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Montag, 12. Februar 2018

Ein Abend mit Herrn Bock

Gestern, da war ich hier und hab ihm, dem Markus, zugehört. Letztes Mal am selben Ort hat es irgendwie nicht gepasst, aber den 11. hatte ich mir schon lange auf den Kalender geschrieben.
Und es war ein schwerer Tag. Ein schwerer Tag, wie sie manchmal so sind, die Tage, an denen es etwas ruhiger wird. 
Ich hab es geschafft und bin irgendwann losgefahren. Ungeduscht - denn das Duschen hab ich nicht geschafft. Aber ganz ehrlich? Ich glaub, das hat einfach niemanden gestört, geschweige denn, dass es irgendwem aufgefallen wäre.

Fast eine Stunde vorher war ich da, und noch war das Cafe Eden ganz dunkel, auch wenn ich hinter dem Tresen wen sah. Ich ging ein paar Schritte weiter die Strasse entlang, auf der Suche nach einem Kaffee und fand ein nettes kleines Lokal, das "Kugelpudel". Der Kaffee wich dem Chai Latte und einer Kaffee Kola von Fritz. 
Um kurz nach halb sechs kehrte ich zurück und setzte mich ins Cafe Eden - und war stolz, es tatsächlich geschafft zu haben.
Es wurde voll, sehr voll. Und ich war froh, gemütlich auf einem Sessel sitzen zu können.


Ich weine nicht. Oder ich weine selten, ich weine fast niemals wegen mir. Nicht, weil ich nicht wollen würde, sondern weil ich es nicht kann. Es gibt Situationen, in denen ich weinen kann - das aber sind wenige und wenige Menschen kennen Tränen von mir wegen mir. Ich kann weinen wegen eines Todes, eines Verlustes. Ich kann weinen aus Freude. Ich kann weinen, weil mir jemand etwas Bewegendes erzählt von sich. Ich kann weinen vor Rührung. 
Aber ich kann nicht weinen aufgrund meiner inneren Traurigkeit, meiner inneren Aufruhr, meiner Verzweiflung, meiner Angst, meiner Ohnmacht. Ich kann nicht weinen, obwohl es so dunkel ist, kann nicht weinen, obwohl ich mein Leben als so wenig lebenswert erachte für mich. Kann nicht weinen, weil mir alles zuviel ist. Vor vielen Jahren schrieb ich, dass es ein ungeweintes Meer gäbe aus Tränen in mir. Und das ist wohl heute noch so.

Gestern aber, da liefen Tränen- Einfach so. Und das nicht nur einmal. Es waren Tränen, weil Markus mich berührte, mit dem, was er erzählte von sich. Aber eben auch, weil er anrührte, was in mir ist. Weil manches sich so gleicht. Und so weinte ich Tränen, die ihm galten, weil mich sein Schmerz berührte - und zugleich weinte ich meine eigenen. Es war okay, und es war auch gut. Nichts daran fühlte sich schlecht an. Ich konnte das einfach so hinnehmen und akzeptieren und zugleich war da nie auch nur der Hauch einer Gefahr, abzustürzen in den Abgrund, es gab nie die Gefahr, dass der Strom nicht versiegen würde, was viele, viele Jahre meine Angst war - wenn ich mir und den Tränen nur einmal nachgeben würde, so wäre ich verloren. War ich nicht. Kein bisschen. Und auch das war gut.

Markus sprach von radikaler Akzeptanz. Selbige lebe ich an vielerlei Stelle schon lange und habe gemerkt, dass ich da stolz drauf sein darf. Weil genau das gut ist. Keine radikale Akzeptanz, die am Weiterentwickeln hindern würde, sondern eine, die vor der inneren Niedermetzelei des eigenen Selbst schützt. Rückblickend gab es dieses Gemetzel lange in mir, als Jugendliche, als junge Erachsene und auch noch als gestandene Frau. Heute hat es sich beruhigt. Weil ich akzeptiere. Was nicht heisst, dass ich beispielsweise mein Verhalten nicht als negativ bewerten und einsehen kann, auch nicht, dass ich mich nicht entschuldigen kann, wenn ich anderen damit wehtue. Ich kann akzeptieren und nur aus eben dieser Akzeptanz heraus mich selber kritisch und konstruktiv hinterfragen und Konsequenzen ziehen. Und das ist wunderbar.

So vieles erschien mir gleich, so vieles ganz anders, so manches ähnelt sich. Jeder hat und trägt seine Geschichte, die doch aber häufig irgendwo irgendwelche Parallelen aufweist. Und es ist zum einen tröstlich, zu wissen, dass dem so ist und zum anderen wunderbar, dass Markus mit seinen Veranstaltungen dafür sorgt, dass dies in der Öffentlichkeit Raum hat. Nicht nur in der virtuellen Welt, nicht nur in der des geschriebenen Wortes, sondern in der Öffentlichkeit, in der  Gesichter sind. In der Begegnungen sind. In der Menschen sind, die betroffen sind, Menschen, die sich interessieren für das Thema Depression, aus vielerlei Grund. Und die aus eben diesem Grund zusammenkommen. Das finde ich toll.

Der Umgang mit dem Thema Suizid ist oft ein schwerer. Ich glaube, ich kenne kaum einen Menschen, in dessen Umfeld sich niemals jemand suizidiert hat. Suizid hat viele Schrecken. Und er ist meist ein Tabu Thema.  Dabei sind da so viele, denen der Gedanke daran nicht fremd ist. Und ja, ich war beeindruckt von Markus Umgang mit eben solchen Gedanken. Gedanken, die mich oft begleiten. Manchmal täglich. Und sicher darf ich mich glücklich schätzen, dass ich nicht ständig jeden Tag mit diesen Gedanken leben muss. Aber sie sind dennoch ein Teil von mir. Was aber noch lange nicht heisst, dass ich - auch in schlimmen Phasen - akut suizidal wäre.
Sinngemäß sagte Markus, dass ich von der Existenz der Gedanken an Suizid nicht sterbe.          Eben.  Sie können viele Funktionen haben, und ich bin sicher, dass dies sich von Mensch zu Mensch unterscheidet. Ob ich sie nun als Indikator dafür sehe, dass ich mich - dringend - um mich kümmern muss, oder ob ich sie akzeptiere und in irgendeiner Form anders darauf reagiere. Sprechen kann ich nur für mich an dieser Stelle. Ich bin mir ihrer bewusst und auch der hinter ihr verborgenen Sehnsucht. Ich bin mir auch bewusst, dass in mir viele Kontrollinstanzen sind, die mich im Leben halten und ich bin mir auch der Dinge bewusst, die mir das Leben lebenswert machen - selbst wenn ich sie oft nicht spüren kann. Aber ich weiß, welche das sind und muss vetrauen und vertraue darauf, dass es besser werden wird. Vielleicht nicht gut. Aber besser.  Wenn ich jedoch an Stellen käme, an denen Gedanken an den selbstgewählten Tod unangeschaut und unreflektiert in mir herumschwirren würden, so wäre die Gefahr der Umsetzung eine ungleich größere. 

Wie Markus bin ich auch ein Teil dankbar für die Depressionen, für den Weg, für das, was genau deswegen aus mir geworden ist. Ohne meine psychische Erkrankung wäre ich heute nicht die, die ich bin. Ich bin entfernt davon, mich lieb zu haben. Aber an vielen Stellen mag ich mich heute. An vielen Stellen finde ich mich, meine Ansichten, meine Empfindsamkeit, meine Empathie und manches andere wirklich gut. Und manchmal verteufele ich sie. Aber unterm Strich habe ich vieles gewonnen, weil ich mich durch so viele Dunkelheiten und Abgründe kämpfen musste. Ich habe bis hierher überlebt und werde das auch noch weiter tun. Und ich wünsche mir sehr, dass dieses Überleben irgendwann dauerhafter zu einem Leben wird. Denn es ist anstrengend. Fast jeden Tag kämpfe ich. Verschiedene Kämpfe, oder vielleicht auch ein und denselben Kampf, in dem ich aber  verschiedene Standpunkt einnehme. Ich kämpfe manchmal gegen die Welt da draussen. Meist aber kämpfe ich gegen mich, um einen Weg zu finden, in dieser Welt ankommen zu können. Oder um mir meine eigene, lebenswerte kleine Welt in dieser großen aufzubauen. Oder ich kämpfe mit dem Teil von mir, der erkrankt ist. Mit dem Teil, um mit eben diesem einen Platz in der Welt zu finden. Oder gegen diesen Teil, um dasselbe zu erreichen. Es ist verschieden, je nach dem, wie es gerade ist. Je nach dem, an welcher Stelle ich stehe. Der größere Teil des Kampfes heute ist der, mit der Erkrankung zu leben. Früher kämpfte ich fast ausnahmslos dagegen. Gegen alles. Heute akzeptiere ich oft. Und begrüße vieles wie alte Bekannte. Manchmal begrüße ich auch alte Freunde, die mich ein Stück begleiten, weil sie gekommen sind, um mein Überleben zu sichern. Weil sie eine Funktion haben. Und jedesmal, wenn sie vorbeikommen, bin ich - nachdem sie sich scheinbar von sich aus zurückziehen oder nachdem ich sie manchmal sanf verabschiedet, manchmal bestimmt rausgeworfen habe - ein Stück des Weges weitergegangen, meistens nach vorn. Nicht immer. Ich gehe auch zurück. Aber der Weg nach vorn ist unterm Strich meist der weitere.

Gestern habe ich innerlich den Kopf geschüttelt, als Markus eine Frage beantwortet hat. Ich sah es anders. Ist es eine Form von Glück, in der Lage zu sein, für sein Leben, für sein Glück zu kämpfen? Und es dadurch erreichen zu können? (Hier fehlt mir ein Teil der Antwort vielleicht, aber letzlich war das der in mir aufgenommene Sinn der Antwort).
Ich dachte nur, nein, das ist es nicht. Es ist anstrengend. Dieser immerwährende Kampf ist anstrengend. Mal mehr und mal weniger, unterm Strich aber eben Tag für Tag. Nein, das ist kein Glück.
Aber nachdenkend kann ich zustimmen. In der Lage zu sein, überhaupt kämpfen zu können und an mancher Stelle auch erfolgreich damit zu sein - kann glücklich machen. Es macht mich tatsächlich an vielen Stellen glücklich, oder vielleicht eher dankbar. Ein wenig glücklich sein ist dabei, aber ich glaube, die Dankbarkeit ist größer. Da ist - vor allem mit dem Glücksding - noch Luft nach oben, oft auch sehr viel Luft nach oben. Und dass eben dieser Kampf nicht anstrengend ist, hat niemand gesagt. Im Gegenteil. Aber es lohnt sich. Auch wenn das nicht immer zu sehen ist. Aber unterm Strich ist das so.

Da war noch so vieles mehr, was sich in mir bewegte und sich noch bewegt.
Dafür sage ich  Danke. Ein Danke, was vielschichtig ist. Und ein Danke, das ganz tief von Herzen kommt.

Und jeder der die Gelegenheit bekommt, ihm zuzuhören, sollte das tun finde ich.





Mittwoch, 23. August 2017

Zurück - Dankbarkeit

Mehr als zwölf Jahre ist das große Kind bei uns. Zwölf Jahre. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte sie bisher mit uns. Und begann nach und nach, die Welt zu entdecken. In kleinen, sich langsam ausdehnenden Kreisen.
Die erste Fahrt weit fort von uns war eine Klassenreise nach England inklusive eines Besuches in London in diesem Juni. Kurz vorher - Terror in der Hauptstadt. Bedenken in den Kreisen der Klasse, Bedenken auch bei uns. Natürlich fuhr sie dennoch einen Tag nach London. Sie soll doch die Welt entdecken! Sich nicht verstecken vor dem, was sein könnte. Immer und überall. Dennoch war ich froh, als sie nach knapp einer Woche wohlbehalten zurück war.
Nun war sie mit der Familie ihrer Freundin fort. Drei Wochen in Nordspanien, ich sah sie zuletzt am 2. August. Letzte Woche dann ein Anruf von ihr:
"Sag Mama, hier war ein Terroranschlag, aber uns geht es gut" sagte sie zu ihrer Schwester, weil ich gerade Auto fuhr. "Alles klar, ich gehe eben in die Apotheke" - es war kurz vor Ladenschluss - "grüß schön" sprach ich zum kleineren Kind. Und erst in der Apotheke kam in meinem Gehirn überhaupt an, was die Große mir gerade hatte ausrichten lassen.
Barcelona. Sie war in Barcelona. 
Ohne ein "Guten Tag" fragte ich die Apothekerinnen, ob ihnen etwas bekannt sei von einem Terroranschlag in Barcelona. Und die Damen schauten nach einer ersten Verwunderung ob dieser Frage ins Internet. Terror in Barcelona.
Meinem Kind ging es gut. Sie saß zum Zeitpunkt des Telefonates in einem fastfood Restaurant und freute sich mit ihrer Freundin, die unter Zöliakie leidet, dass es dort glutenfreie Burger gibt. Und sie hörten permanent Sirenen. 
Den Rest des Abends verbrachten sie damit, aus Barcelona heraus zu gelangen. Und wir verbrachten den Rest des Abends vor dem Fernseher. Einerseits krank vor Sorge. Andererseits entrückt in die Unwirklichkeit, gleichzeitig stets Nachrichten mit dem Kind austauschend. Irgendwo mitten in all diesen Straßensperren stand das Kind, das die meiste Zeit seines Lebens mit uns verbracht hatte und nun weit, weit weg war, an einem Ort, wo der Terror noch nicht gebannt schien. Und wir Eltern waren nicht mal bei ihr. Gegen Mitternacht eine Nachricht, dass sie im 1 1/2 Stunden entfernten Urlaubsort angekommen seien. Durchatmen.
Seit soeben ist sie wieder daheim. 
Sie hatten eine kleine Bootsfahrt gemacht an diesem Tag. Und liefen weniger als eine Stunde vor dem Attentat über eben dieses Stück der LasRamblas. Weniger als sechzig Minuten. 
Dankbar.
Und getroffen.
Und ohnmächtig.


Sie ist da, wo sie nun sein sollte. Gesund und wohlbehalten hier bei uns. 
Und sie wird weiter hinausziehen in die Welt, egal wie erschüttert ich auch bin. Ich kann sie nicht festhalten. Ich kann sie nicht beschützen vor der Welt - und will es eigentlich auch gar nicht, weil sie doch lernen muss, in ebendieser zu leben.
Und dennoch ist da neben dieser unendlichen Dankbarkeit eine fast ebenso große lähmende Betroffenheit. 

Samstag, 24. September 2011

Zauber

Dieser Zauber, der Zauber Deines Lachens aus tiefem, tiefem Herzen. Dein Strahlen, Deine strahlenden Augen. Dein so inniges Lieben, auf mich zu gehen, umarmen, den Kopf streicheln. Deine Liebe, der ich mir sicher sein kann, die so gross scheint, so gross ist.
Dein Erspüren dessen, für das Du so wenige Worte hast. Um dann zielgerichtet eines dieser wenigen Worte zu benutzen, um mir meine oft vor mir selber geheimgehaltenen Gefühle wieder zu spiegeln. Zu sehen, dass Du begriffen hast. Manchmal vor mir. "Mama ist traurig". "Mama Angst". Ja, Bella, all zu oft hast Du so recht.

Dich im Arm zu halten ist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Du bist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Ich bin so dankbar, so unendlich dankbar für Dich.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Wichtelei

Auch heute entdeckte das Kindelein das Wichtelpaket nicht, trotz morgendlichem Kaffee machen für mich... Dort steht es seit Montag nachmittag. Aber bemerkt - hat sie es nicht ;-)


Hier und da und dort knibbelte sie herum...

... ich half dann doch mit der Schere nach und da wars auf und wurde freudig auseinander gepflückt....

Kekse! Ernie und Bert!


Eine Karte mit Tannenbaum!


Und heraus kam ein ganzer Wald mit einem Reh, was dort auch sofort hineinlief. Am Bein hat es im übrigen einen Verband, weil das Bein gebrochen ist. Also darf er nicht entfernt werden - sonst kann es ja gar nicht laufen !

Und schnell gabs Gesellschaft fürs Rehlein...


Und das Kindelein war mindestens so glücklich wie die beiden hier:

Liebe Frische Brise Familie:

Auch von uns Grossen ganz lieben Dank, ein wundertolles Geschenk! Am allerliebsten ist dem Kindelein im übrigen der Baum mit "Glitzer" ;-). Ich denke, alles wird gleich in unsere Kisten wandern, morgen an Euch vorbeifahren und am Nachmittag im Ferienhaus an der dänischen Nordsee wieder ausgepackt werden!

Dienstag, 1. September 2009

Post Post Post

Neulich, da bekam ich Post. Ein kleines Briefpäckchen. Mit einer wunderbar schönen Handschrift adressiert, zudem sehr nett aufgehübscht mit einem Eulen Aufkleber und ein wenig Farbe.
Nur der ABsender, der war mir gar unbekannt. So ganz und gar. Kurz dachte ich an eine alte Freundin, die denselben Vornamen trägt. Aber es war so gar nicht ihre Schrift. Ich überlegte nicht mehr sehr lang und packte einfach aus.... Sehen Sie her:



Da schwante es mir... Frau Maus! Da war doch was... So wunderschön verpackt, ein so schönes Kärtchen. Hach. Mein Herzchen klopfte und ich bekam ein wenig Gänsehaut, weil ich mich so riesig freute, dass da jemand, die mich doch eigentlich so gar nicht, aber nach manchem Blog lesen vielleicht ja eben doch so ein klein wenig kennt, so lieb ans Babylein und mich gedacht hat...
Und nach dem Auspacken war ich verzückt. So knuffig und schön und einfallsreich!

Liebe verrückte Frau Maus, dankedankedankeschön!!!!!

Samstag, 22. August 2009

Verrückt

Sagen Sie, kennen Sie eigentlich Frau Maus? Nein?
Nun, dann will ich Ihnen sagen, Frau Maus ist verrückt. Unglaublich wunderbar verrückt.
Warum?
Das zeig ich Ihnen. Nächstens hier.

Gefreut hab ich mich. Unglaublich sehr, sehr gefreut!
An mein Herzchen, Frau Maus vom lavendelblauen Wunder.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Plus acht und neun

Plus acht
Der Tag plus acht war der, an dem die Hebamme und ich uns sozusagen zum Cocktailtrinken verabredet hatten. Es war vereinbart, dass ich um 17 Uhr dies hier nett vermixt zu mir nehmen sollte.
Was ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Ganze dann zusammenmischte und zu trinken begann, nicht wusste (weil ich den Anrufbeantworter nicht abgehört hatte) , war, dass es einen "Stau" im hiesigen Geburtshaus gab. Am späten Nachmittag war gerade eine Frau dort um entbunden zu werden und eine weitere war quasi schon auf dem Weg dorthin... Eigentlich hätte ich mit dem Trinken noch warten sollen - oder zuhause entbinden ;-).
Nun denn, als ich gerade Glas eins intus hatte und bemerkte, dass sich das Öl schon ganz schön ekelig überall in Mund, Speiseröhre und Magen verteilt, trank ich das Glas wieder rückwärts. Gleichzeitig rief die Hebamme an, gab "Stau-Entwarnung" und dann dazu den Tipp, einen Ouzo nebenher zu trinken. Gabs nicht, aber Ramazotti tats auch und das ölig schleimige Gefühl wurde aushaltbar und der Cocktail blieb drin.

Und dann passierte - nix.
So nahezu garnix.
Ich hörte eine neue CD via Kopfhörer, machte Yoga und der Gatte telefonierte lange mit der lieben Freundin.
Um 23 Uhr - rund 5 Stunden nach dem ersten Cocktailschluck gingen wir leicht entnervt und enttäuscht zu Bett.

Plus neun
00:20 Uhr - das Rizinusöl tat seine Wirkung. Mir grummelte der Bauch, ich musste zur Toilette und fand den Aufwand für nix wenig spaßig. Als der Bauch leer war grummelte nichts mehr - aber der Schmerz ging irgendwie nicht weg... Einen kleinen Moment brauchte ich, um zu begreifen, dass es eine Wehe war. Eine richtig echte Wehe. Und kaum später die nächste. Ich hockte mich hin, kniete mich wie ein Fröschlein zu Boden und suchte Stellen zum Festhalten, hineinfallen lassen in die Hocke.
01:00 Uhr - ich weckte den Gatten. Schnell in einer Wehenpause. Veratmen ging schon nicht mehr, ich musste tönen. Aber es fühlte sich gut an. Alles. Der Gatte wollte nach der ersten Wehe die Hebamme anrufen, ich jedoch zögerte und meinte, das müsse noch ewig dauern, bis das was wird. Zwei Wehen später rief er an, nachdem ich mich tönend an den hinteren Teil des Toilettendeckels geklammert in die Hocke fallen ließ.
Wir verabredeten uns für rund 2:00 h ins Geburtshaus, wobei ich sicher war, es dauert noch, so schnell muss ich noch nicht dorthin... Am Ende jedoch waren wir vor der Hebamme da.
Ich weckte - wieder schnell in der Wehenpause - meine Mutter, die unter uns wohnt, dass sie auf das grosse Kindelein schaut und wir machten uns parat. Die liebe Freundin wurde informiert - sie wollte uns durch die Geburt begleiten und das Fröschlein mit in Empfang nehmen.
Der Weg durchs Treppenhaus forderte drei Pausen fürs Wehenverhocken und - tönen (dabei hats insgesamt nur 29 Stufen...), der Weg zum Geburtshaus gelang flott und reibungslos. Nur die letzten Wehen wollte ich ungern auf dem Parkplatz vertönen, also hielten wir kurz vorher an einer einsamen Bushaltestelle. Kaum darauf fuhr die Hebamme vorbei und fragte, ob wir das Kind nun hier im Auto bekämen - aber wir fuhren dann doch schnell die letzten Meter.
Wir kamen an in einem Raum, in dem schon unsere erste Tochter zur Welt kam, genau wie meine Nichten und meine Herzensjungs. In einem Raum, in dem ich einige Wochen zuvor im Geburtsvorbereitungskurs große Lust bekommen hatte auf das Gebären unseres Kindes, unserer Lydia. Es war erst dunkel, dann zündete die Hebamme viele Kerzen an, machte schönes Licht. Um mich herum mein lieber Mann und meine Freundin, die mir Halt gaben in den Wehen, weil ich mich gegen sie lehnen konnte, weil er meinen Kopf hielt, weil sie mich von vorne stützte. Weil sie da waren.
Ich wechselte zweimal die Positionen und sass am Ende in meines Mannes Schoß im Bett, mir gegenüber auch auf dem Bett - ein 140 cm breites FutonBett - meine Freundin und die Hebamme. Ich spürte mich. Meinen Körper. Wusste ohne Worte, was gut ist, was richtig ist. Wie es geht, wo es hingeht. Wir waren ein Team, mein Körper und mein Gefühl. Beide verließen sich aufeinander und obendrein auf die drei Menschen um mich herum. Dass sie mich halten und bleiben würden, dass sie tun würden, was zu tun ist. Am meisten aber tat ich. Und irgendwo tief drinnen war ich mir dieser gewaltigen Kraft bewußt. Kein Momentchen des Zweifelns, kein Moment der Angst. Kein Moment des nicht mehr Aushalten könnens. Es gab keine Grenze in dieser Nacht im Geburtshaus. Keine einzige Grenze die ich überschreiten musste, wie ich es zur Geburt des ersten Kindeleins getan hatte. Es gab nur ein tiefes Vertrauen zu mir selbst , eine ungeheuerliche Stärke und ein Bewusstsein für beides.
Die Hebamme sagte wenig. Gab kaum Anleitungen was ich tun sollte. Weil es einfach aus mir heraus passierte. Zweimal überraschte sie mich, weil sie mir mit dem Anruf bei der zweiten Hebamme und dem Einschalten des Heizstrahlers deutlich machte, dass schon bald die Zeit gekommen ist. Die Zeit, von der an wir zu viert sein würden. Nur noch wenige Momente trennten uns von unserem Fröschlein. Niemals hätte ich das für möglich gehalten - ich war doch gerade erst angekommen. Sollte das Kind schon so bald in den Kerzenschein hinein geboren werden? Wieviel Zeit genau vergangen war wusste ich nicht. Aber dass es nicht mal annähernd ein viertel der Zeit der ersten Geburt gewesen sein konnte war mir dennoch recht bewusst. Letzlich war es ein sechstel... Beim ersten Kindelein hatte ich 16 Stunden länger in den Wehen gelegen. Hier jedoch lag ich nicht in den Wehen - ich lebte sie. Völlig anders als es damals gewesen war.
Irgendwann tastete ich das Köpfchen und schob es nachfolgend ganz heraus. Ich sah ihren Kopf und streichelte ihn und weinte Freudentränen bevor ich das Mädchen in den nächsten Wehe ganz zu uns, ganz in diese Welt brachte.
Die Hebamme nahm sie zuerst, doch sie, sie gab sie mir auf den Bauch. Sie gab mir das Mädchen zurück unter mein Herz.
Es war 03:14 Uhr als ich wieder Mutter, wir wieder Eltern wurden.
Wunderschön.

Dienstag, 28. Juli 2009

Aufgewertet

Dank der lieben Kerstin haben meine zwei Mädels nun schwer aufgewertete Shirts (ansich wollt ich welche nähen. Aber da muss ich ja noch ewig warten - schliesslich sind Kindergartenferien und das kleine Kind zudem im Training zum Minimal-Abstands-Stillen-Weltrekord. Also bin ich zu Hasi und Mausi. Und hatte leider fürs große Kind wenig Auswahl. Aber nu, rot auf schwarz knallt ja schon ;-))

Sehr sehr grandios find ich das, Kerstin! Danke nochmal!

Kapete

Kapete, Kapete, Kapete gab es!
Den Inhalt von diesem von hier will ich nicht vorenthalten, wir haben uns nämlich arg gefreut. Gut zu erkennen daran, dass es ne Menge Schnuckerkram nicht mit aufs Bild geschafft hat ;-).
Das große Kindelein puzzelt und puzzelt immer wieder die Hello Kitty auf der linken Seite und die rechte Hello Kitty ist inzwischen schon mit Ersatzbonbons gefüllt....



Ganz zuckersüss ist der Herr in der Mitte! Und ausserdem ist er inzwischen schon in den Babybalkon gewandert... Dankedankedanke liebe KathyFamilie!

Sonntag, 26. Juli 2009

Freundin

Ich telefonier nicht gern. Eigentlich sogar gar nicht gern. Ab und an gibts mal Ausnahmen, aber die bestätigen ja bekanntlich die Regel.
Aber dann gibts da noch die Frau Nevigeser. Die fällt mal schlichtweg völlig durchs Raster. Mit ihr telefonier ich nämlich sehr wohl gern. Ausgesprochen gern sogar. Mitunter täglich. Und auch wenn ich selten die Anrufende bin - ich hab da son Spleen - ich rufe nämlich auch ungern wen an, weil ich ja stören oder unpassend anrufen könnte oder so...
Umso schöner find ich es, dass Frau Nevigeser sich da durchaus nicht beirren lässt und eben das Anrufen übernimmt. So komme ich nahezu täglich in den Genuß, einen kurzen Tagesaustausch ins Nachbarstädtchen zu führen und ich genieße das sehr!
Dank Dir mal, Du liebe Freundin Du! ;-)

Freitag, 3. Oktober 2008

Vater, Mutter, Kindelein

Vor Wochen schon bekam ich ein Paket. Von ihr. Um uns nach dem Urlaub den Einstieg in den Alltag zu versüssen. Und dabei lagen diese 3...:


Vater, Mutter, Kindelein. Beim letzten Treffen mit der Kathyfamilie wurden sie geknetet. Und als ich in der Nacht des Heimkommens Ende August diese 3 Zeitgenossen sah, packte ich sie schnell wieder ein, verstaute das Päckchen und dachte: "Ihr müsst noch warten, ihr 3. Erst wenn der kleine Lutz bei der Kathyfamilie angekommen ist, dürft ihr wirklich hier bei uns einziehen. Weil das dann nur wir sind".

Und so essen wir erst jetzt die kleinen feinen Sachen, freuen uns über die lieben Gedanken und dass dort, wie sie herkommen nun noch jemand ist.

Liebste Kathy, vielen vielen Dank.

Freitag, 5. September 2008

Paketpost

von Multiples. Scones ala Frau Barcomi. Einfach nur grandios.

Dankedankedankeschön, Du Liebe! Lass Dich drücken!
Da waren ja drei drin. Aber die konnten einfach nicht überleben bis zum Nachmittag und Abend, wo das Kindelein und der Gatte heimkommen. Liebe Angela, grüss doch bitte ganz lieb Kind 1 von mir. Ich kann sie sehr gut verstehen ;-)

Montag, 2. Juni 2008

Freundin

Irgendwann nach - mal mehr mal weniger - langer Zeit hören wir, sehen wir uns. Eine von uns beiden verschwand immer nach inniger Zeit irgendwo in der Versenkung, irgendwo im Nirgendwo und Überall. Doch jedesmal, so viel auch passiert war und so sehr unsere Leben sich manchmal voneinander unterscheiden, gelingt es uns schnell, uns gegenseitig da abzuholen wo wir sind. Und wir sind uns nah. Egal wie fern die Umstände oder die Kilometer uns auseinander gebracht haben.
Eine so wertvolle Freundin. Immer.

Prost

Heute gab es ein Päckchen !


Und darin war all dies:

Prost

Alles gut angekommen und das Erdinger Weissbier alkoholfrei passt herrlich zur herrschenden abendlichen Schwüle. TIPTOP Dankeschön!!!