Mittwoch, 22. Februar 2012

Hinterher

Ich bin hinterher. Mal laufend, mal rennend, machmal auch langsam und gemächlich. Denn was ich auch tue, ich halte mit dem Lebenstempo gerade nicht mit. Es läuft und läuft und ich versuche irgendwie den Anschluss zu halten. Es gelingt nur mäßig. Arbeiten und die Kinder versorgen, das schaffe ich gerade eben so. Der Rest bleibt liegen.
Ich sehne mich nach einer Pause von aller Verantwortung – und eben diese ist hier nicht umsetzbar. Ich müsste fort, und vielleicht würde das auch irgendwie hinhauen. Aber ich habe Skrupel, Mann und Kinder allein zu lassen. Sehne mich nach den Bergen, nach Schlaf, nach Ruhe, nach Sonne im Herzen.
 Und es läuft weiter und weiter. Und ich, wertvolle Kraft und Energie lassend, die sowieso kaum vorhanden ist,  irgendwie hinterher.

Samstag, 11. Februar 2012

Wichtig

Um mich herum herrscht Chaos, ich stehe mittendrin und fühle mich oftmals schlecht und unwohl. Ich müsste es beseitigen, verräumen; auf dem engen Raum, der unser Zuhause ist eine Sisyphos Arbeit. Aber es ist doch wichtig....
Wichtig? Ist das wichtig?
Wichtig ist es, hier zu sein; da zu sein für meine Kinder. Ihnen liebevoll zu begegnen, ihre Irrungen und Wirrungen des Alltages geduldig anzunehmen und sie zu begleiten. Sie des Abends sanft in den Schlaf geleiten, den Tag ruhig abzuschliessen. Ihnen die Hand zu reichen, wenn sie sie brauchen, und sie vertrauensvoll gehen zu lassen. Nah bei Ihnen zu sein, sie meine Nähe spüren lassen und ebenso die Ihre in mein Herz hinein spüren. Gelassen zu bleiben an so vielen Stellen, ein Fels in ihrer Lebensbrandung zu sein.
Und jeden Moment wertzuschätzen.

Montag, 16. Januar 2012

Winter

Es ist Winter. Eben. So einfach ist das. Manches ist zugedeckt von Schnee und Eis, manches Mal blitzt die Sonne hindurch und wärmt alles was sie erreichen kann, lässt mich spüren, was verschollen geglaubt. Ist es nicht. Nichts ist verschollen. Es ist lediglich Winter, und alles macht sich nach und nach bereit um sich im Frühling zu neuern. Auch wenn es manchmal dunkel ist. Das Wissen um den nahenden Frühling kann genügen, wenn ich nur annehme, was ist. Manchmal können Dinge, die so kompliziert scheinen, in Wahrheit ganz einfach sein.

Samstag, 14. Januar 2012

Worte

Ich schrieb das schonmal, ganz sicher, irgendwo hier: früher, gerade neulich noch flossen die Worte aus meinem Inneren. Ohne Umwege und formten sich zu Buchstaben und gelangten hinaus, dorthin wo ich Ihnen Platz einräumte. Lange Zeit auf Papier, hinterher auch auf meinen Bildschirm oder ins www.
Heute ziehen sie sich wie ein altes, zähes Kaugummi, das oftmals zerreisst. Sie zerplatzen in Kaugummiblasen und sind einfach fort. Oft bin ich auf der Suche nach ihnen; nach ihnen, die früher einfach da waren und sich  nun nirgends mehr zu finden scheinen. Genau diese Worte aber fehlen mir, denn sie waren mein Tor zur Welt, ebenso wie mein Tor zu mir. Ich fühl mich gefangen in mir ohne sie, denn ich weiss nicht genau, was ist; ich kann meinen Gefühlen im Inneren keine Worte mehr geben. Sie sind einfach da, unbenannt und beherrschen mich, solange ich ihnen keine Bedeutung geben kann.
Fehlt der Raum? Die Zeit? Die Muße? Der Fluss?
Auf jeden Fall fehlen sie mir, die Worte.Meistens sehr.

Samstag, 31. Dezember 2011

2011 bei FrauNebeL

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Eine fünf könnte es treffen, denk ich.
Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen zunächst. Nicht viel, aber immerhin. Zuletzt dann aus medikamentösen Gründen zugenommen.
Haare länger oder kürzer?
Sie werden wieder länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Vor allem erst mal kurzsichtiger, was langfristig weitsichtiger ist.
Mehr Kohle oder weniger?
Gleichbleibend. 
Besseren Job oder schlechteren?
Denselben.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Es gab keine grossen Anschaffungen von daher weniger. 
Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Ein Stück Einsicht.
Mehr bewegt oder weniger?
Vermutlich weniger...
Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Wenige. 
Davon war für Dich die Schlimmste?
Eine wiederaufkeimende Bekannte.
 Der hirnrissigste Plan?
Weitermachen bis kurz vor knapp.
Die gefährlichste Unternehmung?
Autofahren bei neuerlicher Medikamenten Einstellung. 
Die teuerste Anschaffung?
Eine Anschaffung war es nicht, sondern der Sommerurlaub auf Fanö.
Das leckerste Essen?
Ich glaube das Weihnachtstagessen bei der Schwester.
Das beeindruckendste Buch?
Ich hab keines geschafft dieses Jahr.
Der ergreifendste Film?
Harry Potter 7, zweiter Teil.
 Die beste CD?
Frida Gold oder Rosenstolz.
Das schönste Konzert?
Kein Konzert besucht. 
Die meiste Zeit verbracht mit?
Den Kindern, den Kollegen, Herrn NebeL 
Die schönste Zeit verbracht mit?
Den Kindern und Herrn NebeL 
Zum ersten Mal getan?
Das eigene Kind eingeschult 
Nach langer Zeit wieder getan?
Medikamente genommen, mir selber Hilfe geholt. 
Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
 Die Notwendigkeit, mir Hilfe holen zu müssen, neuerliches Zunehmem.   
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selber davon, dass das Kind eine Klasse springt, oder eben nicht - wochenlang vorherrschende Ambivalenz. Nun ists aber beschlossene Sache.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das weiss ich nicht, es fällt mir keines ein. 
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Materiell fällt mir keines ein, vielleicht das Pandora Armband oder der Kindle, Ideell das Vertrauen, was mir die Kinder entgegenbringen.
 Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
.
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
.
Dein Wort des Jahres?
Bella mia.
Dein Unwort des Jahres?
F60
Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?
So einige. Aber pauschal beantworten kann ich das nicht.
Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre!
 2010








Sonntag, 25. Dezember 2011

Von Ritualen

HerrNebeL brachte es mit in unsere Ehe, was seit nunmehr 7 Jahren mit dazugehört: das Weihnachtsoratorium von JSBach. Jeden ersten Weihnachtstag erklingt es irgendwo dort, wo wir sind. Ohne fehlt ein klitzekleines Stück.
Wie das bei wohl jedem Ritual ist. Sie hangeln sich durch unser Leben, geben Struktur, Sicherheit, einen Hafen, an dem man anlaufen kann und Halt findet, egal wie sehr es da draussen auch stürmen mag. Und wenn ich genau hinsehe, sind da derer viele; viele die gar nicht auffallen, viele die einfach da sind, wiederkehrend Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat, Fest um Fest. Wenn sie denn aber nicht wären, so würde ich sie wohl zumeist schmerzlich vermissen und noch mehr Halt suchen als es ohnehin der Fall ist.