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Donnerstag, 2. September 2010

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Ich hasse diese Abende, an denen ich stundenlang die Kinder ins Bett bringe, an denen nur Geweine, Geheule und Gezeter herrscht, an denen ich es absolut nicht schaffe, auch nur einem Kind ein wenig gerecht zu werden und an denen ich mir sicher bin, auf absolut ganzer Linie zu versagen.

Samstag, 20. März 2010

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Es gibt Tage die zehren und zerren an mir. Momente, oft gefühlte Stunden, mit dem grossen Kindelein, die zehren meine Energie und zerren an allem was ich habe. Viel zu viele Momente, in denen meine Reaktionen ganz und gar nicht sinnhaft, logisch, richtig oder gut sind. Da steht ein kleines Wutmonster mit all ihrem ungefilterten Leid, mit all der Kraft ihrer Emotionen vor mir und tut das, was irgendwie das ist, was ich eigentlich für richtig halte: sie gehen lassen. Sie raus lassen und in die Welt schreien, sie mir ins Gesicht schreien, weil in Ihren Augen ich die bin, die die Wut in Ihr entfacht. Und statt hinzunehmen, sie bei der Hand zu nehmen, sie wüten zu lassen und ruhig zu bleiben, schlägt sie in mir eine Saite an. Nicht sanft sondern mit aller Gewalt. Und dann stehen wir da und gewittern uns bar jeder Vernunft und mit aller Macht an. Kein einziger Knall sondern eine sich lange fortsetzende und nicht enden wollende Schaukelei. Die Saiten schwingen. Es macht Mühe. Mir und ihr.
So oft wenn ich sie ansehe blicke ich in einen Spiegel. Und sehe Dinge, die ich an mir kaum leiden mag in diesem Kind, was ich so liebe. Vielleicht ist es das, was die meiste Mühe macht - gepaart mit Hilflosigkeit.

Dann wieder andere Tage, die so wunderbar sind.

Oft kommen Fragen auf. Fragen nach dem Warum, Fragen nach dem Miteinander Umgehen, Fragen nach der Wertschätzung. So voller Liebe bin ich, doch warum feit mich diese Liebe nicht vor all diesen schweren Momenten, warum kann ich diesen Momenten nicht liebevoll lächelnd gegenüberstehen? Sind sie in Wahrheit nicht doch so belanglos, wenn es um all die vielen alltäglichen Nichtigkeiten geht? Ich liebe und akzeptiere dieses Kind doch so, wie sie ist. Genau wie auch das Babylein. Wunderbar sind sie, die eine wie die andere. Jede für sich. Manches darf mir und ihr, ihnen beiden mehr Mühe machen als anderes. Aber wie können solche Dinge so manches Mal so beherrschend sein, dass ich einfach das Handtuch werfen will? Oder gar muss, weil ich nicht standhalten kann. Wie kann das sein?
Ich will ihnen das Leben zeigen, Glück und Zufriedenheit in ihre kleinen Herzchen pflanzen. Und all zu oft hab ich Sorge, dass mir dies nicht gelingt, nicht gelingen wird.

Hätte mir je jemand vor der Geburt der Mädchen gesagt, wie schwer es ist, Kinder zu haben - ich hätte nicht geglaubt dass es so schwer ist. Unbestreitbar sind diese Kinder das allerbeste und wunderschönste was mir je passiert ist und ich bin voller Dankbarkeit, sie hier bei uns zu haben. Dennoch bleiben sie meine bisher grösste Herausforderung.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Ähnlichkeiten

Das IdaKind ist mir ähnlich. Sehr ähnlich. Zu oft einfach zu ähnlich. Dann stehe ich wie heute nach dem Schwimmbadbesuch auf beiden Seiten - aber keine ist richtig. Ich kenne ihre Wut. Weil etwas nicht erlaubt ist, nicht gelingt, nicht passt. Es ist ein ohnmächtiges Fühlen einer Macht, die irgendwie raus will - aber eigentlich keinen Platz hat, keinen Platz findet. Weil da jemand ist, der eben dieser Wut, dieser all zu mächtigen Ohnmacht partout keinen Platz geben will.
Weil ich sie fürchte.
Und weil da jemand ist, bei dem irgendwann genau diese mächtige Ohmacht aus dem Inneren nach oben strömt und ein Pendant findet. Und das kann auch schon mal zu einer hochexplosiven Spannung führen. Wie sehr ich mich einfühlen kann in dieses Kind! Und wie sehr sie genau damit meine Grenzen unwissentlich niedertrampelt - einfach weil sie ist wie sie ist. Wie sehr wünschte ich mir zu Zeiten als ich noch wünschen konnte, aber noch keine Worte hatte, dass mein grosses Gegenüber jemand sei, der mit mir diese Wut aushält, mich hält, mir erlaubt genau das, was ich gerade fühle irgendwo hinaus zu lassen.
So jemanden gab es nicht. Und ich verlernte zu wünschen, verpackte irgendwann alle Wut meines kleinen Lebens in die hinterletzte Ecke meines Seins. Bis irgendwann diese hinterletzte Ecke so sehr angefüllt war, dass die Wut ihren Raum forderte. Nicht laut. Nein, niemals laut. Das war weiterhin verboten. Wut ist nicht erlaubt. Wut ist nicht zu zeigen. Sie nahm auch nicht den Umweg über mein Fühlen. Sie bahnte sich einfach einen Weg, um ins Draussen zu kommen, und ich zeichnete mich so für mein Leben.
Manchmal fürchte ich davor, dass es mir nicht gelingt, das Kindelein genau das fühlen und erleben zu lassen, was gerade in ihr ist. Ich fürchte, dass es mir nicht gelingt, mit ihr auszuhalten, sie zu halten. Ihre Wut zu ertragen, anzunehmen und in Bahnen zu lenken, in denen sie sein darf, sein muss. Ihr zu zeigen, wie sie Wut leben darf. Und diese Furcht ist berechtigt, weil ich es selber oft nicht weiss. Weil ich noch auf der Suche bin.
Es gibt Tage, Zeiten, Phasen da fällt es mir leicht. Phasen in denen ich mit ihr stampfe, auf das Sofa trommele, wo wir husten und dann lachen vor Staubaufwirbelei. Aber es gibt mindestens ebenso viele, in denen wenig geht. Wo ich nicht in der Lage bin, sie zu tragen und zu halten. Und genau das tut mir unendlich leid.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Launen

Launen sind derzeit wohl das, was das Kindelein hat. Zumeist ähneln sie sich sehr diese Launen. Der frühe Morgen beginnt mit Jammern, Heulen und Zetern; der Morgen nach dem Aufstehen geht weiter mit Heulen, Jammern und Zetern. Am Vormittag gibts zeitweilig eine kurze Pause - das Kindelein spielt mit sich selbst vertieft irgendetwas. Nachher gehts weiter mit Jammern, Zetern und Heulen, der Mittag ist dann sowiso jammerig, heulig und zeterig, weil das Mädchen so langsam ein Mitttagstief entwickelt. Mit Glück gibt es eine kurze Pause - ruhiges Spiel, Hören von Musik oder einer Geschichte.
Am Nachmittag dreht sie hoch, Heulen, Jammern und Zetern in immenser Lautstärke lassen nicht lange auf sich warten. Und so geht mit kurzen Untrbrechungen weiter bis zum Abend. Mit Glück gestaltet sich das zu Bett gehen ruhig. Aber nur mit Glück.
Ich habe so das dumme Gefühl, das kleine blonde Mädchen schon mit 3 1/2 in die Pubertät kommen (und vermutlich 25 Jahre drin bleiben).
Ich sag nur: hier herrscht Zickenterror deluxe. Mit dem ich - hormongebeutelt und zudem dauertotmüde wie ich gerade bin - derzeit natürlich ganz, ganz blendend entspannt umgehen kann. Wirklich sehr grossartig.

Freitag, 14. März 2008

Schlimmer?

Ich weiss nicht was schlimmer ist.
Das derzeit trotzdende tretende kreischene schreiende hysterische Kindelein selber bettfertig zu machen, dabei ruhig und gelassen zu bleiben, immer wieder an eigenene Grenzen zu stossen.
Oder zu hören, wie der Liebste es tut.
Beides richtig scheisse.
Beides zum Heulen.
Diese Hilflosigkeit, dass es uns derzeit nicht gelingt, sie da raus zu holen. Ein beständiges Stossen an unsere eigenen Grenzen. Ein uns immer mal wieder eingestehn müssen, dass wir wieder an irgendwelchen Stellen irgendwas falsch gemacht haben. Es schlaucht so, dass es schwer ist, eine Linie zu finden.
Ich hoffe, sie geht bald vorbei, diese Phase.

Donnerstag, 6. März 2008

Erklärung

Ja, es gibt eine Erklärung. In Ermangelung entwicklungspsychologischr Fachliteratur fragte ich heut eine Fachfrau, die ich häufiger treffe.
Wiederannäherungskrise.
Das ehemals narzisstische Weltbild des Kindeleins (ich kann alles, weiss alles, die Welt, das Leben, die Menschen - alle drehn sich nur um mich...) bricht nach und nach zusammen. Das Kindelein möchte alles allein, begreift nun mehr und mehr Grenzen und muss sich völlig neu orientieren im gleichen Umfeld. Höllenarbeit. Denn eigentlich will sie alles allein machen - und doch gelingt nicht alles allein. Und so vieles ist so ambivalent, dass sie einfach noch nicht in der Lage ist, gut für sich zu entscheiden (und wenns dabei "nur" um die richtige Jacke geht. Oder das Schuheanziehn. Oder so). Dazu kommt, dass die Kinder sich wohl oft selber nicht mögen in diesem Getobe. Wenn das auch eher diffus ist. Das birgt - natürlich - Konfliktsituationen.
Das in Kürze - so wie ich es verstanden hab.
Mir fällts einfach leichter, ruhig zu bleiben und die Situation anzunehmen, wie sie gerade ist, wenn ich verstehe, was los ist (es sei denn ich drohe schon wieder ne halbe Stunde zu spät zur Arbeit zu kommen-da muss dann auch mal kurz, laut und schmerzfrei herhalten, weil Beherrschung dann irgendwie meist nicht mehr im Angebot ist(leider)).
Aber praktischerseits mache ich ähnlich weiter wie vorher und summe innerlich mein Mantra für Tobesituationen vor mich hin: "Ruhig tut uns beiden gut, ruhig tut uns beiden gut". Und so fortundfortndfortundfort.....