Freitag, 5. Oktober 2018

WMDEDGT Oktober 2018

Frau Brüllen fragt wie jeden 5. eines Monats seit einigen Jahren "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?". Entstanden ist diese Idee von ihr nach einer ganzen Woche Tagebuchbloggen im Jahr 2013. Ich war damals bereits dabei und mache inzwischen wieder gerne mit. 

Nach ein paar Tagen ohne Arbeit verlasse ich heute das Haus wieder um kurz nach sieben. Glücklicherweise hatte ich mir vorgenommen, heute nicht an der um 07.15 Uhr beginnenden Morgenmeditation, die ein Kollege seit einigen Wochen an meinem Arbeitsplatz anbietet, teilzunehmen - denn um 06.45 erreicht mich die Nachricht, dass diese heute ausfiele. Ansonsten wäre ich wohl schon unterwegs gewesen. 
Ich komme dennoch recht früh im Büro an und stelle fest, dass es noch ganz schön dunkel ist im Gegensatz zur letzten Septemberwoche. Mir scheint, die Zeit ist gekommen, den farbwechselnden Plastiktannenbaum - der gar nicht wirklich nach Weihnachten aussieht und der vom Gruselwichteln vor einigen Jahren stammt - einzuschalten. Um kurz vor acht kommt die liebe Kollegin rein und freut sich gleich über den leuchtenden Kitschbaum.
Wir tauschen ein paar Neuigkeiten aus; anschließend verräume ich die Arbeitswäsche von insgesamt 6 Kolleginnen und bereite mich weiter auf meine Patienten vor.
Um halb neun koche ich mir einen Kaffee und gehe auf die Station, drucke Stationslisten und Tagespläne. Um viertel vor neun beginnt die Frühbesprechung mit Pflege, Arzt und den therapeutischen Kollegen. Hier schüttele ich innerlich wieder einmal den Kopf über respektlose Äußerungen, lasse es aber für heute gut sein, dies auch anzumerken. Ich bin es zu müde. Ab neun Uhr versorge ich 7 Patienten planmäßig und eine noch dazu, deren Mittagessen ich begleite. Ein wenig resigniert erkläre ich auf Nachfrage einer Kollegin aus der Pflege, warum ich bezüglich der Nahrungsaufnahme bei dieser Patientin so entscheide, wie ich eben entscheide. Es ist völlig okay, wenn Kollegen nachfragen, ermüdend aber ist, dass so unglaublich viele Mitarbeiter keinerlei Ahnung von Schluckstörungen und dem Umgang damit haben und zudem nicht richtig eingearbeitet werden, sodass sie die Abläufe nicht kennen und auch die Stellen nicht finden, an denen sie nachlesen müssen.  Fakt ist, dass wir Sprachtherapeuten eine Diagnostik machen und entscheiden, welche Kostform ein Patient zu sich nehmen darf, oder ob derjenige künstlich ernährt werden muss. Und es ist zehrend, wenn Kollegen auch nach Jahren Berufserfahrung in dem Bereich noch die entsprechende Kostform und angedickte Getränke mit Mißfallen kommentieren und es den Betroffenen noch schwerer machen, Uns Therapeuten hinterherrennen, dass Patient xyz aber lieber Brötchen möchte statt Breikost (das weiß ich. Das ist uns allen völlig bewußt. Die Kolleginnen aber scheinen zu glauben, dass unsere Entscheidungen nur dazu dienene, die Patienten zu ärgern)....
Es bleibt mir trotzdem noch Zeit für einen schnellen Kaffee mit 2 Kolleginnen in der Pause. Freitags ist es derzeit ruhig im Teamraum, was mir sehr entgegen kommt. Am Nachmittag habe ich noch drei Patienten in der Therapie, bevor ich dokumentiere und ein wenig aufräume. Kurz vor meinem Arbeitsende findet in meinem Büro - weil es das größte ist - eine Gruppe statt, die meine liebe Kollegin leitet. Heute ist diese Zeit angefüllt mit großer Situationskomik, und es fällt mir wirklich schwer, nicht lachend vom Stuhl zu kippen - ich dokumentiere zeitgleich weiter an meinem Rechner und bekomme so die erste Viertelstunde der Gruppe mit.
Völlig ungewöhnlich für einen durchschnittlichen Arbeitstag bin ich pünktlich zum Ende meiner Arbeitszeit umgezogen, mit allem fertig und gehe tatsächlich zeitig heim.
Es ist wunderschönes, sonniges Wetter, leider in der Sonne schon wieder viel zu warm für die morgendlich angezogene Kleidung. Egal. Auf dem Weg halte ich bei einer Drogerie und kaufe Adventskalender für die beiden Kinder - in diesem Jahr ist weniger Aufwand mehr und ich werde keine Säckchen befüllen. Zum ersten Mal seit vielen,vielen Jahren. Ein bißchen mit Wehmut, ein bißchen mit Erleichterung, dass nun schon alles besorgt ist und ein bißchen mit Freude über den Ressourcengewinn für mich.
Daheim treffe ich kurz HerrnNebeL, der auf dem Weg aufs Rad und in den Wald ist. Ich koche Kaffee und tippe ein wenig. Das große Kind ist mit der Freundin und Beinahe-Nachbarin zum Modern Dance Training gefahren. Ich fahre mit dem kleinen Mädchen irgendwann später los, hole erst das große Kind ab und anschließend eine Freundin vom kleineren Mädchen. Alle drei bringe ich um 18.15 Uhr zum Cheerleading - Training.

Von dort aus fahre ich an den Stadtrand, in den Friedwald, in dem mein Vater vor zwei Wochen bestattet wurde. Es ist eben so schönes Wetter wie an diesem Tag. Von der Lichtung mit dem Kreuz gehe ich ein Stück hinein in den Wald, zu "seinem" Baum, setze mich dort hin, lehne mich an seinen Stamm, sehe der Abendsonne beim  noch leisen Druchdringen des Waldes zu,  lausche dem Wind und höre und sehe hier und da die Bucheckern fallen.





Innehalten. Nicht begreifen. Durchatmen, um nicht von der Erschöpfung, die die Ereignisse der letzten Monate, Jahre, mit sich brachten, hinterrücks überrannt zu werden. Ich kann nicht lange bleiben, sodass es leichter fällt, im Jetzt und Hier zu verweilen.

Ich fahre heim, gehe noch kurz in die Wohnung, um mich dann zu Fuß auf den Weg zu machen ins Road Stop, etwa 1,5 km von zu Hause entfernt. Dort treffe ich einen Teil meiner alten Hockeykolleginnen, darunter 2 meiner engsten Freundinnen zum allmonatlichen Stammtisch. Vermutlich werde ich dort das ein oder andere Bierchen oder einen kleinen Cocktail trinken, ganz sicher auch einen Kaffee. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit komme ich vor Mitternacht heim, da ich morgen arbeiten muss. Vielleicht kämpfe ich die dortige Arena noch gelb und lasse ein starkes Pokemon da. Und wer ein GEschgenk von WildWildWest bekommt, das habe ich genau dort aufgesammelt :-).

Weitere Tagebuchbloggerei findet sich wie immer hier, bei FrauBrüllen.

Montag, 6. August 2018

WMDEDGT August 2018

Frau Brüllen fragt wie jeden 5. eines Monats seit einigen Jahren "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?". Entstanden ist diese Idee von ihr nach einer ganzen Woche Tagebuchbloggen. Ich war damals bereits dabei und mache inzwischen wieder gerne mit.

Ich wachte auf und war zunächst ein wenig verwirrt – es war bereits hell und ich liege im Urlaubsbett des kleineren großen Kindes. Gestern abend gegen 22 oder 23 Uhr habe ich mich zu ihr gelegt. Und bin dann offensichtlich fest eingeschlafen, denn ich wachte gefühlt in derselben Position auf, in der ich mich abgelegt hatte. Ich stand auf und bemerkte, dass es 5.45 Uhr war. Ich suchte kurz nach dem Lichtschalter in der Küche – HerrNebeL hatte das Licht angelassen, denn hier auf der Insel ist es ein paar Stunden stockfinster. Ein Licht in der Nacht im Haus hat sich bewährt bei wandernden Menschen in der Nacht. Um sechs legte ich mich noch eine Weile hin, schlief aber kaum mehr. Das kleine große Mädchen kam ein halbes Stündchen später zu mir ins Bett, die Sonne kitzelte an der Nase und mein Rücken begann, weh zu tun – das Bett ist doch deutlich weicher als daheim. Gegen acht standen das Mädchen und ich auf. Ich kochte Kaffee und setze mich auf die Terrasse. Gegen halb zehn kam das andere Kind. Irgendwann frühstückten wir das absolute Ferienfrühstück: dänischen Joghurt mit Cornflakes. In diesen ersten Stunden versuchte ich, irgendwie den Gedankenströmen Herr zu werden, die mich derzeit insgesamt von hinten überrennen. Da ist so unglaublich vieles in mir, dem ich bisher versucht habe wenig Raum zu geben, weil deren Durchdenken wenig ändern würde. Die hier herrschende Ruhe und fehlende Struktur öffnet Räume. Ich beschloss, mich erst mal treiben zu lassen, anstatt wieder in Aktivität zu fliehen. Irgendwann muss Ruhe rein, irgendwie muss ich sie wieder in mich lassen. HerrNebeL bemerkte schon mehrfach, dass er angesichts meines steten Aktionismusses und der grade fehlenden Fähigkeit, Ruhe zu „ertragen“, inzwischen Sorge hat, dass ich einfach zusammenklappe. Urlaubschallenge angenommen: Anfreunden mit Ruhe. Wenn nicht hier, wo dann?
HerrNebeL kam erst gegen den frühen Mittag aus dem Bett. Die Nacht vom 3. auf den 4. sind wir beide - ausser klitzekleinen Nickerchen auf dem Beifahrersitz – durchgefahren in den Norden, weil wir uns nicht vorstellen konnten, bei den Temperaturen 10-12 Stunden auf der Autobahn zu stehen. Dementsprechend waren wir recht kaputt.
Es dauerte ein Weichen, bis wir einig waren, wie der Tag ablaufen sollte. Letzlich einigten wir uns, zuerst an unseren absoluten Lieblingsort auf der Insel zu radeln – die Hafenmole an der Ostseite und den Schiffen beim Ein- und Auslaufen zuzusehen. All das mit einer Fischfrikadelle vom hiesigen Fischmann. Es liefen allerdings keine Boote aus und nur ein einziger Segler lief ein – und der hatte dank arger Windstärke ziemliche Probleme und wurde mächtig durchgeschüttelt. Trotz Sonne war der Wind ordentich kalt und nach einem halben Stündchen mussten wir den Standort wechseln: auf zum Spielplatz am Yachthafen. Der Unmut beim kleineren Kind war sehr groß, als das altbekannte Trampolin von weitem bereits nicht zu sehen war. Nach genauerem Hinschauen zeigte sich jedoch, dass es zwei neue gab, die in den Boden eingelassen waren. Die Mädels waren also beschäftigt, der Gatte streunte im Hafen und auf der Mole herum und ich streunte herum auf der Suche nach Pokestops. Gegegn halb sechs kauften wir schnell noch ein fürs Abendessen: Seelachs in Basilikumsahne mit Cousous und Blumenkohl. Der Rückweg wurde, dank wirklich aufgefrischtem Westwind seit der Hinfahrt ziemlich anstrengend. Aber weder das kleinere Kind, das mit HerrnNebeL vorgefahren war, noch das große schimpften, sondern kämpften sich tapfer zurück. Leider scheint das große Kind dermaßen gewachsen zu sein, dass der Fahrradrahmen etwas zu klein geworden zu sein scheint. Ich hoffe, dass wir da erst mal noch etwas gewinnen können mit einem längeren Lenkervorbau.  Ich glaube warlich, das Essen auf ihrer Girechenland Reise enthiel Wachstumshormaone oder so... We´ll see.
Daheim angekommen, fiel mir auf, dass ich meinen Kindle und meine Brille im Etui beim Købmand liegenlassen hatte, weil ich sie oben auf die Einkäufe legen wollte. Stattdessen lagen sie da noch an der Kasse herum... Also fuhr ich nochmals zurück, dank Wind und fortgeschrittener Stunde, mit dem Auto. Als ich alles eingesammelt hatte, wurden schnell noch zwei Arenen gelb gekämpft und dann ging es ab ins Ferienhaus zurück. Dort bemerkten wir dann, dass unser Asupuff scheinbar nicht nur ein Loch hat, wie wir seit der Hälfte des Weges hier hoch vermuteten, sondern, dass das Auspuffrohr vor dem Endtopf quasi abgerostet ist. Da wir aber eh den Besuch bei der Werkstatt für Montag geplant hatten, war das erst mal halb so schlimm.
Ich kochte das Abendessen – und stellte fest, dass der Fisch doch wohl zu viel für uns vier sein würde. So riefen wir spontan die Familienmitglieder an, die ein Kilometerchen entfernt wohnen, ob jemand mitessen möchte. Die liebe Schwägerin kam spontan vorbei geradelt und unterstütze uns tatkräftig. Zudem war es bei einem Gläschen Wein dazu nett und entspannt. Nach dem Essen radelten wir den Kilometer zum Strand, um den Sonnenuntergang zu schauen – allerdings verschwand die Sonne deutlich früher hinter einer Wolkenbank.
Zurück im Ferienhaus gabs einen Gin Absacker bei zwei Runden Rummicub. Gegen 23 Uhr waren zumindest wir Großen schon wieder völlig durch und erschöpft – zu wenig Schlaf zuvor und zuviel frische Luft... Noch vor der Tageswende lagen dann alle im Bett, dieses Mal aber jeder in seinem ;-)

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Montag, 2. Juli 2018

Im Juli...

  • wird das kleine Kindelein seine neue Klasse auf der hohen Schule kennenlernen
  •  feiern wir den 9. Geburtstag eben diesen Kindes
  •  verkaufen wir das letzte Kinderfahrrad im Hause, weil K2 nun auch ein 27,5 Zoll Mountainbike bekommt (auch K2 ist eher groß...)
  • veranstaltet die 8. Klasse vom großen Kind ein zwangloses Jahresabschlusstreffen auf dem Schulhof - Tradition seit der 5. Klasse
  • fahre ich zumindest zeitweilig auf ein Hockey-Spass-Turnier für inaktive Damen ab 30 (30!, ha!)
  •  feiern wir den Abschied von der jetzigen, altersgemischten Klasse des kleinen Kindes
  • bekommt HerrNebeL hoffentlich jobtechnisch positive Nachrichten
  •  wenn ja, werden wir Entscheidungen treffen müssen
  • wird die beste Freundin der kleineren Tochter nach Bayern ziehen
  •  nehmen die Kinder - vermutlich zum letzten Mal - an einer großen Tanzvorstellung der Tanz und Ballettschule teil (der neue Sport ist dann Cheerleading...) 
  • bekommen die Kinder Zeugnisse und dann 6 1/2 Wochen Ferien
  • jährt sich der Todestages des Vaters zum ersten Mal
  • wird das große Kind zum ersten mal in ihrem Leben fliegen. Und das ohne uns... (sie reist mit der Familie ihrer Freundin nach Kos) 
  • steht wahrscheinlich ein Notarbesuch an
  • werden wir das große Kind hoffentlich wohlbehalten, vollgetankt mit Sonne und tollen Erlebnissen wieder in Empfang nehmen
  • startet für uns Große ein ruhigerer Alltag - entspannteres Aufstehen, keine festen Termine, zu denen wir die Kinder bringen müssen
  • beginnen wir langsam mit den Vorbereitungen für den Jahresurlaub auf der Lieblingsinsel

.... scheint´s insgesamt recht entspannt zu werden, denn die Termine liegen alle bereits in der ersten Monatswoche. Das klingt ziemlich gut, da können wir uns schon mal auf den dringend nötigen Urlaub eingrooven. Auch wenn ich ein klein wenig in Sorge bin, da meine Schwester zeitgleich im Urlaub und die Mutter somit allein sein wird. Ich fürchte, das haben wir  ziemlich blöd (oder eben gar nicht) geplant - ist nun aber auch nicht mehr zu ändern.

Dienstag, 5. Juni 2018

WMDEDGT - Juni 2018

Frau Brüllen fragt wie jeden 5. eines Monats seit einigen Jahren "Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?". Enstanden ist diese Idee von ihr nach einer ganzen Woche Tagebuchbloggen. Ich war damals bereits dabei und mache inzwischen wieder gerne mit.

Das Aufstehen am Morgen ist mehr oder weniger alltäglich. Das kleine Kind liegt bei uns und hört weder Wecker, noch reagiert es auf drölfzig Weckversuche. HerrNebel steht auf, ebenso das große Kind und sie geben sich die Badezimmerklinke in die Hand. Weil das kleinere Kind tendenziell viel Zeit benötigt im Gegensatz zu mir, wecke ich weiter und weiter und weiter, um ihr den Vortritt im Bad zu lassen. Irgendwann ist es geschafft. Das große Kind verlässt derweil das Haus. Hier spielen sich kleinere Dramen ab, weil das kleinere Kind in großer Sorge ist, dass sie ab Sommer ihrem Gefühl nach tagtäglich den Bus zur hohen Schule verpassen wird (wird sie nicht, aber mir wird am Morgen wenig Glauben geschenkt...). Um viertel nach sieben verlassen auch wir verbliebenen Drei das Haus, HerrNebeL fährt zur Arbeit, ich das Kind zur Schule, die einige Kilometer entfernt ist. Von dort fahre ich weiter zur Klinik, in der ich arbeite und bin noch deutlich vor acht Uhr dort. Mein Kollege schneidet gerade vor meinem Fenster die Büsche (er ist der Gärtner...), und wir unterhalten uns über das momentan herrschende Durcheinander, in dem keiner das Gefühl hat, dass mit offenen Karten gespielt wird. Von oben gibt es nur einen Haufen subtile Statements, Gespräche und Handlungen, deren Sinn sich leider oft nicht erschließt. Inzwischen ist fast nur noch Thema, in wie weit der Einzelne sich instrumentalisieren lässt und wie damit umzugehen ist, um sich nicht aufzureiben. Schon recht frustirerend, wenn ich genauer drüber nachdenke. Anschließend checke ich meinenTagesplan, lese Befunde und Therapieverläufe und plane meinen Tag. Dann düse ich noch schnell in die Wäschevergabe und bestelle mir endlich neue Arbeitskleidung, weil die alten viel zu groß geworden sind. So werde ich in einigen Wochen wieder persönliche Shirts und Hosen haben, die im Rregalfach 613 herumliegen werden. Momentan muss ich mir immer Hosen und Shirts aus der "PoolWäsche" für Praktikanten herausfischen. Dummerweise sind die Hosen beispielsweise gern auch mal zu kurz - ich muss halt nehmen, was da ist, wenn ich etwas Neues brauche. Und Hosen mit langen Beinen scheinen immer sehr schnell in meiner Größe vergriffen.
Mit Kaffee sitze ich um viertel vor neun im Stationszimmer, es gibt eine Übergabe. Zwischen neun und zwölf Uhr dreißig behandele ich Patienten, nach der Pause ebenso bis gegen drei Uhr. Dann habe ich noch eine Weile Zeit zum dokumentieren.
Ich fahre zur Schule des kleineren Kindeleins und hole sie ab; das große Kind ist dienstags bereits vor uns zuhause, weil sie nur bis 15 Uhr Schule hat; normalerweise hat sie - außer freitags - bis knapp 16 Uhr Unterricht. 
Ich schmeiße die Kaffeemaschine an und fülle mir meinen Kaffeebecher für unterwegs, weil kaum später die älteste Hockeyfreundin vorbei kommt, um mich abzuholen. Das große Kind schließt sich an, das kleinere bleibt daheim. Sie hat um 17.30 Uhr in der Musikschule gegenüber Gitarrenunterricht, zu dem sie selbständig hingeht. Wir anderen fahren gemeinsam mit dem Sohn der ältesten Sportfreundin zum hiesigen Sport discounter. Im Juli steht ein "Seniorinnen" Turnier in der Nachbarstadt an, zu dem wir gemeldet sind. Bedingung: die Spieler müssen über 30 sein (dass dies bei  mir und der Freundin schon lange, sehr sehr lange der Fall ist, und die 3 auch schon recht lange vorüber ist, fürchte ich, wir müssten uns bald gar nach einem "Oldie" Turnier umsehen....). Für dieses testeten wir verschiedene Shirts, die als Trikots beflockt werden sollen. Das große Kind brauchte noch dies und das und wir verbrachten am Ende doch mehr Zeit dort als eigentlich geplant.
Dann  bin ich nur zehn Minuten daheim, um mich zum Sport umzuziehen und die Tasche zu packen. Ein Päckchen kam an, was ich schnell noch auspacke - ein "neues" Parfum. Ich mag Parfum an mir selten, und so nutze ich meines seit mindestens 15 Jahren. Bals ist es leer, sodass ich mir einfach dasselbe erneut kaufen wollte. Dies gestaltete sich schwierig, da es gar nicht mehr hergestellt wird. In den Tiefen des www war es natürlich trotzdem noch irgendwo zu bekommen. Nachdem ich die Flasche ausgepackt habe, beschließe ich, doch besser direkt auf das neue umzusteigen... Ich denke, es ist außerdem besser, es im Karton auzubewahren.... 

                                     Der Zahn der Zeit hat hier wohl arg dran genagt...


Nach dem Asupacken hole diesmal  ich die Sportfreundin ab und wir fahren zum CardioBoxen Kurs ins Fitness Studio. 45 Minuten Boxbewegungen im Takt zu Musik abwechselnd mit Ausdauerherumgehampel macht viel Spaß, auch wenns zwischenzeitlich ganz schön anstrengt. Wir treffen dort meine Schwester. WIr beide tauschen diverse zu erledigende Dinge im Eiltempo aus - darin sind wir zwischenzeitlich sehr geübt. Kurz Neuigkeiten und to-dos besprechen und verteilen. Die heutige Ausgabe drehte sich um Steuern, Notar, Termine, Geschenke, Bankgeschäfte und Finanzen. Ausnahmsweise waren die nervenden Erbstreitigkeiten (die leiblichen Kinder meines Vaters, die seit Jahren quasi kontaktlos waren, gegen meine Mutter. Mit wundersamen Fragen und Vorwürfen. Vor allem eben unglaublich nervtötend) dieses Mal kein Thema. Nach einer kurzen Pause besuchen wir noch den folgenden Kurs - Bauch, Rücken und Stabilisationsübungen.
Nach dem Sport bringe ich die Freundin heim. Wir quatschen noch ein wenig vor der Tür, bevor ich selber nach Hause fahre. Nach ihrem Tipp, was unsere derzeitige Fernsehstörung verursacht haben könnte, steige ich, wie neulich schon, aufs Dach und schraube die Anschlüsse der Satellitenschüssel ab. Leider sehen diese ganz hervorragend intakt aus, dennoch mache ich sie neu, entisoliere die Kabel und schraube sie erneut fest. Der erhoffte Effekt bleibt aus und das Fernsehen still. Uns stört das nicht so sehr, die Mutter unter uns leider schon. Schuld war möglicherweise der Sturm und Starkregen letzte Woche, der unsere Stadt ziemlich arg gebeutelt hat.
Früher ließ mein Vater sich das Herumsteigen auf dem Dach nicht nehmen; er selber hat die Anlage auch installiert - und besprüht. 

Der Gatte ist noch weniger schwindelfrei und höhenängstlicher als ich - also mach es es halt. Zuletzt siehts nun aber so aus, als wäre das Einbestellen eines Fachmannes die klügere und zielführendere Lösung. Der Nachbar wird auf mich aufmerksam, als er mit dem Blick seinem aus dem Dachfenster in meine Richtung kläffenden Hund folgt. Ich bin nicht sicher, was ich davon halte, als er sich kaputt lacht und nicht mal grüßt....Dabei er ist genau so alt wie ich. Zudem leben wir seit Kindertagen nebeneinander und haben durchaus ne Menge Scheißelkram gemacht. Außerdem ist er derjenige, der einfach ein Kabel von der Satelliten Schüssel wild übers Dach und den Balkon laufen hat, während wir unseres in Gemeinschaftsarbeit vor vielen Jahren fein durchs Dach und hinter den Wänden verlegt haben. Also hat er mal gar nicht zu lachen, find ich so.


                       Der Blick jedenfalls ist auch mit blödem Kalbel ziemlich nett.
 
Ich beschließe, dass es mir schwer egal ist und steige irgendwann wieder durch mein Dachfenster über den Nähtisch nach unten.
Das große Kindelein kommt nochmal aus dem Zimmer und bittet mich, ihre neue Sporthose doch vielleicht bis morgen früh zu waschen - was mir um 22 Uhr aber ein klein wenig zu spät ist. Ich denke, dass es wohl auch eine andere Hose tun wird.
Bevor ich noch ein Weilchen lese, werde ich nun duschen, oder gleich in der Wanne lesen und versuchen, vor 0.00 Uhr im Bett zu liegen - wie jeden Abend. Und wie jeden Abend wird es wohl bei dem - erfolglosen - Versuch bleiben....

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Sonntag, 13. Mai 2018

Aufregend

Eine aufregende Woche liegt hinter mir.
Letzten Sonntag feierte das kleine Kindelein seine erste heilige Kommunion. Es war eine wunderbare und recht lockere Messfeier. Das Kind sang allein einen Teil am Altar vor (Gänsehaut pur! inklusive Tränchen), und wieder trugen alle Mädchen trotz der Tatsache, dass  die Kinder in der Gemeinde seit Jahren Alben nutzen, ein weißes polyesterlastiges Kommunionkleid. Weil das große Kindelein sich damals als einziges Mädchen mit fröhlich buntem Kleid aus der Albe pellte und darüber sehr, sehr traurig war, trug dieses Mal auch unser Kind ein wahres Kommunionkleid. Immerhin war der Bolero dazu von mir selbstgenäht....



Die Feier daheim war entspannt, das Wetter toll und alle verteilten sich in Wohnzimmer und Garten. 

Anschließend mußten das kleine Kindelein und ich unsere Taschen fertig packen, da wir am Montag auf Klassenfahrt fuhren. Ich begleitete die Klasse und Klassenlehrerin als Betreuungsperson. Es ging nicht weit, nur 30 Minuten entfernt in ein kleines Städtchen. Der Doppeldecker Bus fuhr am Montag Morgen mit über 70 Kindern - 3 Klassen, 5 Lehrern und mir - los und holte uns am Mittwoch Morgen wieder dort ab. Dazwischen lagen eine Menge Spaß mit allesamt tollen Kindern unserer Klasse (die Klassen waren räumlich und unternehmungsmäßig getrennt), sehr niedlichen Situationen, vielen - natürlich auch durchaus nervigen, aber vor allem eben vielen - Fragen, nur kleinen, behebbaren Ausfallerscheinungen und wenig Schlaf. Am Mittwoch Morgen bekam ich anlässlich meines Geburtstages ein Ständchen von 26 Kindern beim Frühstück, inklusive eines Geburtstagsmuffins mit Geburtstagskerze und Lieblingsschokolade. Das hatte schon was ziemlich Besonderes.

Daheim angekommen ging wohl fast alles schief, was schief gehen konnte. Der Wunsch nach entspannter, gemeinsam verbrachter Zeit mit dem kleinen Kindelein und  HerrnNebeL - und später auch dem großen Kindelein (sie besucht eine Ganztagsschule und hatte Unterricht bis 16.00 Uhr) - wurde vereitelt davon, dass die Mutter den Fensterputzer bestellt, sich das Datum aber leider falsch notiert hatte, sodass in Windeseile das ganze Haus Fensterputztauglich herzurichten war. Letzlich platzte das mitten ins gemütlich gedachte Geburtstagsfrühstück mit Geschenke auspacken. Zudem brauchte die Mutter dann  bei diversen Dingen unauffschiebbar und zeitwaufwändig Hilfe. Weiterhin erreichte uns  zwar erwartete, aber unpassend kommende Anwaltspost bezüglich des seit letzten Sommers schwelenden Erbstreites. Darin standen dann wirklich wundersame Vorwürfe, über die ich mit Abstand nur lachen kann - letzte Woche jedoch sah das noch anders aus. Der Rest - Tag war demnach komplett verkorkst und ich war 2 Stunden nach der Ankunft daheim genervter als nach 2 1/2 Tagen Klassenfahrt mit 26 Kindern von 6-10 Jahren. Glücklicherweise rettete mich die längste Hockeyfreundin, indem sie uns spontan zum Grillen einlud, und wir so ein bisschen runterkommen und dann doch noch einen wirklich netten Abend verbringen konnten. Freunde - so unbezahlbar.

Nach einer kurzen Stippvisite am Freitag bei der Arbeitsstelle machten das große Kindelein und ich uns auf zur Gartyparty nach Nierstein. So weit weg ist das gar nicht vor hier, aber dennoch fuhren wir bereits am frühen Nachmittag los, um ein wenig stressiges Wochenende verleben zu können.
Angekommen im Hotel gings erst mal in das kleine Hotelschwimmbad und für mich kurz in die Sauna. Dort trafen wir auch "alte Bekannte", aus dem www. Schon seit Jahren lasen und lesen wir uns auf verschiedenen Kanälen. Wir verabredeten uns, nach dem Duschen gemeinsam zu Frau Mutti zu laufen, um das Wochenende dort "einklingen" zu lassen mit bereits zuvor angereisten Gästen und Freunden und Nachbarn. Neben Pizza, nettem Beisammensein auf der tollen Terasse und zwanglosem Kennenlernen gab es eine Führung über die "Ländereien" und ich muss sagen, ich bin wirklich sehr beeindruckt von Haus und Garten. Groß, verwinkelt, mit so vielen netten Eckchen und so viel Liebe zum Detail. Das Kindelein bekam von Frau Brüllen und Frau Mutti Nagellacke geschenkt, die diese übrig hatten und war sehr, sehr glücklich damit. Die eigentlich für die Nacht geplante Nagellacksession verschoben wir dann auf den Morgen, weil ich schlicht und ergreifend schnell nach der Ankunft Hotel eingeschlafen bin.

Morgens also wurde lackiert - das Kind in GlitzerGlamour und ich nahm fröhliches grau (weder maus-, noch staub, noch aschgrau, sondern chinchilly, son neumodischer Essie-Grauton), dann gings erneut zum Schwimmen und zum Frühstück, bevor wir zur eigentlichen Gartyparty aufbrachen.


Wir verbrachten bei wunderbarem Wetter den gesamten Tag dort und kehrten erst kurz vor Ende des Tages ins Hotel zurück. Es war ein entspannter und schöner  Tag voller Begegnungen. Begegnungen mit Menschen, denen ich schon im Netz lange folgte, Menschen, die immer mal wieder den Weg kreuzten, Menschen, die ich gar nicht kannte, Menschen, denen ich bereits im real life begegnet war. Lustigerweise stellte sich heraus, dass eine der vielen Menschen dort als Kind viel Zeit in meiner Heimattadt verbracht hatte. Die Welt ist so klein! Überall entwickelten sich nette Gespräche, hier länger und da kürzer. Es wurde zwanglos gegrillt, für Getränke und deren Ausschank  war ausreichend und liebevoll gesorgt. Es gab ein tolles Buffet mit,  wie mir gesagt wurde, legendärem leckeren Glasnudelsalat. Lecker war überhaupt absolut alles was ich kostete, üppig war es vor allem. Eine riesige Käseplatte aus der Schweiz hat ebenso beeindruckt, wenn ich mir auch tatsächlich den Geruch im Vorfeld als deutlich ärger vorgestellt hatte und mir fast sicher war, dass die Sorten, die arg riechen würden noch nicht aufgetischt seien. Vermutlich verflog der Geruch in der offenen Küche bei geöffneter Terassentüre, denn als ich zu fortgeschrittener Stunde an einzelnen  Exemplaren roch, war da doch eindeutig mehrfach recht strenger Geruch zu finden. Was ich probiert habe, schmeckte auch mit Geruch ganz schön gut. 
Es war schön, sich unter so vielen eigentlich fremden Menschen zu sein und sich einfach wohl zu fühlen. Ich hätte gerne noch Gelegenheit gehabt, mehr und länger zu reden, aber bei so vielen Leuten und so vielen Eindrücken reicht zumindest für mich die Kapazität gar nicht aus, alles in mich aufzunehmen. Rein zeitlich ist der Raum natürlich auch begrenzt, selbst wenn es  viele, viele Stunden waren. Das Kindelein wollte sogar am Ende am liebsten gar nicht mehr heim. Son ganz bisschen schuld daran war nebem dem Wohlfühlfaktor und den netten Menschen so ein kleines bisschen auch die wunderbar tolle Tupfenlola (naja, und die Schaukel, der Garten, das Gartenhüttchen und, und, und... ;-))





Am Morgen tranken wir zum Abschied am späten Vormittag noch einen Kaffee in der Grünen Villa, natürlich nicht, ohne dass das Kind zuvor  noch eine Schwimmrunde eingelegt hätte. Sowas muss ja ausgenutzt werden ;-).

Schön wars. Wirklich richtig schön.


Erwartungsgemäß war die Rückfahrt nach dem langen Wochenende etwas länger als die Hinfahrt, Regen gabs zudem, aber wir ließen uns nicht stressen und machten und irgendwann einfach ein Hörbuch an, das wir beide nicht kannten, und verbrachten die restliche Heimfahrt trotz Stau, Stauumfahrung und Schlechtwetter entspannt.

Viele Eindrücke der letzten Woche dürfen nun sacken und ich hoffe, es folgt nun eine Weile ereignisloser Alltag, damit genau dafür ein wenig Ruhe und Muße übrig bleiben.

Sonntag, 6. Mai 2018

WMDEDGT - Mai 2018

Frau Brüllen fragt seit langem an jedem 5. eines Monats: Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag? 

Ich wache um 06.40 Uhr vor dem Weckerklingeln auf,  drehe mich aber nochmal um. Um 07.20 stehe ich dann auf, ebenso das kleine Kind. Ich mache mir einen Kaffee und beginne in der Küche zu werkeln. Ich bereite Couscous Salat vor, ausserdem muss ich noch eine Suppe ansetzen. Morgen hat nämlich das kleine Kindelein seine erste heilige Kommunion, die wir hier bei uns, beziehungsweise bei der Mutter im Wohnzimmer und im Garten feiern. Ein Stündchen später wecke ich den Gatten, der sich parat macht und zum Metzger fährt. Ich schnippele und werkele weiter, schreibe To Do Listen für den heutigen Tag, brate irgendwann 2,5 kg Hackfleisch an, als der Gatte zurück kommt und mache den Rest der Suppe soweit fertig. Mittendrin koordiniere ich mit der längsten SportFreundin die Fahrt zum letzten Heimspiel der Saison des BVB. Um 10.30 Uhr sitze ich im Auto und sammele die Freundin und ihren Partner ein. Wir fahren gemeinsam nach Dortmund zu einem Mitglied des Fussballfanclubs, dem wir angehören. Er bereitet traditionell zum Saisonschluss Braten mit Brötchen und Krautsalat für alle Fan Club Mitglieder vor. Es ist tolles Wetter und wir sitzen und stehen in seinem Garten in der Sonne. Gegen 14 Uhr machen wir uns gestärkt auf den Weg in den Signal Iduna Park. Bevor wir ins Stadion gehen, treffen wir uns  davor noch am Bierstand auf ein Getränk.
Im Stadion angekommen, freue ich mich auch heute wieder über einen etwas anderen Platz, der mir  gut gefällt. 

Vor dem Spiel wird Roman Weidenfeller verabschiedet, der sein letztes Bundesliga Heimspiel bestreitet. Ich mag es, im Stadion zu sitzen. Vor noch nicht all zu langer Zeit schien mir das undenkbar - so viele Leute auf einem Haufen machen mir eigentlich eher ein wenig Angst. Nachdem ich mir vor rund 1 1/2 Jahren aber ein Herzchen fasste und es mit der Freundin ausprobierte, hab ich gemerkt, dass alles super organisiert ist, nirgends schlimmes Gedränge herrscht und ich die Atmosphäre insgesamt sehr mag. Natürlich rennen unter den 81.000 Menschen auch ein paar herum, die sich für meinen Geschmack ordentlich daneben benehmen, aber auch das war bisher im Rahmen, zumindest dort, wo ich es erlebt habe.
Leider ist das Spiel heute das erste Spiel im Stadion, wo ich wirklich enttäuscht bin. Aber auch solche Spiele gibt es, ich kenne das nur zu gut vom eigenen sportlichen Werdegang mit der Mannschaft. Im Stadion hats mir wie immer trotzdem gefallen. Nach dem Spiel treffen wir uns erneut am Bierstand mit den Fanclub Mitgliedern, schwatzen und lachen noch eine Weile und fahren dann mit der Bahn zurück zum etwas ausserhalb geparkten Auto.
Ich bringe einen Kollegen heim, der sich uns für die Rückfahrt angeschlossen hatte, suche für den Partner der Freundin eine Notdienst Apotheke, weil er noch etwas besorgen muss. Danach fahre die beiden heim.
Bei mir zu Hause angekommen war eigentlich der Plan, nur noch die Tische zu dekorieren und einzudecken Leider hatte der Rest der Familie nicht alles geschafft, sodass wir doch noch gemeinsam bis halb elf herumwuseln mussten, damit es morgen nach der Kirche nicht mehr viel zu tun gibt, als das Essen zurecht zu stellen. 


Erst dann bestellen wir noch eine Pizza, ich blogge und der Gatte bügelt. Das kleine Mädchen schläft derweil wartend in unserem Bett ein und möchte zunächst gar nicht mehr für ihre Pizza aufstehen. Das tut sie am Ende doch noch und wir essen auf Behelfsstühlen, weil alle anderen Stühle bei der Mutter im Wohnzimmer stehen. Das kleine Kind verschwindet um 0.00 Uhr in unserem Bett, das große Kind in ihrem. Ich werde nun noch baden gehen und mir anschliessend die Nägel aufhübschen. Und ich hoffe jetzt schon, dass ich die nächsten Tage mit halbwegs ausreichend Schlaf überstehen werde - bis morgen wird es wenig Schlaf geben und am Montag begleite ich die Klasse des kleineren Kindes als Betreuungsperson auf Klassenfahrt. Aber zunächst mal morgen:
Kommunion. Das Kind wird vorsingen und ich habe schonmal Taschentücher eingepackt.

Weitere Tagebucheinträge von heute wie immer bei Frau Brüllen.

Montag, 30. April 2018

Oberbekleidung

Heute vor einem Jahr habe ich den Tag in der Küche verbracht, um eine Grillage Torte vorzubereiten. Baiser, bestrichen mit Schokolade in mehreren Schichten und dazwischen eine Creme. Das Ganze kam über Nacht in die Eistruhe, da diese Torte halbgefroren serviert wird.
Es war die letzte Geburstagstorte für meinen Vater und ich habe es genau gewusst.
So viele Dinge, von denen ich wusste, es würden die letzten sein, jähren sich nun. Manchmal ist es so wundersam, wie mein, unser Leben "einfach" weiterlief und -läuft, wie nirgends die Zeit stehenblieb, als seine zu Ende ging.

Heute hatte ich ansich einen guten Arbeitstag, an dem eine nette Praktikantin mich begleitete und mir vieles selbstverständlich abnahm. Nette Begegnungen, eine entdeckte Spur einer ehemaligen lieben Kollegin. Nebenher offene Worte, von denen ich hoffe, dass sie in irgendeiner Form Anklang finden werden, um endlich die unleidliche Teamsituation zu verbessern. Und ich hatte die Aussicht auf einen ruhigen Start in den morgigen Tag, weil wir einfach alle ausschlafen können.

Vermiest wurde mir Tag allerdings dadurch, dass ich mich aufmachen musste, Damenoberbekleidungswäsche zu kaufen.
Den einzigen BH den ich je besessen habe, kaufte ich mit Anfang 20 zur Hochzeit eines engen Freundes, weil das Kleid schulterfrei war und da irgendwas drunter gehörte. Ich ließ mich im Fachhandel beraten und gab ein Vermögen aus. Das Ding liegt noch in meinem Schrank und wäre auch noch tragbar. Allerdings wog ich damals etwa 20 Kilo weniger - sodass er heute sogar dem Tochterkind nahezu zu eng ist, weil sie trotz Normalgewicht mehr wiegt als ich damals. Seitdem besteht meine Wäsche aus vorwiegend schwarzen Sportoberteilen, Bustiers oder Tops mit eingearbeiteten Bustiers. Fertig. Am Sonntag aber trage ich wieder ein hübsches Kleidchen, wenn auch ganz und gar nicht schulterfrei, aber mit Sporttop drunter ist das schon... nicht soo hübsch. Also blockte ich mir den Spätnachmittag zum Shoppen.
Eigentlich wusste ich es schon vorher - aber heute hat es sich eindrücklichst bestätigt: Ich finde BHs schrecklich. Unbequem. Viel zu viele viel zu nutzlos, weil ich mich - trotz angeblich guter Passform und richtiger Größe - so fühle, als würde einfach die Hälfte rausfallen, sodald ich mich bewege. Die Träger sind an vielen Teilen zu kurz, obwohl ich gar nicht wirklich groß bin.  Die meist ja ganz  hübsch anzusehende Spitze  kratzt und piekt oft, und ich fühlte mich Astrid Lindgrens Lotta sehr verbunden, die Löcher in den kratzigen Pullover schnitt. Kratziger Kram auf der Haut geht einfach gar nicht. Die große Wäsche Abteilung war zudem vorwiegend nach Farbe sortiert und ich durfte mich durch gefühlte 1000 Stück auf der Suche nach der passenden Größe durchwühlen, die in keiner Form größengeordnet waren, so dass ich schon vor Betreten der Umkleidekabine komplett genervt war. Natürlich hätte ich auch ein Fachgeschäft besuchen können statt des Kaufhauses und die Beratung und Hilfestellung wären vermutlich besser gewesen. Ich kannte in der Stadt aber keines. Ich habe in rund 2 Stunden etwa 58 Oberteile anprobiert und am Ende ist es doch ein "ich bin eigentlich ein Bustier, möchte aber gerne ein BH sein" geworden, der zumindest den gewünschten Zweck erfüllt und auch noch hübsch aussieht (schwarz halt. Aber mit n bisschen Schnickeldi ;-)). Ich mag Klamotten in Umkleiden anprobieren per se nicht sonderlich gerne und bin spätestens ab Kleidungsstück 3 hochgenervt, hab die Nase voll und beginne zudem mit Selbstgesprächen, aber das heute war wirklich eine höllische Tortur. Ich hab freundlicherweise auch jedes probierte Stück wieder fein säuberlich auf den Bügel gehängt und alle Häkchen und Ösen verschlossen, so wie sie es auch vor der Anprobe waren. Ich finde, das gehört so, auch wenn die  Zustände der Umkleiden und Stellen, an denen wegzusortierende Kleidungsstücke hängen oder liegen, eine andere Einstellung der meisten Mitmenschen vermuten lässt... Es wurden viele Selbstgespräche. Oder genauer gesagt viel Flucherei neben ungläubigen Selbstgesprächen. 
Zugegebenermaßen bin ich nicht in das Preissegment über 50 Euro vorgedrungen, aber ich habe diverse Marken und  diverse Modelle in ähnlicher Größe anprobiert und bin fast überzeugt davon, dass dieser, mein zweiter (Möchte-gern) BH vermutlich mein Letzter sein wird. Ausserdem mache ich drei Kreuze, dass meine körperliche Konstitution nicht zwingend einen BH erfordert, sondern ganz hervorragend mit dem anderen Kram leben kann. Und obenrum so richtig hübsch muss oder möchte ich auch nur im Kleidchen mit Anlass sein. Und bevor hier blöde Fragen aufkommen: ja, der Gatte kann auch ganz hervorragend mit dem anderen Kram leben. Also an mir meine ich. Nur so fürs Protokoll.

Immerhin gab es anschließend noch einen neuen Nagellack, um den ich schon länger herumschlich. Ab Freitag habe ich fast eine Woche frei, sodass sich das "chinchilly" farbige Nägellackieren wenigstens lohnt. Und vielleicht merkt an dem halben Arbeitstag vor dem Wochenende darauf gar niemand, dass meine Nägel lackiert sind. Mal schauen. Und dann, dann lass ich es mir einfach ein Wochenende gut gehen. So ist zumindet der Plan.