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Freitag, 13. Januar 2017

Von der FrauNebeL Geduld

Geduld ist son zweischneidiges Ding. Oder vielleicht differieren mein Berufs-Ich und mein Alltags-Ich einfach zu sehr. Wobei der Beruf, den ich ja nun doch tagein, tagaus ausübe (ausser am freien Donenrstag eben) (und ausser an den Wochenendstagen natürlich), durchaus zu meinem Alltag gehört und dort demnach auch mein Alltags-Ich auf der Matte stehen müsste. Aber irgendwie ist dem nicht so. Zumindest was die Geduld angeht. Eigentlich nämlich bin ich nicht so geduldig. Meistens. Vielleicht bin ich sogar ungeduldig. Ich bin definitiv nicht geduldig genug, Nähkram mit Schnickeldi zu versehen, weil das viel zu lange dauert. Ich nehm lieber ein nettes Stöffchen, schneide zu, nähe zusammen, fertig. Möglichst "schnell schnell". Entspannt mich allerdings trotzdem. Wenn das Buch zu spannend ist, lese ich schneller vor Ungeduld. Wenn es zu langweilig ist, überfliege ich die Seiten, bis es endlich wieder spannend wird. Wenn die Kindelein streiten, zanken, zicken, nölen, Türen knallen bin ich höchst ungeduldig. Ich gehe öfter mal an die Decke, bevor ich auch überhaupt nur ansatzweise ans Beherrschen, bis 10 zählen oder andere Strategien nur denken kann. Die Grenze ist meist sehr schnell erreicht. Was nicht unbedingt heisst, dass ich jedes Mal schwer ausflippe, aber ich bin nicht geduldig. Ein Charakterzug könnte man meinen?
Nun, bei der Arbeit ist das anders. Ich bin voller Geduld und meistens gelassen. Ich kann innerhalb von 5 Minuten auch gern 10 mal den haargenau gleichen Sachverhalt mit einem Patienten besprechen, der Gedächtnisdefizite hat. Weil ich genau weiß, derjenige fragt mich das jetzt, weil es gerade wichtig ist. Und er sich nicht mehr erinnern kann an die 9 Male zuvor. Ich kann zum xten Male voller Geduld mit meinem Patienten, der Schwierigkeiten mit der Orientierung und dem Visus hat, den Aufzug blockieren, bis er es schafft, den richtigen Knopf zu finden und zu drücken. Ich bin voller Geduld, wenn ich mit vielen Patienten Übungen mache, damit sie ihre Worte wiederfinden. Ich höre geduldig zu und suche gemeinsam Wege der Verständigung, wenn ich eben nicht verstehe, was mein Gegenüber mit Sprachstörung mir gerade sagen will und ich ungern eine Kommunikation erfolglos für jemanden abbreche - auch wenn das leider dennoch manchmal vorkommt. Ich übe geduldig wieder und wieder dieselben Bewegungsmuster, Laute und Lautverbindungen mit demselben und vielen verschiedenen Patienten. Und manche andere Dinge dieser Art. Ich bin also durchaus geduldig. Oft sogar sehr geduldig. Aber eben häufig nicht ausserhalb der Arbeitsstelle... So unterscheiden sie sich wirklich, die FrauNebeL, die zur Arbeit geht und die, die zurück kommt. Vielleicht ist ja aber die zu tragende Arbeitskleidung magisch geduldsverstärkend. Aber den Alltag in weißer Hose und blauem PoloShirt zu bestreiten ist dann auch nicht der Weg der Wahl. Am besten sollte ich diese Arbeitsfähigkeit in meinem Hinterkopf behalten um dann hier daheim ein wenig durchzuatmen und auf ebendiese Fähigkeit auch im Alltag zu vertrauen. So ganz manchmal täte uns allen das durchaus ganz gut (allerdings würde das Nähen mit Schnickeldi dennoch nicht klappen fürchte ich. Aber was solls, es entspannt mich auch im Schnellnähmodus und ne Menge Stoffe haben eh kein Schnickeldi nötig:-))

Samstag, 20. Februar 2010

So Zweifelei

Es ist schwer in Worte zu fassen derzeit mein Zweifeln. Es hängt im Herzchen, fest verankert. Aber was es genau ist, kann ich nicht wirklich greifen.
Das grosse Kindelein ist es. Sie zehrt. Oder besser ihr Tun zerrt an meinen Nerven und zehrt sie auf. Regeln übertreten. Voller Energie, immer wieder und wieder. Wissentlich, bei Erinnerung erst recht und so manches Mal mit einem kleinen aber sehr sichtbaren Lächeln.
Im Sprachgebrauch nutzt sie plötzlich falsche Vergangenheitsformen, längstens bekannte und sicher gebrauchte unregelmässige Verben werden wieder übergeneralisiert als "regelmässige" genutzt.
Babysprache ist auch immer mal wieder gern gebräuchlich.
Was sie vor allem viel tut ist jammern, jammern und zetern. Bei kleinsten Kleinigkeiten.
Und ich, ich stehe so oft da und verzweifle. An mir, an ihr, an uns gemeinsam. Ich komme nicht ran und fühle mich so weit von ihr entfernt. Oft kann ich sie nicht erreichen. Noch öfter bin ich hilflos und fühle mich wie ein begossener Pudel.
Ich weiss nicht was los ist, ich weiss nicht was ich tun soll, weiss nicht, wie ich ihr helfen kann und vor allem wobei.
Ich bin ihr gegenüber wohl oft unausgeglichen, sehr oft meckernd an ihr. Und finde es selber schrecklich. Ich bin nicht gelassen. Und wäre es so gern.
Und ich zweifele an mir, an dem was ich tue, an meinem Umgehen mit Ihr, an meinem Mutter sein.

Mittwoch, 17. September 2008