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Samstag, 23. Februar 2013

Tränenschwer

Es war ein tränenschwerer Tag heute. Sie brennen noch immer hinter meinen Augen und warten auf ihre Zeit. Eine letzte, allerletzte Begleitung eines geliebten Menschen. Bedeutungsschwere Erinnerungen, liebevoll, vertraut und wohlwollend. Wenn auch vieles davon bereits weit entfernt. Gedanken an wundervolle Worte, erst vor ein paar Tagen, als wir uns zuletzt sahen. Sie so unglaublich glücklich und frei, einen selbstbestimmten Tag geniessend im Kreise von Menschen, die sie von Herzen willkommen hießen. Ein Abschluß im Hier. Ihr Kreis hat sich geschlossen. Eine so wunderbare Frau.
Sollte ich jemals noch eine Tochter gebären, werde ich wissen, wie sie heißt. Genauso wie sie. 

Donnerstag, 5. April 2012

♥

Ich liebe es, neben dem grossen Kind zu schlafen, ihr zuzuschauen und immer irgendwie ihre Hand in meiner zu haben. Es ist so friedlich, ruhig und schön.
Ich liebe das Strahlen des kleinen Mädchens, ihre kleinen Küsschen Angriffe und ihre Umamungen.
Das ist noch viel mehr, aber das, das fällt mir jeden Tag aufs Neue auf.
Meine Mädchen. Sie sind beide wunderbar. So wunderwunderbar.

Samstag, 11. Februar 2012

Wichtig

Um mich herum herrscht Chaos, ich stehe mittendrin und fühle mich oftmals schlecht und unwohl. Ich müsste es beseitigen, verräumen; auf dem engen Raum, der unser Zuhause ist eine Sisyphos Arbeit. Aber es ist doch wichtig....
Wichtig? Ist das wichtig?
Wichtig ist es, hier zu sein; da zu sein für meine Kinder. Ihnen liebevoll zu begegnen, ihre Irrungen und Wirrungen des Alltages geduldig anzunehmen und sie zu begleiten. Sie des Abends sanft in den Schlaf geleiten, den Tag ruhig abzuschliessen. Ihnen die Hand zu reichen, wenn sie sie brauchen, und sie vertrauensvoll gehen zu lassen. Nah bei Ihnen zu sein, sie meine Nähe spüren lassen und ebenso die Ihre in mein Herz hinein spüren. Gelassen zu bleiben an so vielen Stellen, ein Fels in ihrer Lebensbrandung zu sein.
Und jeden Moment wertzuschätzen.

Sonntag, 25. September 2011

Übrigens...

.... stimmt das nicht wirklich. Es gab nach diesem vermeintlich letzten Mal noch viele viele weitere Male stillen. Ich aber bin seitdem offener für alles, was sie möchte. Da ist keine Wehmut mehr, wenn sie doch mal einen Tag nicht um Mama Milch bittet. Es ist einfach okay, wenn sie ganz so weit sein wird, nicht mehr zu trinken. Es ist aber auch okay, wenn sie trinken möchte. Der Rahmen ist klein - nur hier daheim und bis auf seltene Ausnahmen nur im Bett um die Schlafenszeit herum. Oft lässt sie sich auch auf mein Angebot ein, stattdessen einfach nur zu kuscheln. Oft aber auch nicht.
Und so bin ich gedanklich im Reinen mit der Tatsache, dass irgendwann - vermutlich einfach so und anfangs unbemerkt - der Tag kommen wird, an dem sie wirklich aufhört, gestillt sein zu wollen. Und sie hat Raum und Zeit, diesen Tag für sich selber zu finden. Sie ist heute 2 Jahre, 2 Monate und 17 Tage alt.

Samstag, 24. September 2011

Zauber

Dieser Zauber, der Zauber Deines Lachens aus tiefem, tiefem Herzen. Dein Strahlen, Deine strahlenden Augen. Dein so inniges Lieben, auf mich zu gehen, umarmen, den Kopf streicheln. Deine Liebe, der ich mir sicher sein kann, die so gross scheint, so gross ist.
Dein Erspüren dessen, für das Du so wenige Worte hast. Um dann zielgerichtet eines dieser wenigen Worte zu benutzen, um mir meine oft vor mir selber geheimgehaltenen Gefühle wieder zu spiegeln. Zu sehen, dass Du begriffen hast. Manchmal vor mir. "Mama ist traurig". "Mama Angst". Ja, Bella, all zu oft hast Du so recht.

Dich im Arm zu halten ist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Du bist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Ich bin so dankbar, so unendlich dankbar für Dich.

Montag, 7. März 2011

Zehn Tage

Noch zehn Tage, und das Kindelein wird sechs. Das Kind, was mir so ähnelt. Das Kind, was mich immer wieder überrascht. Das Kind, was mich geerdet hat, und das Kind, was mir Tag für Tag die Grenzen meines Selbst zeigt, einfach weil sie ist, wie sie ist. Wunderbar, unbestreitbar ist sie das, ganz wunderwunderbar.
Das Kind, das seinen per Post erhaltenen Schulbescheid selber laut und flüssig vorlas; das Kind, das Tag für Tag über meine Schulter hinweg in der Tageszeitung liest und neulich am Nachmittag verwirrt fragt: "Was sind das eigentlich, Waffen?". Das Kind, das oftmals feststeckt in seinem sich selbst auferlegten Perfektionismus. Das Kind, was noch so nah dran sein will an mir und gleichzeitig schon so weit hinaus will, hinausgeht in die Welt.
Noch zehn Tage und sie ist auf dem Papier schon wieder ein Jahr grösser, älter, länger hier. Sechs wunderbare Jahre meines Lebens, die erst durch sie wunderbar geworden sind. Nicht, weil es so einfach wäre, das MutterSein. Sondern einfach, weil es ein Leben so voll von tiefer Liebe ist.


Donnerstag, 8. Juli 2010

Ein Jahr

Mein Fröschlein, mein Babylein. Nun bist Du ein Jahr, ein ganzes Jahr. Verflogene Zeit, in der sich so so viel verändert hat. In der Du so gross geworden bist.
Zu Beginn lagst Du neben mir, im babybay und gabst mir so gar keinen Anlass zu Sorge, Verzweiflung, Stress. Du warst einfach da, ruhend in Dir, ich mit Dir ruhend in mir. Einzig war die erste Zeit getrübt davon, dass es mir so schwer fiel, Deiner grossen Schwester zu helfen, ihre neue Rolle zu finden, sich zu finden.
Ich hielt Deine Hand in so vielen Nächten - erst schliefst Du auf dem Rücken, kaum später dann auf dem Bauch. Und immer wenn ich meinen Finger in Deine Hand legte, schloss diese sich warm und weich darum und hielt ihn fest. Jede Nacht. Monatelang.
Bis zum Winter hast du nachts zwar mehr als oft trinken wollen, aber eigentlich nie geweint. Du warfst Dein Köpfchen hin und her, ich wachte auf, stillte Dich und alles war gut. Lediglich mit dem Stillen im Liegen wolltest Du Dich niemals anfreunden.
Ebenfalls wurden wir beide insbesondere nachts zunehmend unausgeglichener. Ich brauchte Urlaub und bekam keinen, Deine ersten Zähne waren auf dem Weg und so langsam aber sicher schien es, als wolltest Du hinaus in die Welt - und konntest noch nicht. Stillen in der Naht forderst Du seitdem weinend ein. Am Tage jedoch warst Du weiterhin mein Strahlemädchen. Kaum dass ich den Raum betrat in dem Du warst, empfingst Du mich mit einem so unsagbar zauberhaften Strahlen dass mein Herz aufging.
Erst bist Du gerobbt, dann hast Du dich gesetzt und bist gekrabbelt. Inzwischen krabbelst du, sobald Dir der Untergrund nicht gefällt - vor allem an nackigen Knien - auf Händen und Füssen. Du stehst problemlos an allem auf, läufst an 2 Händen und Gegenständen entlang. Wenn Du es nicht bemerkst, stehst Du ein Weilchen frei. Bis Du es realisierst und dann doch auf den Pöppes fällst. Du kannst allein aus der Flasche trinken und isst am allerliebsten und hauptsächlich selbständig mit den Fingern und zunehmend auch mit dem Löffel und vor allen Dingen der Gabel. Es sieht immerzu sehr abenteuerlich aus aber es stört mich nicht. Auch nicht, wenn der ein oder andere seltsam guckt ;-) - selbständiges Essen von joghurtähnlichen Konsistenzen mit den Fingern ist ja auch gewöhnungsbedürftig anzusehen, gebe ich zu.
Seit ein paar Tagen schläfst Du bei Deiner grossen Schwester im Etagenbett, umgeben von Babygittern. Es ist gut so. Ich muss nicht mehr bei jedem Mucks aufspringen und nachsehen ob Du nicht aus dem Bett krabbelst, solange ich noch nicht bei Dir liege. Ja, Du fehlst mir neben mir. Aber Du schläfst gut in Deinem neuen Bett, Du fühlst Dich wohl. Wenn ich Dich nachts stille, hole ich Dich nachher schonmal zu mir oder bleibe einfach bei Dir liegen, in Deinem Gitterbett. Meine Hand hast Du schon lange nicht mehr genommen in der Nacht. Aber manchmal erwachst Du, hebst den Kopf (davon werde ich wach), siehst mich und sagst lächelnd, nein strahlend leise "Mama", um Dich dann wieder hin zulegen und weiter zu schlafen.
Du streitest wie eine Grosse mit Deiner grossen Schwester. So vieles möchtest Du haben und versuchst, Deinen Kopf durchzusetzen. Das grosse Kindelein muss dabei wohl oft einstecken - hauptsächlich von mir. Weil es zugegebenermassen schwer fällt, Dich nicht in Schutz zu nehmen, weil Du die Kleinere bist. Aber tatsächlich muss ich das meist eigentlich gar nicht. Du hast es zum einen faustdick hinter den Öhrchen und zum anderen kommst Du durchaus in einigen Streit Situationen ohne meine Hilfe zurecht.
Ich könnte noch so vieles schreiben. So unendlich vieles. Mein Mädchen, mein kleines grosses Mädchen. Ein Jahr.
Ich bin dankbar darum, dankbar für Dich und so glücklich, Dich bei uns zu haben.



Samstag, 8. Mai 2010

Zehn

Zehn Monate ist es nun alt, das Babylein.
Eigentlich ist sie das nicht mehr, ein Baby. So ganz plötzlich scheint sie ein Kleinkind....
Vier Zähne sind durch und wachsen recht langsam. Seit Ende März war sie ein kleiner Vamp - der erste obere Schneidezahn war nämlich der Zweier auf der linken Seite. Zu süss wenn sie lächelt. Nach wie vor lächelt und lacht sie viel Beim Lächeln zieht sie die Nase unglaublich kraus und blinzelt aus faltigen Augen freudig in die Welt. Strahlend. Nach und nach zeigt sich dabei auch der zweite obere Schneidezahn, der seit Ende April durchgebrochen ist, diesmal der Einer.
Das erste Mal stand sie kurz nach Ostern auf. Dann dauerte es ein Weilchen und fortan wollte sie fast nur noch stehen. Ein paar Tage ists her, dass sie entdeckt hat, dass sie auch laufend vorwärts kommt - am besten mit dem Spieltrapez. Hauptsächlich robbt sie, allerdings im "Kreuzgang" mit Armen und Beinen. Mehr und mehr löst sie dies allerdings durch "echtes" Krabbeln ab.
Fremdeln ist ein Thema, wirklich gern ist sie derzeit nur bei mir, dem Gatten und meiner Mutter - die sie täglich sieht, da wir in einem Haus wohnen.
Das Babylein weiss, was es will. Sehr genau sogar. Es gibt gar eine Menge Situationen, in denen sie mit gestrecktem Zeigefinger auf genau das zeigt, was sie haben will. Und es auch lautstark verkündet. Zum Abschied und Hallo Sagen wird gewunken, egal obs um Personen oder auch die Sonne vorm Schlafengehen geht ;-).
"Mama" ist an der Tagesordnung genauso wie "ei" beim Streicheln. Egal ob sie wen oder was streichelt, sich selber streichelt oder gestreichelt wird. "Baba" ist der Papa und ansonsten versucht sie sich an "Nase" ("Ase" - eines der Dinge auf die sie immerzu piekend zeigt, sobald man ihrem kleinen Zeigefingerchen zu nahe kommt).
So oft geht mir das Herzchen auf, wenn sie nach mir ruft und vor allem wenn sie mich seelig lächelnd anschaut und Mama sagt. Hach.
Seit einer ganzen Weile hatte sie zumindest einmal am Tag Brei gegessen. Vom Löffel. Das ist inzwischen wieder komplett vorbei. Hier ist nur noch Fingerfood angesagt. Brot. Brötchen. Nudeln. Banane. Birne. Apfel. Hauptsache, sie kann es selber halten, in den Mund stecken oder sonst was. Löffel und Gabel sind wunderbare Dinge - zum Spielen. Gefüttert werden ist nur so unter ferner liefen möglich.
Gestillt wird weiterhin. Mindestens 3 mal täglich und mindestens 4 Mal nächtlich. Letzteres kommt allerdings regelmässig - also rund 5 mal die Woche auch 6 mal in der Nacht vor. Oder mehr. Zugegebenermassen schlaucht das etwas. Nicht das Stillen ansich, aber diese steten Unterbrechungen des eigenen Schlafes, wohingegen sie beim Stillen (ja, Stillen, nicht nuckeln...) quasi weiterschläft. An der Milch kanns nciht liegen, dass sie so oft trinken will denn selbst nach rund 1 Schnitte Brot und einem grossen MilchBreiFläschchen möchte sie öfter zum einen noch gestillt werden und erwacht dennoch nach 2,3 Stunden wieder. Und will gestillt sein.
Aber nun, so ists eben. So ist sie eben. Darf sie auch, ich nehm das eigentlich ganz gern hin, da sie im Grossen ein so ausgeglichenes kleines Wesen ist.
(naja, so 6,7 Stunden Schlaf am Stück sind dennoch ...nun...recht erstrebenswert irgendwie.... ;-))
Wunderbares, wunderwunderbares kleines Töchterlein.


Montag, 5. April 2010

Zeiten und Fragen

Da waren Zeiten, in denen schrieb es mich. Nicht wirklich ich schrieb, kein bewusstes, wohlüberlegtes Niederschreiben. Vielmehr nahm ich einen Stift oder setzte mich an den Rechner und schrieb. Es fühlte sich, als nähmen die Worte keinen Weg über meinen Kopf, sie kamen aus dem Herzen, aus dem Bauch und bahnten sich ungefiltert ihren Weg hinaus.
Das, was sich bahnte waren selten Worte über die schönen Dinge. Traurigkeit, Ängste, nagende und zehrende Gefühle waren es, die ich - wenn es denn überhaupt möglich war, sie in irgendeiner Form nach aussen zu lassen - niederschrieb. Die sich schrieben. Die aus mir herausflossen als Gefühle sich irgendwann in mir zu Worten formen konnten.
Noch heute berühren mich all diese Texte - es sind viele - sehr, reissen mich emotional mit in ihren Sog, ich tauche ein und spüre all das nach, was aus mir kam - ob ich es will oder nicht. Sie veränderten sich von Jahr zu Jahr, wurden manchmal präziser, manchmal tiefgründiger, manchmal universell auf so vieles anwendbar wo sie zuvor zumeist um ein Thema kreisten, was einen so grossen Teil meines Lebens ausmachte. Weil ich nicht bereit war zu fühlen, weil ich nicht soweit war, mein Fühlen aushalten zu können. Ich bin dankbar darum, dass es mir gelang zu schreiben, dass es mir gelang mich in die Worte fallen zu lassen. Lange, lange "redete" ich nicht mit meinen Lippen, nur mit meinen Händen und der Tinte. Später dann, las ich es vor mit bedeutungsleerer Stimme. Weil ich wieder nicht bereit war, mich all dem im Hier und Jetzt zu stellen. Nur in meinem kleinen Schutzraum des Schreibens gelang es mir, zu fühlen. Ohne zu denken. Und mehr als einmal war ich nachher überrascht. Schockiert. Überwältigt. Über das, was dort stand, wobei mir aber kaum erinnerlich war, dass ich es selbst verfasst hatte.
Texte voller Tiefe.

Weshalb ich das hier schreibe ist, dass ich immer mal wieder darüber nachdenke, wann und warum es aufgehört hat und mich so oft frage, warum mir all die guten, schönen, kraftvollen Gefühle nicht in einer solchen Form aufs Papier gelingen. Worte über diese innige Liebe zu unseren Töchtern, die tief verwurzelte Liebe zu meinem Ehemann, der so viel Licht und Wärme in mein Leben brachte.
Nur die in der Liebe verborgenen Zweifel, Ängste, Sorgen fliessen derartig aufs Papier. Nicht aber die Liebe selbst. Es ist nicht weiter von grossem Belang, da sie ja da ist, diese Liebe, all das Gute. Sie findet Wege in Gesten, Umarmungen, gesprochenen Worten, nächtlichen Blicken zu den Kindern hin, in eingefangenen Momenten am Tage. Aber sie so beschreiben wie ich es sei t jeher mit all den schwierigen Dingen des Lebens schreibend konnte - gelingt mir einfach nicht. Einfach sonderbar. Oder eben einfach anders. Wie es eben ist.

Samstag, 27. Februar 2010

Des Nachts

Wenn das Babylein des Nachts weint, im Schlafen noch, kaum angekommen ist in der Welt, kaum mehr wahrnimmt als ihr eigenes Leid, was oft unergründlich scheint, dann ist sie noch wie neugeboren. Ganz zart und doch kraftvoll, im Jetzt doch auch noch so neu, so entrückt. Dann umgibt sie noch einmal mehr ein ganz besonderer Zauber.
Wie sie vergeht, die Zeit. Möchte sie festhalten, anhalten all diese zauberhaften Momente. Ihr Lächeln, ihr Träumen, ihr wissender Blick. Unser inniges Miteinander sein. Alles. Anhalten. Festhalten.
Aber weil ich so sehr liebe muss ich loslassen. Schon jetzt. Und wünsche mir, sie dabei dennoch immer halten zu können, immer ihr Anker zu sein.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Bettgespräche

Neulich, da sprachen wir über das Trommelfell. Was es ist, was es tut.
Und gestern beim zu Bett gehen stolperten wir erneut darüber und das Kindelein meinte in dem Zusammenhang:
"Mima, jemand der nicht hört, der ist dann hörblind".
Schöne Schlussfolgerung...
Am Ende lagen wir dann lippenlesend in ihrem Bett und sprachen über andere Verständigungsmöglichkeiten neben oder fernab des mündlichen Sprachgebrauchs.
Und als ich hinausging da hatte ich ein so tiefes, liebendes Lächeln für mein grosses Kindelein und wunderbar gute Laune.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Fünf

Heute bist du fünf Monate alt, mein kleines Fröschlein.
Ansich bist Du ein ausgeglichenes kleines Wesen. Allerdings bist Du derzeit ein wenig fixiert auf mich; es gefällt Dir weder, wenn ich Dein Blickfeld verlasse, noch wenn Du mich sehen kannst, ich mich aber nicht mit Dir beschäftige. Aber ich weiss ja, Du wirst lernen, dass ich dennoch immer da bin ;-).
Neulich hast Du Dich zum ersten Mal ganz allein auf den Bauch herumgedreht. Und den Rest des Tages nicht mehr damit aufgehört. Allerdings aber am nächsten Tag. Aber auch das kommt wieder. Du liebst es, mit einer Stoffewindel zu schnuffeln; beim Stillen reibst Du Dir seit rund 2 Wochen stets das obere Auge oder schaust arg interessiert in der Gegend herum. Insgesamt trinkst Du meistens im Rekordtempo, was ich vor allem in der Nacht sehr gut leiden kann. Du lachst weiterhin gern aus vollem Halse, manchmal einfach so. Dein Greifen ist gezielt und mehr und mehr interessieren Dich all die Dinge, die eigentlich die Meinen sind, sehr. Vor allem Gläser und Tassen sind allseits beliebte Objekte der Begierde. Aber warte mal noch ein Weilchen DIch für den Inhalt zu interessieren - der Weihnachtsurlaub bleibt komplett auf Muttermilchbasis. Und erst dann schauen wir mal weiter.
Mit Deiner grossen Schwester liebst Du es zu lachen und bist sehr genügsam bei all dem Quatsch, den sie mit Dir veranstaltet. Für meinen Geschmack manchmal zu genügsam. Bei dem wie Du Dich bewegst beim Stillen, auf dem Schoss gehalten werden oder im Maxi Cosi scheint mir macnhmal, dass Du vor dem Krabbeln sitzen können wirst - immer strebst DU nach oben und entwickelst da erstaunliche Kräfte um Dich irgendwie aufzusetzen.
Im MeiTai schläfst Du sehr gern und gut. Und ich trag Dich gern! Überhaupt kann Dir da an meinem Bauch kaum irgendwas etwas anhaben - selbst laute und aufregende Musik neulich auf einer Tanzaufführung der grossen Schwester liess Dich - nach kurzen irritiertem Schauen in mein Gesicht - kalt.
Nachts möchtest Du nun öfter trinken, nachdem Du einige Wochen 7,8 Stunden am Stück geschlafen hast. Aber es stört mich nicht. Am Abend findest Du derzeit schwerer in den Schlaf, aber ich kanns verstehen: die Welt wird Tag für Tag aufregender für Dich. Du bist überall dabei und mit Deinen Blicken mittendrin. Da könnte ich am Abend auch kaum schlafen....
Du ähnelst ein wenig der grossen Schwester. Aber nur ein wenig. Die Augenbrauen sind fast identisch, und so manche Mimik kommt mir sehr bekannt vor.
Aber sonst erinnert mich vieles in Deinem kleinen wunderbaren Gesicht an Deinen Vater.
Ich bin in Ruhe mit Dir, noch viel ruhiger als ich es mit dem grossen Kindelein war. Und ich bin einfach froh dass Du da bist.

Montag, 24. August 2009

Wunderbar?!

Es ist so wunderbar, das kleine Mädchen neben mir atmen zu hören, wunderbar, mit dem großen Mädchen vor dem Schlafen gehen in ihrem Bett zu liegen, zu kuscheln und Lieder zu singen. Es ist wunderbar, zwei gesunde Kinder zu haben, sie zu begleiten, sie aufwachsen zu sehen, sie zu lieben.
Es ist aber auch sonderbar, mehr und mehr zu sehen, dass sich manches wohl wiederholen wird. Immer wieder gibt es Situationen, die bekannt sind. Bekannt, aber vom anderen Standpunkt. Und das, was sich wiederholt, ist das, was wir von unseren Eltern kennen - doch heute tun wir es selbst. Und das was sich wiederholt ist das, was unsere Kinder heute tun und wir als Kinder selber taten. Plötzlich sind da zwei Standpunkte, die mehr als bekannt sind. Und Verständnis und eine Form des Wohlwollens zu den eigenen Eltern tut sich auf. Aber auch ein Fünkchen Angst. Die Fragen, ob wir mit manchem Verhalten unserer Kinder so werden umgehen können, dass es sie nicht auf Dauer schmerzt. So viel Verantwortung liegt in unseren Händen, unserem Kopf, unseren Herzchen. So viel kann das, was wir tun, sagen, wie wir uns geben anrichten an und in unseren Kindern. Das ist ein Teil, der wenig wunderbar ist, weil sich mir der Gedanke aufdrängt, wieviel Macht wir als Große haben, das Leben der Kinder zu beeinflussen. Macht, die wir in der Regel so gar nicht haben wollen. Aber all das was wir und wie wir was tun hat nun mal mächtigen Einfluß. Manchmal macht mir das große Angst und ich hoffe, dass wir es schaffen werden, dieser Verantwortung für das Wunderbarste auf der Welt gerecht zu werden. Unseren Kindern.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Plus acht und neun

Plus acht
Der Tag plus acht war der, an dem die Hebamme und ich uns sozusagen zum Cocktailtrinken verabredet hatten. Es war vereinbart, dass ich um 17 Uhr dies hier nett vermixt zu mir nehmen sollte.
Was ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Ganze dann zusammenmischte und zu trinken begann, nicht wusste (weil ich den Anrufbeantworter nicht abgehört hatte) , war, dass es einen "Stau" im hiesigen Geburtshaus gab. Am späten Nachmittag war gerade eine Frau dort um entbunden zu werden und eine weitere war quasi schon auf dem Weg dorthin... Eigentlich hätte ich mit dem Trinken noch warten sollen - oder zuhause entbinden ;-).
Nun denn, als ich gerade Glas eins intus hatte und bemerkte, dass sich das Öl schon ganz schön ekelig überall in Mund, Speiseröhre und Magen verteilt, trank ich das Glas wieder rückwärts. Gleichzeitig rief die Hebamme an, gab "Stau-Entwarnung" und dann dazu den Tipp, einen Ouzo nebenher zu trinken. Gabs nicht, aber Ramazotti tats auch und das ölig schleimige Gefühl wurde aushaltbar und der Cocktail blieb drin.

Und dann passierte - nix.
So nahezu garnix.
Ich hörte eine neue CD via Kopfhörer, machte Yoga und der Gatte telefonierte lange mit der lieben Freundin.
Um 23 Uhr - rund 5 Stunden nach dem ersten Cocktailschluck gingen wir leicht entnervt und enttäuscht zu Bett.

Plus neun
00:20 Uhr - das Rizinusöl tat seine Wirkung. Mir grummelte der Bauch, ich musste zur Toilette und fand den Aufwand für nix wenig spaßig. Als der Bauch leer war grummelte nichts mehr - aber der Schmerz ging irgendwie nicht weg... Einen kleinen Moment brauchte ich, um zu begreifen, dass es eine Wehe war. Eine richtig echte Wehe. Und kaum später die nächste. Ich hockte mich hin, kniete mich wie ein Fröschlein zu Boden und suchte Stellen zum Festhalten, hineinfallen lassen in die Hocke.
01:00 Uhr - ich weckte den Gatten. Schnell in einer Wehenpause. Veratmen ging schon nicht mehr, ich musste tönen. Aber es fühlte sich gut an. Alles. Der Gatte wollte nach der ersten Wehe die Hebamme anrufen, ich jedoch zögerte und meinte, das müsse noch ewig dauern, bis das was wird. Zwei Wehen später rief er an, nachdem ich mich tönend an den hinteren Teil des Toilettendeckels geklammert in die Hocke fallen ließ.
Wir verabredeten uns für rund 2:00 h ins Geburtshaus, wobei ich sicher war, es dauert noch, so schnell muss ich noch nicht dorthin... Am Ende jedoch waren wir vor der Hebamme da.
Ich weckte - wieder schnell in der Wehenpause - meine Mutter, die unter uns wohnt, dass sie auf das grosse Kindelein schaut und wir machten uns parat. Die liebe Freundin wurde informiert - sie wollte uns durch die Geburt begleiten und das Fröschlein mit in Empfang nehmen.
Der Weg durchs Treppenhaus forderte drei Pausen fürs Wehenverhocken und - tönen (dabei hats insgesamt nur 29 Stufen...), der Weg zum Geburtshaus gelang flott und reibungslos. Nur die letzten Wehen wollte ich ungern auf dem Parkplatz vertönen, also hielten wir kurz vorher an einer einsamen Bushaltestelle. Kaum darauf fuhr die Hebamme vorbei und fragte, ob wir das Kind nun hier im Auto bekämen - aber wir fuhren dann doch schnell die letzten Meter.
Wir kamen an in einem Raum, in dem schon unsere erste Tochter zur Welt kam, genau wie meine Nichten und meine Herzensjungs. In einem Raum, in dem ich einige Wochen zuvor im Geburtsvorbereitungskurs große Lust bekommen hatte auf das Gebären unseres Kindes, unserer Lydia. Es war erst dunkel, dann zündete die Hebamme viele Kerzen an, machte schönes Licht. Um mich herum mein lieber Mann und meine Freundin, die mir Halt gaben in den Wehen, weil ich mich gegen sie lehnen konnte, weil er meinen Kopf hielt, weil sie mich von vorne stützte. Weil sie da waren.
Ich wechselte zweimal die Positionen und sass am Ende in meines Mannes Schoß im Bett, mir gegenüber auch auf dem Bett - ein 140 cm breites FutonBett - meine Freundin und die Hebamme. Ich spürte mich. Meinen Körper. Wusste ohne Worte, was gut ist, was richtig ist. Wie es geht, wo es hingeht. Wir waren ein Team, mein Körper und mein Gefühl. Beide verließen sich aufeinander und obendrein auf die drei Menschen um mich herum. Dass sie mich halten und bleiben würden, dass sie tun würden, was zu tun ist. Am meisten aber tat ich. Und irgendwo tief drinnen war ich mir dieser gewaltigen Kraft bewußt. Kein Momentchen des Zweifelns, kein Moment der Angst. Kein Moment des nicht mehr Aushalten könnens. Es gab keine Grenze in dieser Nacht im Geburtshaus. Keine einzige Grenze die ich überschreiten musste, wie ich es zur Geburt des ersten Kindeleins getan hatte. Es gab nur ein tiefes Vertrauen zu mir selbst , eine ungeheuerliche Stärke und ein Bewusstsein für beides.
Die Hebamme sagte wenig. Gab kaum Anleitungen was ich tun sollte. Weil es einfach aus mir heraus passierte. Zweimal überraschte sie mich, weil sie mir mit dem Anruf bei der zweiten Hebamme und dem Einschalten des Heizstrahlers deutlich machte, dass schon bald die Zeit gekommen ist. Die Zeit, von der an wir zu viert sein würden. Nur noch wenige Momente trennten uns von unserem Fröschlein. Niemals hätte ich das für möglich gehalten - ich war doch gerade erst angekommen. Sollte das Kind schon so bald in den Kerzenschein hinein geboren werden? Wieviel Zeit genau vergangen war wusste ich nicht. Aber dass es nicht mal annähernd ein viertel der Zeit der ersten Geburt gewesen sein konnte war mir dennoch recht bewusst. Letzlich war es ein sechstel... Beim ersten Kindelein hatte ich 16 Stunden länger in den Wehen gelegen. Hier jedoch lag ich nicht in den Wehen - ich lebte sie. Völlig anders als es damals gewesen war.
Irgendwann tastete ich das Köpfchen und schob es nachfolgend ganz heraus. Ich sah ihren Kopf und streichelte ihn und weinte Freudentränen bevor ich das Mädchen in den nächsten Wehe ganz zu uns, ganz in diese Welt brachte.
Die Hebamme nahm sie zuerst, doch sie, sie gab sie mir auf den Bauch. Sie gab mir das Mädchen zurück unter mein Herz.
Es war 03:14 Uhr als ich wieder Mutter, wir wieder Eltern wurden.
Wunderschön.

Sonntag, 19. Juli 2009

Daten und Fakten

Das Fröschlein
- schreit wenig
- liebt es zu stillen, am Morgen und Abend gerne im Stundentakt
- ist unglaublich genügsam
- schläft viel
- wog am 9. Tag 110 gramm mehr als zur Geburt
- war je einen Zentimeter länger und der Kopf dicker
- hatte ein Nabelgranulom
- findet Schnuller doof
- ist ein Speikind (wie schon die große Schwester)
- pellt sich noch und nöcher
- war noch nicht baden
- kriegt einen Froschbauch
- ist wunderbar. Einfach wunderwunderbar.

Erste Aussagen

Beim zu Bett gehen nach einem vergleichsweise ruhigen Tag kam heute zum ersten Mal eine Aussage vom großen Kindelein. Und die hatte es in sich - weil ich endlich ein klein wenig verstehen kann, was in ihr ist und weil ich es allerhand finde, dass ein gerade 4 jähriges Kind eine solche klare Aussage formuliert:

"Mama, ich fühl mich so, als wärst du tot".

Vielleicht ist ein kleiner, wenn auch nur ein klitzekleiner Knoten geplatzt. Einsames großes Kindelein.

Samstag, 20. Juni 2009

Vom Schlaf allein

Ich möchte schlafen. Und gehe nicht ins Bett. Ich kann es nicht leiden wenn er nicht da ist. Wenn ich einschlafen will und allein bin. Wenn ich des nachts aufwache und ihn nicht neben mir habe. Und nun zusätzlich den Gedanken zu haben, dass er im selben Moment im Krankenhausbett liegt. Es geht ihm gut, aber eine Lappalie war das nicht. Natürlich ist auch da die Angst, dass das Fröschlein auf diese Welt will, während er noch im Krankenhaus liegt. Wenn es so wäre - ich könnte es nicht ändern Und es gäbe sicherlich Schlimmeres. Aber er würde mir so sehr fehlen.
Und des nachts sind die Sorgen, die am Tage hoffnungsvoll und argumentativ zu bewältigen sind, plötzlich Sorgen in einer völlig anderen Dimension. Des nachts haben viel mehr Emotionen und Ängste die Oberhand.
So quälte ich mich in der letzten Nacht dämmernd im Halbstunden Takt durch rund 5 Stunden, die ich im Bett war, bis das Kindelein zu mir herüber kam und nicht mehr einschlafen wollte. Und heute am Abend habe ich Angst, dass diese Nacht ebenso sein wird. Und die nächste. Und die darauf folgende. Und wenn ich Glück habe, ist er dann wieder bei mir. Der Mann, ohne den ich nicht sein will.

Montag, 8. Juni 2009

Philosophie von Leben und Tod

Ich dachte, es hätte noch etwas Zeit. So 3,5,12 Jahre bis das Thema aufkommt. Oder zumindest so in die Tiefe geht.
Das Kindelein hat Angst. Angst vor dem Tod. Und viele Fragen. Und viele Sorgen und Nöte um dieses Thema. Und es ist sehr schwer, ihr diese Angst zu nehmen, weil das Thema so wenig konkrete und verlässliche Antworten zulässt. Ich kann sie nur halten und zu trösten versuchen, ihre Sorgen und Ängste annehmen und zugeben, dass ich ihr keine Antworten geben kann. Ihre Gedanken kreisen um alles Weltliche, was ihr lieb ist und Geborgenheit gibt - was ist dann damit, kann ich all das mitnehmen? Und um uns, ob wir dann noch bei ihr sind, ob wir sie noch lieb haben. Darauf kann ich ihr antworten: ja, mein Kind, immer. Wir werden Dich immer lieben. Einfach immer fernab von Leben und Tod. Doch das ist wohl die einzige verlässliche Antwort, die ich für sie habe.
Aber ein klein wenig gibt sie sich selber Antworten. Sie möchte, wenn sie gestorben ist, einfach noch einmal geboren werden. Und ich sagte zu ihr, dann glaube daran, dass es so sein kann. Und irgendwann werde ich Dir von dem Glauben erzählen, der genau das annimmt.

Samstag, 20. Dezember 2008

Nicht gern allein

Ich gehe nicht gerne zu Bett, wenn er nicht da ist. Eigentlich gehe ich nicht mal gerne zu Bett, wenn er da ist und ich schon vorgehe. Es ist ein so plötzliches Gefühl von Alleinsein, in die sich manchmal das Nachfühlen alter Einsamkeit mischt. Keine Wärme um mich.
Eigentlich bin ich gern allein, genieße es auch oft - vielleicht weil ich weiß, er ist da, er ist in meinem Leben, er lebt und liebt mit mir. Aber am Abend im Dunkeln weicht dieses Alleinsein dem Einsam fühlen. Ich weiß, es ist nur ein Schein, nichts schnürt mir das Herzchen so zu wie zu Zeiten, in denen ich wirklich einsam war. Aber er fehlt mir. Er fehlt mir sehr - eben auch wenn ich genau weiß, dass er in ein, zwei Stunden neben mir liegen wird.