Mittwoch, 29. Juli 2009

Plus acht und neun

Plus acht
Der Tag plus acht war der, an dem die Hebamme und ich uns sozusagen zum Cocktailtrinken verabredet hatten. Es war vereinbart, dass ich um 17 Uhr dies hier nett vermixt zu mir nehmen sollte.
Was ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Ganze dann zusammenmischte und zu trinken begann, nicht wusste (weil ich den Anrufbeantworter nicht abgehört hatte) , war, dass es einen "Stau" im hiesigen Geburtshaus gab. Am späten Nachmittag war gerade eine Frau dort um entbunden zu werden und eine weitere war quasi schon auf dem Weg dorthin... Eigentlich hätte ich mit dem Trinken noch warten sollen - oder zuhause entbinden ;-).
Nun denn, als ich gerade Glas eins intus hatte und bemerkte, dass sich das Öl schon ganz schön ekelig überall in Mund, Speiseröhre und Magen verteilt, trank ich das Glas wieder rückwärts. Gleichzeitig rief die Hebamme an, gab "Stau-Entwarnung" und dann dazu den Tipp, einen Ouzo nebenher zu trinken. Gabs nicht, aber Ramazotti tats auch und das ölig schleimige Gefühl wurde aushaltbar und der Cocktail blieb drin.

Und dann passierte - nix.
So nahezu garnix.
Ich hörte eine neue CD via Kopfhörer, machte Yoga und der Gatte telefonierte lange mit der lieben Freundin.
Um 23 Uhr - rund 5 Stunden nach dem ersten Cocktailschluck gingen wir leicht entnervt und enttäuscht zu Bett.

Plus neun
00:20 Uhr - das Rizinusöl tat seine Wirkung. Mir grummelte der Bauch, ich musste zur Toilette und fand den Aufwand für nix wenig spaßig. Als der Bauch leer war grummelte nichts mehr - aber der Schmerz ging irgendwie nicht weg... Einen kleinen Moment brauchte ich, um zu begreifen, dass es eine Wehe war. Eine richtig echte Wehe. Und kaum später die nächste. Ich hockte mich hin, kniete mich wie ein Fröschlein zu Boden und suchte Stellen zum Festhalten, hineinfallen lassen in die Hocke.
01:00 Uhr - ich weckte den Gatten. Schnell in einer Wehenpause. Veratmen ging schon nicht mehr, ich musste tönen. Aber es fühlte sich gut an. Alles. Der Gatte wollte nach der ersten Wehe die Hebamme anrufen, ich jedoch zögerte und meinte, das müsse noch ewig dauern, bis das was wird. Zwei Wehen später rief er an, nachdem ich mich tönend an den hinteren Teil des Toilettendeckels geklammert in die Hocke fallen ließ.
Wir verabredeten uns für rund 2:00 h ins Geburtshaus, wobei ich sicher war, es dauert noch, so schnell muss ich noch nicht dorthin... Am Ende jedoch waren wir vor der Hebamme da.
Ich weckte - wieder schnell in der Wehenpause - meine Mutter, die unter uns wohnt, dass sie auf das grosse Kindelein schaut und wir machten uns parat. Die liebe Freundin wurde informiert - sie wollte uns durch die Geburt begleiten und das Fröschlein mit in Empfang nehmen.
Der Weg durchs Treppenhaus forderte drei Pausen fürs Wehenverhocken und - tönen (dabei hats insgesamt nur 29 Stufen...), der Weg zum Geburtshaus gelang flott und reibungslos. Nur die letzten Wehen wollte ich ungern auf dem Parkplatz vertönen, also hielten wir kurz vorher an einer einsamen Bushaltestelle. Kaum darauf fuhr die Hebamme vorbei und fragte, ob wir das Kind nun hier im Auto bekämen - aber wir fuhren dann doch schnell die letzten Meter.
Wir kamen an in einem Raum, in dem schon unsere erste Tochter zur Welt kam, genau wie meine Nichten und meine Herzensjungs. In einem Raum, in dem ich einige Wochen zuvor im Geburtsvorbereitungskurs große Lust bekommen hatte auf das Gebären unseres Kindes, unserer Lydia. Es war erst dunkel, dann zündete die Hebamme viele Kerzen an, machte schönes Licht. Um mich herum mein lieber Mann und meine Freundin, die mir Halt gaben in den Wehen, weil ich mich gegen sie lehnen konnte, weil er meinen Kopf hielt, weil sie mich von vorne stützte. Weil sie da waren.
Ich wechselte zweimal die Positionen und sass am Ende in meines Mannes Schoß im Bett, mir gegenüber auch auf dem Bett - ein 140 cm breites FutonBett - meine Freundin und die Hebamme. Ich spürte mich. Meinen Körper. Wusste ohne Worte, was gut ist, was richtig ist. Wie es geht, wo es hingeht. Wir waren ein Team, mein Körper und mein Gefühl. Beide verließen sich aufeinander und obendrein auf die drei Menschen um mich herum. Dass sie mich halten und bleiben würden, dass sie tun würden, was zu tun ist. Am meisten aber tat ich. Und irgendwo tief drinnen war ich mir dieser gewaltigen Kraft bewußt. Kein Momentchen des Zweifelns, kein Moment der Angst. Kein Moment des nicht mehr Aushalten könnens. Es gab keine Grenze in dieser Nacht im Geburtshaus. Keine einzige Grenze die ich überschreiten musste, wie ich es zur Geburt des ersten Kindeleins getan hatte. Es gab nur ein tiefes Vertrauen zu mir selbst , eine ungeheuerliche Stärke und ein Bewusstsein für beides.
Die Hebamme sagte wenig. Gab kaum Anleitungen was ich tun sollte. Weil es einfach aus mir heraus passierte. Zweimal überraschte sie mich, weil sie mir mit dem Anruf bei der zweiten Hebamme und dem Einschalten des Heizstrahlers deutlich machte, dass schon bald die Zeit gekommen ist. Die Zeit, von der an wir zu viert sein würden. Nur noch wenige Momente trennten uns von unserem Fröschlein. Niemals hätte ich das für möglich gehalten - ich war doch gerade erst angekommen. Sollte das Kind schon so bald in den Kerzenschein hinein geboren werden? Wieviel Zeit genau vergangen war wusste ich nicht. Aber dass es nicht mal annähernd ein viertel der Zeit der ersten Geburt gewesen sein konnte war mir dennoch recht bewusst. Letzlich war es ein sechstel... Beim ersten Kindelein hatte ich 16 Stunden länger in den Wehen gelegen. Hier jedoch lag ich nicht in den Wehen - ich lebte sie. Völlig anders als es damals gewesen war.
Irgendwann tastete ich das Köpfchen und schob es nachfolgend ganz heraus. Ich sah ihren Kopf und streichelte ihn und weinte Freudentränen bevor ich das Mädchen in den nächsten Wehe ganz zu uns, ganz in diese Welt brachte.
Die Hebamme nahm sie zuerst, doch sie, sie gab sie mir auf den Bauch. Sie gab mir das Mädchen zurück unter mein Herz.
Es war 03:14 Uhr als ich wieder Mutter, wir wieder Eltern wurden.
Wunderschön.

Dienstag, 28. Juli 2009

Aufgewertet

Dank der lieben Kerstin haben meine zwei Mädels nun schwer aufgewertete Shirts (ansich wollt ich welche nähen. Aber da muss ich ja noch ewig warten - schliesslich sind Kindergartenferien und das kleine Kind zudem im Training zum Minimal-Abstands-Stillen-Weltrekord. Also bin ich zu Hasi und Mausi. Und hatte leider fürs große Kind wenig Auswahl. Aber nu, rot auf schwarz knallt ja schon ;-))

Sehr sehr grandios find ich das, Kerstin! Danke nochmal!

Kapete

Kapete, Kapete, Kapete gab es!
Den Inhalt von diesem von hier will ich nicht vorenthalten, wir haben uns nämlich arg gefreut. Gut zu erkennen daran, dass es ne Menge Schnuckerkram nicht mit aufs Bild geschafft hat ;-).
Das große Kindelein puzzelt und puzzelt immer wieder die Hello Kitty auf der linken Seite und die rechte Hello Kitty ist inzwischen schon mit Ersatzbonbons gefüllt....



Ganz zuckersüss ist der Herr in der Mitte! Und ausserdem ist er inzwischen schon in den Babybalkon gewandert... Dankedankedanke liebe KathyFamilie!

Montag, 27. Juli 2009

Reserviert

EDIT:
Vertan haben sie sich. Und das Haus ist nur 2 Wochen frei. Aber 2 Wochen bei rund 12 Stunden Anreisezeit ist nicht so unser Ding. Und 2 Wochen sind überhaupt zuwenig. Und überhaupt... :-(.
Und sooo viele andere Häuser kommen nicht in Frage - doof das.

Soeben habe ich ein Ferienhaus reserviert. Für August. 2010. ...
Der diesjährige, bereits im Sommer 2008 gebuchte Urlaub wäre in einigen Tagen gewesen - aber mit einem wenige Wochen alten Säugling wollten wir nicht 12 Stunden gen Norden auf eine relativ einsame Insel fahren.
Das gewünschte Haus war im nächsten Jahr noch 3 Wochen frei - und zwar genau die drei Kindergartenferienwochen... Und ich hoffe nun, dass uns keiner zuvor gekommen ist. Zumal der Preis in diesem Jahr sehr angenehm ist - die Saison richtet sich immer ein wenig nach den Ferien der nördlichen Bundesländer und ab Mitte August werden dort prinzipiell schon die Bürgersteige hochgeklappt.
Verrückt, wenn ich bedenke, dass dann vermutlich schon das Ende meiner Elternzeit eingeläutet wird - das kleine Kindelein hat ab dem nächsten Kindergartenjahr einen KiTa Platz, ich ab Herbst 2010 beim Arbeitgeber meinen Wunsch nach Teilzeitarbeit angemeldet (es sei denn ich finde bis dahin eine schöne andere Möglichkeit, Geld zu verdienen *träum*).
Noch ist alles so weit weg, das Kindelein ist doch gerade erst geboren, aber am Ende gehts doch schnell vorbei das Jahr bis dahin...


Sonntag, 26. Juli 2009

Freundin

Ich telefonier nicht gern. Eigentlich sogar gar nicht gern. Ab und an gibts mal Ausnahmen, aber die bestätigen ja bekanntlich die Regel.
Aber dann gibts da noch die Frau Nevigeser. Die fällt mal schlichtweg völlig durchs Raster. Mit ihr telefonier ich nämlich sehr wohl gern. Ausgesprochen gern sogar. Mitunter täglich. Und auch wenn ich selten die Anrufende bin - ich hab da son Spleen - ich rufe nämlich auch ungern wen an, weil ich ja stören oder unpassend anrufen könnte oder so...
Umso schöner find ich es, dass Frau Nevigeser sich da durchaus nicht beirren lässt und eben das Anrufen übernimmt. So komme ich nahezu täglich in den Genuß, einen kurzen Tagesaustausch ins Nachbarstädtchen zu führen und ich genieße das sehr!
Dank Dir mal, Du liebe Freundin Du! ;-)

Donnerstag, 23. Juli 2009

Stillmaschine?!

Zwei Stunden Dauerstillen ist nicht witzig. Aber zumindest etwas ruhiger als es nicht zu tun...
Sodele, ich bin auf dem Weg der Besserung. Das Fieber ist runter, die B.rust schön weich, Nur das Kindelein mag nicht mehr so gern dran trinken wie vorher. Pech, muss sie trotzdem ;-).
Danke für die Besserungwünsche und Tipps!
Ansonsten beginnt die Kleine nun auch ab und an herumzuknöttern, entwickelt Eigenheiten wie "gemütlich aber dafür oft trinken", am Morgen und Abend gern auch mal im viertel Stundentakt. Gar nicht mag sie es, an den Füssen angefasst zu werden, am Kopf dafür um so mehr (letzteres hat das grosse Kindelein sehr gehasst).
Mein Appetit kommt wieder, was mich jedoch irgendwo in die Junkfood Falle treibt. Kochen ist nicht so meine Party, für mich allein schon gar nicht. Ausserdem ist unsere Küche in dieser Wohnung der am meisten von mir gehasste Raum (vor allem aufgrund seiner Grösse von gefühlten 2 qm und all den damit vebundenen Problemen) - was nicht gerade förderlich für Küchenbetätigungen ist...
Morgen ist der letzte Kindergartentag der Grossen und dann sind 3 Wochen Ferien... Das wird was werden...