Posts mit dem Label Sehnsucht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sehnsucht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 24. Juli 2017

Inselliebe

Seit ich mit Herrn NebeL zusammen bin, gibt es genau ein einziges Urlaubsziel, an dem wir uns uneingeschränkt wohlfühlen. Einen Ort, wo wir ankommen und quasi sofort auf Ferienmodus gepolt sind. Dort ist genau das, was wir beide unter Urlaub verstehen - nämlich Ruhe. Es gibt wenige Menschen, wenige Geschäfte. Keinerlei Einkaufsstrassen. Keine Autobahn, wenig Verkehr. Es gibt leere Strandabschnitte, und wenn man an unserem Hausstrand drei Menschen trifft, dann ist es schon gut besucht. Auf einer 118 Quadratkilometer großen Fläche - etwa 2/3 unserer Heimatstadt, die 345.000 Einwohner hat - leben keine 2000 Menschen. Sicherlich gibt es viele Ferienhäuser, aber diese stehen zumeist weit voneinander entfernt und oft gut geschützt. Und in der Gegend, in der wir dann wohnen, bemerkt man keinen wahren Betrieb. An anderen Ecken bemerkt man das sicherlich deutlich mehr. Wir steigen aus dem Auto und oftmals nutzen wir es in den uns immer dort verbleibenden drei Wochen nicht. Wir radeln täglich, sind täglich am Strand, und einer von uns fährt wohl auch fast täglich ein paar Minuten, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Es gibt unendlich viel Heidekraut, was zumeist blüht, wenn wir da sind.



Einer unserer Lieblingsplätze ist die Hafenmole im Osten der Insel. Stunden verbringen wir hier, essen Fischfrikadellen oder Kekse, schauen den Seglern und Fischern beim Ein- und Auslaufen zu. Meistens leben die Schwiegereltern im Haus nebenan und wir treffen uns oft zum Kaffee oder Abendessen, was mal wir und mal sie zubereiten. Wir lesen und häkeln und malen und spielen. Jedes Jahr gehen wir an dieselben Plätze - die Salzsiedehütten, auf einen Hof in der Mitte der Insel zum Kerzenziehen, an das äußerste Südostende der Insel, auf den Spielplatz im Yachthafen zum Beispiel. Und jedes Jahr finden wir einen Ort, eine Stelle, die wir noch nicht kannten und die wir mögen. Die Sonne geht fast eine Stunde eher auf als daheim und die Nacht ist lange Zeit deutlich heller. Nur mitten drin ist es wirklich dunkel, und wenn es sternenklar ist, blinkt über uns ein prachtvoller Himmel - zudem auch oft mit einigen Sternschnuppen. Wir kennen das Haus, das Haus der Schwiegereltern und müssen uns auf nichts Ungewohntes einstellen. Genau das ist unser Ort, im dänischen Kattegat, die letzte Insel vor der Nord Ostsee Passage. Das ist der Ort, den ich verbinde mit 3 Wochen Erholungsurlaub im Sommer. Ein um die andere Woche im Jahr sind wir auch ganz woanders und urlauben anders, aber der Sommer, der gehört Læsø.







Sonntag, 4. März 2012

In die Berge

Nächstens fahre ich höchstwahrscheinlich in die Berge. Mit meiner Familie.
Eine gute Woche Berner Oberland. Ich freu mich einfach nur.

Donnerstag, 29. September 2011

Warum eigentlich?

Warum eigentlich ist da die Sehnsucht nach dem dritten Kind? Nicht, dass ich je ausgeschlossen hätte, mehrere Kinder zu wollen. Vor dem Fröschlein jedoch war da ein klarer, tief verwurzelter Kinderwunsch. Es dauerte eine Weile, bis dieser letzlich erfüllt wurde. Und eigentlich, ja eigentlich hätte es das sein sollen. Zwei Kinder.
So ist es aber nicht.
Ich begann mich schon in der Schwangerschaft zu sehnen, sehr zu sehnen nach einem dritten Kind. Es fehlte mir. Ich war ein wenig verwirrt, als mir dies bewusst wurde. Gerade ein paar Wochen schwanger mit unserem zweiten Kind und ich sehnte ein drittes herbei, hatte das Gefühl, dass mir das dritte Kind fehlt - noch weit bevor das zweite geboren worden war. Ich hielt mich für sehr sonderbar, hormongesteuert, ein klein wenig verrückt.
Es fehlte mir die ganze Zeit hindurch, etwa 30 Wochen würde ich rückblickend sagen.
Und in der Nacht, als das Fröschlein geboren wurde, wurde mir gezeigt, warum das so war.
Es hat ein drittes Kind gegeben. 
Mein, unser drittes Kind ist ein verlorener Zwilling. Wochenlang unbemerkt. 
Eigentlich. Erst im Laufe der Monate verstand ich überhaupt, dass dieses Kind gar nicht unbemerkt geblieben war. Ich hatte es gespürt. Etwas in mir wusste um dieses Kind und wusste auch um seinen Verlust. Nur habe ich nicht begriffen.  
Ich trage eine silberne Kette um den Hals mit meinen Kindern darin. Auch mit diesem.
Die Sehnsucht nach einem dritten Kind heute fühlt sich anders an, als die nach dem Fröschlein. Es ist mehr Sehnsucht als Wunsch, mehr  Fehlen eines Kindes in unserer Mitte. Dieser Wunsch ist innig und von Herzen und dennoch so anders.
Würde ich mich auch so sehr sehnen, wenn da kein Kind gewesen wäre, was gegangen ist? 
Ich glaube, dass mein Wünschen und Sehnen aus ebendieser Tatsache geboren wurde, dass eigentlich, ganz eigentlich drei Kinder zu uns unterwegs waren und nur zwei davon angekommen sind.