Sonntag, 5. Mai 2013

Tagebuchbloggen 05.05.2013

Das kleine Mädchen erwachte um 07:00 bei uns im Bett, irgendwann in der Nacht war sie - wie fast immer - zu uns gekommen. Bis 08:00 blieben wir noch im Bett, bevor dann alle aufstanden. Für das große Kind und mich hieß es Sportsachen zusammenpacken und parat machen. Nach einem gemeinsamen Frühstück fuhren wir los zu meiner Schwester, die das große Kind mit zu ihrem Turnier nahm. Ich machte mich dann auf zu meinem Treffpunkt am Sportclub. Eine gute halbe Stunde Fahrt später kamen wir am Ort des Meisterschaftsspiels an. Es war überraschend warm und sonnig, was dann einige Mannschaftskolleginnen die Sonnenreme zücken ließ. Von 12 Uhr bis etwa 13:20 Uhr spielte ich mit 13 Mannschaftskolleginnen Hockey auf dem sehr unangenehmen Feld - ein mit Sand verfüllter, ziemlich hochfloriger Kunstrasenplatz. Leider war das Spiel ansich wenig erfreulich - die Schiedsrichter erschienen rech parteiisch zu unseren Ungunsten und die Chancen, die wir hatten, verwerteten wir nicht. In der zweiten Halbzeit wurde es trotz zweier Zeitstrafen besser und wir gingen als Sieger mit 2:1 vom Platz. Mitgenommen habe ich eine dicke Abschürfung am Knie, was bei sandverfüllten Rasenplätzen an der Tagesordnung ist... Am frühen Nachmittag war ich wieder daheim, wo der Gatte lernte. Das kleine Mädchen hatte er zu den Schwiegereltern gebracht. Ich duschte, trank einen Kaffee bei den Eltern und machte noch schnell neue Knoblauchbutter - ein vom großen Kind geliebter Brotaufstrich. Meine Eltern und ich fuhren unabhängnig voneinander zur großen Schwester, wo mein großes Kind nach dem eigenen Turnier geblieben war. Es gab Kaffee und Erdbeeren mit Eis vom Italiener im Garten. Das Kindelein wurschtelte dann ein Weilchen erfolglos am sehr, sehr wackeligen Zahn herum. Weil es nicht funktionierte, gab sie sich einen Ruck und bat den Quasi Schwager, der ihr bereits den allerersten Zahn vor 2 Jahren zog, um Hilfe. Als er dann wirklich draussen war, gab es ziemlich freudiges Gequietsche. Anschließend ging es nach Hause, wo nach dem Essen das übliche Abendprogramm eingeläutet wurde. Um 20:30 schliefen beide Kinder, ich erledigte diverse Formalien, während der Gatte fern schaute. Alles in allem ein unspektakulärer Sonntag ;).

Montag, 29. April 2013

Loslassen

Das Kind, das große, freute sich in den letzten Tagen ausgiebig. Mal quietschend, mal mich dabei fest umarmend, mal einfach nur lachend und Augen blitzend. Heute begann endlich das, worauf sie sich so sehr freute: ihre erste Klassenfahrt. Fünf Tage lang ist sie nun auf Reiter- und Abenteuerferien mit ihrer und der Parallelklasse. Ein, zwei klitzekleine ängstliche Momente hatte sie schon, dass sie vielleicht auch ein wenig Heimweh bekommen könnte, so wie sie es von den beiden Erstklässlern, die mit ihr und anderen grösseren Mädchen auf dem Zimmer sind, vermuten. Einen Schlachtplan haben die Großen entworfen, wer sich dann um wen kümmert und mein Mädchen hat ein Geschichtenbuch zum Vorlesen am Abend für die beiden eingepackt. Dennoch wette ich, dass es sicher den ein oder anderen kleinen Moment geben wird, wo sie selber wird schlucken müssen. Das erste Mal länger fort von daheim. Aber sie wird das schon machen.
Und ich? Ein paar Tränchen musste ich mir am Morgen verkneifen, als sie in den Zug stieg. Und es werden sehr sonderbare Tage werden ohne sie. Und es wird mir sehr schwerfallen. Dieses nun so geballte Loslassen, obwohl es sich sowieso immer mehr abzeichnet, dass es da viele kleinere und manchmal grössere Schrittchen hin zum Loslassen müssen gibt. Eigentlich aber will ich festhalten. Loslassen ist wichtig. Und richtig. Aber so schwer.

Samstag, 6. April 2013

Der Fünfte (der ein Sechster ist) im April

Es gäbe so manches zu schreiben, jedoch hab ich es bisher nicht geschafft. Was vermutlich nicht zuletzt am Ferienstatus liegt. Die sind am Montag allerdings vorbei und der Alltag wird uns wiederhaben.
Zunächst aber geht es weiter mit Tagebuchbloggen, ins Leben gerufen von FrauBrüllen, jeweils am fünften des Monats.
Das kleine Kindelein kam des Nachts irgendwann zu mir, der Gatte saß noch im Arbeitszimmer und lernte - die Abschlußprüfungen für den Betriebswirt rücken näher. Mein Morgen begann irgendwann um acht Uhr herum, als das kleine Mädchen ungewöhnlich kommunikativ wurde. Normalerweise kuschelt sie morgens nämlich nur einen Moment (an den Tagen, wo wir ausschlafen können) und steht dann auf. Heute aber blieb sie bei uns liegen und erzählte viel, bis der Wecker um neun Uhr klingelte - welch Luxus - und auch das große Mädchen zum Kuscheln kam. So nach und nach stand Familie NebeL auf. Ich bereitete das Frühstück, HerrNebeL bestückte den MP3 Player des großen Mädchens und die Kinder spielten vor sich hin. Es folgte ein gemütliches Wochenendfrühstück. Anschließend mussten wir Mädels uns mit Anziehen und Abfahren sputen, es ging auf zum Reitkurs. Neben dem Reitstall wohnt meine Tante, die alles Reitequipment bei sich hat. Das große Kind zog sich dort um und marschierte zum Reitstall in Begleitung meiner Tante, die ihr die Reitstunden schenkt. Nach kurzer Zeit kam die Tante zurück; wir tranken Kaffee und quatschten ein bißchen. Wie jedesmal solange, bis  das kleine Kind "Tanten Zeit" einfordert. Ich las derweil - wie jedesmal - die Zeitung. Irgendwann kam das große Kind zurück und zog sich um. Es gab einen weiteren Kaffee, Milch oder Tee für die Kinder (heut war es Tee), Laugengebäck und Malzbrötchen. Auch dies ist genau wie jede Woche. Einer der ritualisierten Abläufe, der sich im Laufe der Zeit so ergeben haben. Um 14 Uhr fuhren wir zurück nach Hause. HerrNebeL hatte fleißig gelernt und nebenbei noch ein Brot gebacken. Die Kinder spielten, ich trank Kaffee bei meiner Mutter und HerrNebeL wuselte herum. Um kurz nach drei kam eine Freundin der großen Tochter. Das kleine Kind hatte die Oma gebeten, bei ihr bleiben zu können, während wir anderen vier uns aufmachten, in der Umgebung zu geocachen. Wir fuhren also ein bißchen Auto, stapften durch den Wald und über stillgelegte Eisenbahntrassen, suchten und fanden drei Dosen. Daheim angekommen spielten die drei Kinder noch ein Stündchen bevor die Tochterfreundin heimgebracht wurde. Ich kochte das Abendessen. Nach dem Abendessen ging es für die Kinder recht zügig Richtung Bett, weil es schon etwas später war als geplant und wir uns so langsam wieder auf den Alltag und etwas frühere Kinderschlafenszeiten eintakten müssen. Das große Kind durfte im Bett noch etwas lesen, während das kleine schon schlief. HerrNebeL ging zurück an die Lernerei, ich trank erneut einen Kaffee bei meinen Eltern und versackte ein wenig im www. Irgendwann zwischen 0:00 und 01:00 Uhr werde auch ich im Bett verschwinden, vermutlich allein, weil der Gatte noch weiter lernen wird. Alles in allem ein recht gewöhnlicher, eigentlich alltäglicher Samstag. Ausser der Tatsache, dass HerrNebeL normalerweise am Samstag Vormittag in der Schule ist. Zumindest war er das in den letzten drei Jahren. Nach diesen Schulferien ist dann Endspurt - ich vermute die kommenden Schulsamstage lassen sich an 2 Händen abzählen. Und dann, endlich, endlich gehören die Wochenenden ihm. Und uns. Große Vorfreude macht sich breit!
Weiter geht die Tagebuchbloggerei am Fünften im Mai.

EDIT: Inzwischen habe ich bemerkt, dass mein Fünfter in Wahrheit ein Sechster ist. Aber nun, so ists halt ein alltäglicher Samstag. Der nächste Fünfte wird dann wirklich  ein Fünfter ;).

Montag, 18. März 2013

Tagebuchbloggen - Resümee

Eine Woche konsequentes Tagebuchbloggen angestoßen von Frau Brüllen ist um. Ich hab vermutlich ebensoviel viel mehr geschrieben als den Rest des Jahres. Jedenfalls hat es diesen doch eher brachliegenden blog etwas aufgefrischt ;). Ich fand es spannend, mich durch die teilnehmenden blogs zu klicken, zu lesen wie deren Alltag so abläuft. Interessant auch, mal schwarz auf weiss die ganzen alltäglichen Hin- und Herstellereien der Kinder zu den diversen Terminen zu lesen. Wie viel Zeit das überall einnimmt. 
Das Schreiben jedoch fiel mir etwas schwer. Ich konnte nicht so einfach aus dem Bauch schreiben wie ich das sonst tue. So kam ich oft ins Stocken, wusste nie, in welcher Zeit ich schreiben soll, bin darin hin und hergesprungen und musste wild korrigieren. Stockendes Schreiben ist nicht so meins.
Mein Alltag erschien mir aufgeschrieben langweilig. Für Leser erst recht. Obwohl ich eigentlich ganz zufrieden bin. Sehr an mir genagt hat allerdings das Job Ding. Ich arbeite nicht. Nicht aus Überzeugung sondern ursprünglich aus Krankheitsgründen, die sich zu einer massiven Job Krise entwickelten. Ganz ernsthaft würde ich gar gerne aus Überzeugung nicht arbeiten (auf jeden Fall nicht in dem Job, in dem ich arbeite) sondern daheim bleiben, die Kinder nicht bis 15 und 16 Uhr in Betreuungshänden lassen sondern am Mittag abholen. Aber finanziell ist das hier (noch?) nicht drin. Und sollte es irgendwann finanziell möglich werden, sind die Kinder sicherlich schon so groß, dass es wenig Sinn machen würde, daheim zu sein. Ich würde vermutlich das Hobby noch etwas weiter ausbauen, wobei sich damit unterm Strich ausser ein wenig Stoff zum Eigenbedarf wenig Geld verdienen ließe. Aber wenn es denn ja dann finanziell ginge, wäre das vermutlich egal.
Aber nun, ich kam mir schon sonderbar vor, solch einen Daheim Alltag zu haben, den ich ja eigentlich gar nicht haben sollte, weil ich ja arbeite. Obwohl das - Hand aufs Herz - ja eher albern ist. Manchmal sind die Dinge wie sie sind und das ziemlich wertfrei. Ab von der Tatsache, dass die Situation für mich eine bescheidene ist, genauso wie die angestrebte Erstlösung die vermutlich nicht allerbeste Idee ist. 
Beruhigend jedenfalls war, dass ich hier und da auch Tagesvertrödelei entdeckte. Denn oftmals fühle ich mich schon ein klein wenig undiszipliniert, wenn der Tag vergangen ist, ich aber deutlich weniger geschafft habe, als ich besser geschafft hätte.
So ein bißchen gläsern fühlte ich mich schon, denn wann schon schreibt man öffentlich so dezidiert über seinen Tag?! Aber letzlich ist das auch wurscht, denn nach wie vor wissen nur sehr wenige Menschen von mir persönlich, sondern eben nur von FrauNebeL.
Gesorgt hat das Tagebuchbloggen auch dafür, ein wenig zu schreiben von meiner konkreten Situation, dem Job und die anstehende Reha betreffend. Das habe ich relativ bewußt in den letzten Monaten hier ausgeklammert. Ich kann nicht genau sagen warum, vermutlich sorgte eine Portion  Scham dafür. Unzureichend zu sein, weil ich meinen Job nicht mehr bewältige. Und das, obwohl ich nur teilzeitarbeitend bin. Vielleicht wird das hier nun ein wenig mehr Thema sein. Vielleicht auch die Hintergründe. Denn de facto ist es das, was mich gerade sehr beschäftigt. Und hier war oftmals mein Platz, mich mit eben solchen Dingen auseinanderzusetzen.
Unterm Strich eine tolle Aktion, liebe Frau Brüllen! Danke dafür!

Sonntag, 17. März 2013

Sonntag

Ganz unüblicherweise schaffen HerrNebeL und ich es erst um 1:30 Richtung Bett aufzubrechen, nachdem wir bei Inspector Barnaby hängengeblieben sind. Wir sind beide nicht wirklich sicher, wie wir den finden... Zuerst aber gehts noch zu den Mädchen wo wir dem grossen Kindelein flüsternd gratulieren. Im Halbschlaf zaubert sich ein Lächeln in ihr Gesicht. Wir verweilen noch kurz im Zimmer und unterhalten uns leise bei den Kinder, wie fast jeden Abend. Heut aber wird - auch ganz unüblich - das grosse Kind wirklich wach und wir nehmen sie mit zu uns ins Bett. En Stündchen später kommt das kleine Kind und beginnt zu weinen, weil sie in der Mitte liegen möchte. Kurzes Hin und Hergerutsche und alle haben Platz. Der erste Blick auf die Uhr um 06:22 Uhr. Beide Kinder sind wach. Die Grosse wird innig umarmt, aber wir bleiben bei der 8:00 Uhr Wochenendregel: die Grossen stehen vor 8 Uhr nicht auf. Die Kinder aber schon. Der Geburtstagstisch wird schon freudig betrachtet und zumindest das Outfit erkennt sie schon jetzt, weil es nicht eingepackt ist. Um  8 Uhr herum stehen alle auf und das Kindelein packt die Geschenke aus: ein gewünschtes Pandora Armband, ein Bead dazu und ein Film. Glückliches Kind. HerrNebeL geht wunderleckere Brötchen laufen, während die Kinder die Schlümpfe gucken. Es folgt ein gemeinsames leckeres und gemütliches Frühstück, normalerweise der einzige Wochentag, an dem wir morgens alle zusammen bei Tisch sind.. Anschliessend gehen die Kinder duschen, ich war schon als die Schlümpfe liefen. Dann endlich darf das Geburtstagskind auch zu Oma und Opa und bekommt ein Paar dunkelblaue Chucks. Noch glücklicher, das Kind. Es folgt die Maus und dann kommt auch schon die Freundin mit dem Tochterfreund zum Gebutstagsbesuch. Ein Schlückchen Sekt, ein bisschen Kuchen und ein Stündchen nettes Beisammensein. Anschliessend wird der Rest für die Kaffeetafel vorbereitet, 17 Gäste sollten kommen. Zeit für ein bisschen Powernapping vorher gibts auch noch, während die Kinder spielen, lesen und die Großeltern nochmal besuchen. Um kurz nach 3 kommen dann Schlag auf Schlag alle Gäste - sonst kleckern immer alle nacheinander ein, aber diesmal ists anders. Kochen Sie mal für 15 Leute auf einmal Kaffee. Mit der Senseo Maschine. Ich bin also ein Weilchen beschäftigt und die gedrehte Zigarette, die ich ansich noch vor der Gäste Ankunft rauchen wollte, liegt immer noch neben der Kaffeemaschine. Dafür sitze ich danach ein langes Weilchen neben der lieben Freundin, Kindelein1 Patentante und Mutter meiner beiden Patenkinder und wir können nochmal fein miteinander quatschen. Die Flasche Sekt leeren wir gemeinsam mit meiner Schwester. Gesprächsfetzen von hier und da bekomme ich mit halbem Ohr mit und alle scheinen sich gut zu unterhalten. Die Kinder spielen, streiten ganz kurz und spielen weiter. Für sie gibt es um kurz nach 6 dann auch Abendessen: Fingerfood mit Brötchen. Alle brechen auf nach Hause. Die Mädchen machen sich fertig fürs Bett und wir schauen gemeinsam noch einen Schlumpf. Dann gehe ich um kurz nach halb 8 mit der Kleinen ins Bett und lese ein Buch vor, während HerrNebeL und die Grosse nochmal das Deutschthema - Weltall und Planeten - durchsprechen, weil morgen ein Aufsatz geschrieben wird. Beide Kinder schlafen dann zügig ein. Hier wird das Chaos beseitigt, Wäsche gewaschen, der Müll rausgebracht und Brotzeiten fürs grosse Kind und HerrnNebeL gerichtet. Ich setze mich hin zur Bloggerei und HerrNebeL - ausnahmsweise nicht lernend - aufs Sofa. Vermutlich werden wir zwischen 22:00 und 22:30 Uhr gen Bett aufbrechen.

Dies also war eine Woche Tagebuchbloggerei. Morgen oder übermorgen dann ein Resüme genau dazu.

Samstag, 16. März 2013

Samstag

Samstag ist so etwas wie Ausschlafen angesagt. Nur so ein wenig, weil HerrNebeL da in der Regel aussen vor ist - er geht zur Schule. Heute war er aber daheim. Und gegen halb 9 klingelt dann doch der Wecker, weil das grosse Kind eigentlich zum Reiten geht. Heute klingelte er zur selben Zeit, aber es ging zu einem Kindergeburtstag.  Das kleine Kind war schon um 0:00 Uhr in der Nacht mit zu mir gekommen und stand irgendwann nach sieben auf. Die grosse Schwester war vermutlich schon längst wach. Ein paar Mal tappsten kleine und grosse nackte Füsse ins Schlafzimmer und stellten die obligatorischen frühen Wochenendfragen: "Mima, dürfen wir was Süßes?" , "Mima, dürfen wir die Schlümpfe gucken?" "Mima, dürfen wir noch eine Folge?" Ich antworte jede Woche mit ziemlicher Sicherheit jedesmal mit ja, da alles andere Konsequenzen hätte, die ich am Wochenende aus dem Bett heraus nicht durchstehen würde. Ich denke, das wissen beide Kinder ziemlich genau ;). Aber schon schön ists, dass sie überhaupt fragen. Nach dem Aufstehen gings ans gemütliche Frühstück machen mit Aufbackbrötchen; zum Bäcker gehen scheidet meistens aus, da wir im Schlafanzug frühstücken. Gegen 10:00 Uhr brachte HerrNebeL das grosse Mädchen zu einem Perlenladen auf den Kindergeburtstag. Ich bin gespannt, womit sie heimkommen wird. Ich widmete mich der Hauselferei mit Staubsauger und Wischer - auch wie so oft im Schlafanzug - und ging danach duschen. HerrNebeL kam irgendwann zurück und verweilte etwas länger in der Waschküche. Das kleine Mädchen staubsaugte ein wenig mit, malte und zeigte mir alle paar Minuten freudestrahlend ihren Fortschritt. So herzig. Es gab eine kurze Lagebesprechnung mit Kaffee, wie der weitere Tagesplan aussieht, was noch zu erledigen ist und HerrNebeL verließ das Haus, um sein Mountainbike zum Service zu bringen, das Auto zu waschen, eine neue Türklinke zu besorgen und das grosse Mädchen abzuholen. Das kleine Mädchen und ich rührten Kuchenteig und gingen dann zu meinen Eltern, um diesen zu backen. Ich habe zwar auch einen Herd, aber der meiner Mutter backt einfach besser. HerrNebeL und das grosse Mädchen kamem heim. Sie hat einen wunderschönen Ring aus kleinen erdfarbenen Perlchen und Svarowsli Perlen gefädelt, ganz wunderbar mädchenglitzerig. Ganz besonders gefällt mir die Farbwahl. Sie hatte auf jeden Fall einen tollen Vormittag. Die Kinder und ich fuhren zu meiner Freundin und dem Tochter2freund. Letzterer schlief noch auf dem Sofa und brauchte noch ein Weilchen, bis wir los konnten zum Geocachen. Der Weg führte in ein kleines Waldstück, das einige nah beieinanderliegende Caches beherbergte. Es war leider sehr matschig und  rutschig. An allen drei Stationen, die wir angingen, war das grosse Kind am schnellsten und fand die Dosen. Sie hatte wieder großen Spass. Das Abendessen verbrachten wir dann noch bei meiner Freundin, damit HerrNebeL noch ein Weilchen ungestört weiter für die Schule und die bald anstehenden Prüfungen lernen konnte. Gegen 20 Uhr waren wir zu Hause. HerrNebeL brachte das kleine Kind ins Bett, ich das große. Sie war sehr aufgeregt, weil morgen nun endlich der Geburstag ist. Acht Jahre. ♥ . Ich wuselte ein wenig durchs Internet und bereitete dann den Platz fürs Geburtstagskind. Und schon wieder ist er um, der Tag.... Morgen dann also Geburtstag im Hause NebeL.

Freitag, 15. März 2013

Freitag

Eigentlich ist vom Aufstehen bis jetzt nahezu alles gleich wie in den letzten Tagen. Das grosse Kind ist aufgeregt, weil Sonntag ihr Geburtstag ist. Das kleine Kind hat diese MiniVerletzung an der Hand, die es aber sehr sehr sehr stört und ihre Hand quasi bewegungsuntauglich macht. Ich habe die gestrige Aufregung dazu genutzt, den Tabak wieder hervorzukramen, aber heute gabs noch kein Zigarettchen. Da das alles aber so insgesamt ziemlich langweilig ist, erzähle ich einfach mal, wie mein Freitag  aussähe, wenn denn alles normal wäre und ich arbeiten ginge....

Die Kinder werden wie gewohnt in Schule und Kindergarten gebracht, anschliessend fahre ich eine wunderschöne Strecke von 20 km zur Rehaklinik in der ich arbeite. Sie gehört zu einem großen Konzern, der viele Kliniken leitet. Dort angekommen ziehe ich mich im Büro um - bisher war es private Arbeitskleidung. Ich trug immer nette Jogginghosen und nette Baumwolloberteile, dazu Crocs. Inzwischen - oder in einigen Wochen - ist die Arbeitskleidung vereinheitlicht und wird von der Klinik gewaschen. Hier steht mir noch eine Anprobe bevor - weisse Hose (find ich ja per se schonmal ganz schrecklich - blaues Shirt. Ich hoffe sehr, dass die lange Ärmel haben, aber ich fürchte nicht). Ich drucke meinen Dienstplan aus und mache mir einen Kaffee. Bisher rauchte ich dann mit der lieben Kollegin, inzwischen aber existiert ein quasi Rauchverbot. Es gibt nur  noch eine Sammelstelle für Raucher, sowohl für die Patienten als auch fürs Personal. Dort werde ich sicherlich nicht mehr rauchen, weil es keine kleine Auszeit mehr bedeuten wird. Um 08:45 gehts auf Station zur Frühbesprechung, alle Patienten der Station werden kurz durchgegangen, damit die Therapeuten und der Arzt  auf dem Laufenden sind. Dann beginnt der Therapiealltag. Im Halbstundentakt behandele ich Menschen mit Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen, leichte und schwere Fälle, bettlägerige, schwerbetroffene Menschen, Rollifahrer oder Fußgänger. Viele begleiten mich ins Büro, manche aber behandle ich auf Station, im Bett, beim Frühstück oder Mittagessen.Nach 7 Patienten habe ich Pause, es geht in die Kantine zum Mittagessen, wo ich das Team treffe. Wir machen alle gemeinsam Pause und meistens ist das richtig nett. Um 13 Uhr ein erneuter Patientenkontakt, von 13:30 Uhr bis 14:00 Uhr habe ich dann Dokumentationszeit, wo ich jede Therapiestunde zentral dokumentieren muss. Nicht immer dezidiert und ausführlich, aber es gibt Wochen, da reicht eben diese Doku Zeit nicht, da es die einzige halbe Stunde in der Woche ist, die ich dazu zur Verfügung habe. Im Regefall dokumentiere ich unter der Woche auch zwischendruch, aber längeres wird eben auf Freitag mittag geschoben. Um 14 Uhr endet mein Arbeitstag; ich hole das grosse Mädchen ab. Das Kleine hat bereits vor 14 Uhr Kindergarten Schluß und wird normalerweise von meiner Mutter abgeholt.

De facto aber ist es jetzt 10:30 Uhr. Ich versuche seit einer Stunde einen Einkaufszettel zu schreiben, eine Waschaschine anzustellen, den Nähtisch erneut aufzuräumen (ich kann einfach nicht nähen ohne Chaos zu hinterlassen). Mein Kopf ist blockiert von darin anklopfenden, noch ausstehenden Nähaufträgen, die abgearbeitet werden müssten (4 Röcke und eine Tasche sind es aktuell, sowie Geschenke fürs Nichtenkind zum ebenflls nahenden Geburtstag); zudem springe ich in der Tagbuchbloggerei herum (ich finde es sehr spannend! Überall bisher!). Kurzfristig überlege ich, ob ich einfach den Rechner ausmache, mich anziehe, das Navi einpacke und ein Stündchen in den Wald zum Geocachen gehe. Kopf freibekommen und das wunderbare Wetter aufsaugen. Wäsche, Aufräumen und Einkaufen könnten noch warten...

13:00 Uhr - das Bad ist geputzt, ein Karnevalskostüm ausgebessert, damit es endlich in die Kleiderkiste kann, der Nähtisch ohne jedwede Nähutensilien, auch die Maschinchen sind verräumt um Platz für den Kuchen zu haben (ich hätte wirklich wirklich gern ein Nähzimmerchen...), der Einkaufszettel geschrieben. Natürlich hab ich auch noch ein Weilchen im www vertrödelt. Dabei war es doch das, was ich mir ein klein wenig versprochen hatte: keine Zeit zu vertrödeln... Gleich hüpf ich noch schnell in den Supermarkt auf dem Weg und  sammele dann Kind 2 aus dem Kindergarten ein; anschliessend sind wir sicherlich ein halbes Stündchen bei der Oma bis ich schon los muss, Kind 2 abzuholen. Das kleine Kind wird sicher, wie jede Woche so von ihr gewünscht, bei Oma und Opa bleiben. Der Nachmittag ist noch nicht verplant, wir werden sehen, was sich so auftut.

- Mir fällt ein, dass ich heute vor 8 Jahren Besuch einer lieben Freundin, meiner Trauzeugin hatte. Sie lebt in HH und wir haben uns lange nicht gesehen, 4 Jahre sicherlich nicht. Der letzte Kontakt war ein kurzer per mail als das zweite Mädchen auf die Welt kam. Wie es eben manchmal so geht mit den Freunden. Ich hab sie im Herzen und hoffe, dass wir uns eines Tages wieder begegnen werden...-

Nach dem Einsammeln von Kind1 fiel - fast zuhause angekommen - auf, dass sie vergessen hatte, einen wichtigen Zettel in der Betreuung abzugeben. Also gab es eine Kehrtwende und das Kindelein durfte nochmals zum Schulgebäude zurückrennen. Eine Stärkung folgte aber sogleich: die Oma hatte Pfannkuchen gemacht. Kind 2 hatte bereits welche gegessen und Kind 1 und ich konnten auch noch ordentlich zulangen. Die Mädchen zogen sich ins großelterliche Wohnzimmer zurück und spielten jeder für sich während meine Eltern und ich Kaffee tranken und quatschten. HerrNebeL kam gegen halb fünf und gesellte sich zu uns. Der Rest des Nachmittages bestand in sehr entspannter Aufräumerei. Kind 2 räumte alles sehr diszipliniert an die angegebenen Stellen ohne zu murren und knurren, während das grosse Mädchen sehr wohl murrend und knurrend fast ebenso konkrete Ansagen brauchte. HerrNebeL übernahm die Wäsche und die Küche während ich mich vorwiegend um den Essbereich im Wohnzimmer kümmerte; unser großer Tisch ist nämlich meist vollgestellt mit ungefähr allem, die Kommode ebenso.  Im Zuge dessen befreite ich den Esstisch von den Wachstüchern - einer Tischdecke und darunter einem festgeklebtem Zuschnitt - , die seit nunmehr etwa 7 Jahren darauf lagen (natürlich nicht genau dieselben, es gab da schon diverse Wechsel ;)). Nun haben wir also wieder einen geölten Holztisch. Irgendwie sind die Kinderchen da langsam alt genug für. Ich hoffe nur, dass nicht ausgerechnet nächste Woche Filzstift Kunstwerke darauf zu finden sein werden, jetzt, wo die Fläche so leer ist....
Schwerlich zu überlesen ist an dieser Stelle wohl die Tatsache, dass ich Besuchsaufräumerin und Besuchsputzerin bin. Wobei die Aufräumerei mitunter sehr stark an der Größe und Beschaffenheit unserer Wohnung scheitert - 4 Personen mit rund 80 qm, einem kleinen ausgebauten Dachboden, auf dem man gebückt kaum stehen kann und vielen vielen Dachschrägen in der kompletten Wohnung. In Wahrheit haben wir mit 4 Personen für diese Wohnung eigentlich viel zu viel Kram, die nirgends so wirklich verräumt werden kann.
Die Mädchen begannen nach ihrer Aufräumerei einträchtig zu basteln, was ein durchaus seltenes Bild ist. Nicht das Basteln, sondern das Einträchtige. Wir aßen gemeinsam zu Abend und wuselten danach jeder so vor sich hin (das grosse Mädchen hörte MP3 Player und beschallte uns dabei mit einer lauthals gesungenen Portion Luxuslärm). HerrNebeL bekam die Nachricht, dass seine Schule morgen ausfällt, was wir Mädels ganz wunderbar finden! Nun werden die Mädchen ins Bett gebracht, ich bin heute mit dem kleinen Kindelein dran. Das große Kindelein wird noch lesen dürfen bis sie schlafen mag, was meist zwischen 22 Uhr und 22:30 der Fall ist. Fräulein Wenigschläfer wird trotzdem morgen um 7 ausgeschlafen sein. Aber auch dann wird sie lesen, was uns Anderen sehr entgegenkommt. Wenn die Kinder in ihrem Etagenbett liegen, mache ich mich auf den Weg in die Wanne mit einem Aperol Spritz, Salzbrezeln, Spezi und der derzeitigen Trivialliteratur (Band 4 der Klippenland Chroniken) und HerrNebeL bekommt Besuch von einem Freund, mit dem gemeinsam er ein Geschäftsprojekt laufen hat um dieses zu besprechen.
Und dann, dann werden wir vermutlich wieder viel zu spät ins Bett gehen...