zum xten Male voller Geduld mit meinem Patienten, der Schwierigkeiten mit der Orientierung und dem Visus hat, den Aufzug blockieren, bis er es schafft, den richtigen Knopf zu finden und zu drücken. Ich bin voller Geduld, wenn ich mit vielen Patienten Übungen mache, damit sie ihre Worte wiederfinden. Ich höre geduldig zu und suche gemeinsam Wege der Verständigung, wenn ich eben nicht verstehe, was mein Gegenüber mit Sprachstörung mir gerade sagen will und ich ungern eine Kommunikation erfolglos für jemanden abbreche - auch wenn das leider dennoch manchmal vorkommt. Ich übe geduldig wieder und wieder dieselben Bewegungsmuster, Laute und Lautverbindungen mit demselben und vielen verschiedenen Patienten. Und manche andere Dinge dieser Art. Ich bin also durchaus geduldig. Oft sogar sehr geduldig. Aber eben häufig nicht ausserhalb der Arbeitsstelle... So unterscheiden sie sich wirklich, die FrauNebeL, die zur Arbeit geht und die, die zurück kommt. Vielleicht ist ja aber die zu tragende Arbeitskleidung magisch geduldsverstärkend. Aber den Alltag in weißer Hose und blauem PoloShirt zu bestreiten ist dann auch nicht der Weg der Wahl. Am besten sollte ich diese Arbeitsfähigkeit in meinem Hinterkopf behalten um dann hier daheim ein wenig durchzuatmen und auf ebendiese Fähigkeit auch im Alltag zu vertrauen. So ganz manchmal täte uns allen das durchaus ganz gut (allerdings würde das Nähen mit Schnickeldi dennoch nicht klappen fürchte ich. Aber was solls, es entspannt mich auch im Schnellnähmodus und ne Menge Stoffe haben eh kein Schnickeldi nötig:-))

Montag, 9. Januar 2017

Der Alltag oder auch nicht und der Murphy

Montagmorgen - Ferienende. Nachdem ich nun 2 Wochen als allereinzige der Familie überhaupt vor Tagesanbruch aufgestanden bin, dürfen ab jetzt wieder alle in der Dunkelheit aufstehen. Wobei ich zugegebenermaßen sagen muss: ich bin hier nicht die erste, die aufsteht. Nicht mal die zweite. Im Alltag bin ich hier die, die als letztes aufsteht. Eine Weile lang hab ich mir wirklich den Kopf und das Herz zerbrochen wie schrecklich undiszipliniert ich bin, ich mich nur zusammenreißen muss und ach, das geht doch nicht, NACH den Kindern aufzustehen. Ich Rabenmutter. Inzwischen sehe ich das ein wenig entspannter. Denn: warum denn nicht? Ich hasse Aufstehen. Es macht mir seit vielen Jahren große Mühe. Früher war das anders, warum auch immer. Da hab ich mir im Studium die Frühschichten in verschiedenen Fabriken um die Ohren geschlagen, bin um sechs Uhr irgendwo auf der Matte gestanden und oft hat der Wecker geklingelt, als da eine 4 vorne stand. Heute ist alles, wo eine 6 vorne steht schon schwer erträglich. Und natürlich steht die im Alltag immer vorne. Der erste Wecker im Haus klingelt um 05:40... Absolut indiskutabel. Und das darf es auch sein. Jahrelang bin ich nachts zu den Kindern getapert. Habe (jahre)lang das kleine Kindelein im 1,5 - 2 Stundentakt gestillt. Bin natürlich in aller Herrgottsfrühe raus, weil die klitzekleinen Kindelein eben ausgeschlafen waren. Und heute sind sie groß. Ich muss keinem mehr beim WaschenAnziehenHaarebürsten helfen. Ich muss keinem Kindelein mehr Brote schmieren. Das machen die nämlich selber - am Abend zuvor. Und ich bin nicht alleine, da ist auch noch HerrNebeL. Er braucht am Morgen lange im Bad - ich nicht. Also kommt das kleine Kindelein am Morgen zu Kuscheln vorbei und steht dann meistens mit HerrnNebeL auf. Mittendrin ist die Große wach und fertig. Und wenn ich gut bin, sitzen wir alle gemeinsam am Frühstückstisch für ein Müsli (frühstücken mit einer 6 auf der Uhr geht auch gar nicht). Das kleine Kindelein wird im Wechsel von mir und dem Gatten zur Schule gefahren (die, die fussläufig ist, die wollten wir nicht. Aus Gründen). Das große Kindelein verlässt um sieben das Haus für den Bus. Irgendwann zwischen 07:45 und 08:15 bin ich dann bei der Arbeit. So wie heute, der Alltag hat uns wieder.

Heute durfte ich allerdings früher als geplant wieder gehen - und das war schon nett, bereits um 12:30 Feierabend zu machen. Es stand die augenärztliche Kindersprechstunde auf dem Progamm. Routinemäßiges Tropfen, tapferes kleineres Kindelein und im Ergebnis etwas schlechtere Dioptrinwerte. Brillenverordnung erfolgt aber erst bei der Nachkontrolle durch die Orthoptistin beim nächsten Termin. Mitten in der Lektüre der ELTERN family  - herrliche Kurzweil bei solchen Terminen - musste ich beim Aufruf eines Kindes jedoch ein wenig aufhorchen: "Als nächstes der Murphy bitte"....
Kaum aufgerufen trafen wir noch meine Kindheitssportfreundin, mit der ich noch heute zum Sport gehe und ihren Sohn. Kindersprechstunde mit Augentropfgarantie halt. So klein ist die Stadt hier allerdings nicht und ein paar Augenärzte hat es schon. Allerdings wenige mit Orthoptisten. So kann man da schon mal den Ein oder Anderen treffen.
Kurzerhand besuchte uns anschließend der Sohn der Sportfreundin und die beiden augengetropften Leidensgenossen spielten im abgedunkelten Zimmer vor sich hin mit Lichterkettchenschnickeldi. Am Ende gemeinsames Abendessen mit frischgebackenem Brot, Familie, Freundin und Sohn inklusive.

Den weiteren Alltag habe ich mir anschließend allerdings geschenkt. Training von 21:15 bis 22:30. Plus vorheriges Warmlaufen. Auch wenn die Kindheitssportfreundin, mit der ich ja immer noch Sport mache, echt alles versucht hat, mich umzustimmen. Das ist nämlich so: wir spielen in einer Mannschaft, den Sport, der mir als nahezu einziger überhaupt jemals wirklich Spaß gemacht hat. Ich habe lange pausiert, aber als ich vor einigen Jahren wieder anfing, trainierte uns der beste Trainer, der mich je trainiert hat. Es war hart. Hat aber auch Spaß gemacht. Und ich hab noch einiges gelernt. Und war etwa 10 mal fitter als in der Sportpause. Wir stiegen auf in die Regionalliga. Und dann nahm das Leid so langsam seinen Anfang. Kolleginnen hörten auf. Jüngere, Unerfahrenere kamen hinzu. Oder auch nicht - es zog Unzuverlässlichkeit ein. Mehr und mehr. Die Trainingsbeteiligung minimierte sich. Der Trainer war nicht sehr amused, ebenso wie die übrig gebliebenen eigentlich immer anwesenden Spielerinnen. Der Spielbetrieb auf dem Feld - es gibt eine Hallen- und eine Feldsaison - musste mangels Damen eingestellt werden und wir spielten nur in der Halle. Und waren natürlich zu Beginn der Saison deutlich weniger im Training, als wir es gewesen wären, wenn es auf dem Feld eine spielende Mannschaft gegeben hätte. Wir spielten in dieser Hallensaison viele Spiele nicht mal schlecht. Aber - wir stiegen ab. Der Trainer hörte auf, aus vielerlei Gründen, nicht nur aufgrund der Situation in der Damenmannschaft. Manch eine spielte daraufhin ein Weilchen für den Verein der kleinen Nachbarstadt. Und zum Herbst fanden sich einige Damen wieder zusammen, um die Oberligasaison zu  bestreiten, in die wir abgestiegen waren. Ohne Trainer zunächst. Dann mit einer Kooperation mit dem kleinen Nachbarstädtchen inklusive Trainer. Ein netter Kerl, aber sportlich nicht vergleichbar. Und nun - macht es keinen Spaß. Zum Training kommen wenige. Wegen Arbeit. Urlaub. Verletzung. Krankheit. Fehlender Motivation. Wasweissich. Und es macht noch viel weniger Spaß. Und - jeder wird es ahnen - wir verlieren. Das macht auch nicht sonderlich viel Spaß. Und ich musste mir eingestehen, dass ich einfach den Absprung verpasst habe. Aufhören wollte ich bereits, aber ach, das Pflichtgefühl, das Zureden der Kameradinnen, das Fehlen einer sportlichen Alternative für mich führten zu einer Zusage für diese Saison. Und ich bereue es zutiefst. Ich werde die Saison in der Halle zu Ende bringen, keine Frage. Aber ich habe beschlossen, meinem Gefühl nachzugeben was das Training angeht. Wenn ich Lust habe wird trainiert. Sonst nicht. Wäre früher nie in die Tüte gekommen. Wenn ich einen Mannschaftssport gemacht habe, war ich immer da wo es irgend ging. Pflichtprogramm, egal ob ich Lust hatte oder nicht. Ich bin es leid. Und mach jetzt einfach das, was ich will. Und heute wollte ich hier bleiben, die Kinder in Ruhe ins Bett bringen - das wird je älter die werden ja auch immer später - Tee trinken, Musik hören und mich ein wenig im www herumtreiben. Und wenn ich zum Sport gegangen wäre, stünde ich jetzt noch nicht mal unter der Dusche. Stattdessen kann ich mich nun schon ganz entspannt mit dem Kindle ins Bett legen. Gute Entscheidung. Auch wenn die Kindheitssportfreundin mich so gern mitgenommen hätte (in Wahrheit wollte die nämlich auch nicht - sie ist allerdings der Hallenschlüsselträger. Und muss nach dem Training die Halle abschließen. Und ja, eigentlich machen wir das seit Jahren zusammen. Aber ich glaub, ich bin jetzt wirklich mal fertig. Wenn ichs mir recht überlege, ist es schon eine ganze Weile grenzwertig, mit Gegnern auf dem Feld zu stehen, von denen etwa 80% meine Kinder sein könnten.)

Alltagsstart im Hause NebeL. Eben mehr oder weniger. Und nächstens an dieser Stelle dann Überlegungen zur Verteibung der nun freiwerdenen Zeit. Aber erst mal muss ich die letzten Wochen noch ohne Verletzung überstehen. Murphys law. Sie verstehen?!