Montag, 7. November 2011

Nicht schlafen

Ich gehe nicht schlafen, weil ich nicht fallen will ins Unbewusste, ins Bodenlose, ins Nichts. Nicht hinein in die Dunkelheit, aus der ich hochschrecke. Ich will nicht fallen, kann mich nicht fallenlassen, einfach weil ich nicht kann. Weil da niemand ist, der mich auffängt, der mich hält. Niemand, den ich mich auffangen und halten lasse. Meistens weil ich nicht kann. Und manchmal, weil ich nicht will. Wenn ich falle, dann falle ich in mir, in mich zusammen. Und mache weiter. Das kenn ich, das kann ich. Lange. Und ich muss. Ich kann nicht liegenbleiben, weil da Menschen, kleine Menschen sind, die mich brauchen. Stehend. Laufend. Anwesend. Im Jetzt und Hier. Ich gehe nicht schlafen aus Angst. Keiner, der sie mir nimmt.

Kommentare:

Gabriela hat gesagt…

Es kann sie dir auch keiner nehmen als nur du. Wie? Indem du dich fallen lässt, dann wenn du weisst, Jetzt!
Es nützt dir nichts, wenn ich dir sage, dass da unvorstellbares wartet dem der fällt, oder? Hab Vertrauen in dich, in das, was dich in dieses Leben geführt hat schon lange, bevor du es dir denkend angeeignet hast. Ich würde dir gerne Mirjam ausleihen fürs Einschlafen. Mit ihr im Arm ist es immer so einfach, loszulassen, fast immer....

Lieben Gruss
Gabriela

FrauNebeL hat gesagt…

Liebe Gabriela,
danke von Herzen für Deine Worte und vor allem für Deinen letzten Satz. So wertvoll.

Ich gehe so gern bei Dir vorbei und suche in den Zeilen und Bildern nach Deiner Mirjam. Weil sie, Du, ihr gemeinsam ein kaum in Worte zu fassendes Vertrauen, eine heilsame Ruhe ausstrahlt.

So oft in irgendwelchen Büchern. an irgendwelchen Stellen die Frage auftaucht: "Wen würdest du gern kennenlernen" so denke ich leis bei mir: Mirjam.
Einfach schauend.
Und sende dann liebe Gedanken aus.

Viele Grüsse an Dich.

Martina hat gesagt…

Ich denke an Dich...

(in Dir bewegt sich gerade sehr viel - was auch immer nun der Auslöser war/ist; ohne Deine Historie zu kennen, kann ich Dir aus meiner nur den Rat mitgeben: stelle Dich, lass es zu - aber sorge für einen Anker)

Liebe Grüße!

Gabriela hat gesagt…

Ich habe eben diesen Text gefunden und musste sehr an die denken. Bist du auf facebook?
Ich hoffe, du habest etwas Schlaf und Ruhe gefunden heute nacht und wünsche dir einen guten Tag!
Gabriela


In alten Zeiten wurden die Menschen geführt - bildlich gesprochen: Jeder Mensch hatte einen Engel, der ihn an der Hand hielt und durch die Dunkelheit leitete. Die Menschen hatten bei jedem Schritt immer ein Gefühl von innerer Sicherheit. Das ist heute anders: Bildlich gesprochen: Die Engel stehen nicht mehr neben uns, sonder vor uns - im Abgrund selbst. Wir fühlen uns vollkommen allein und wissen nicht, ob der nächste Schritt uns trägt. Aber wenn wir ihn TUN, DANN steht der Engel mit uns in den Folgen unserer Taten. Nicht zu wissen, ob es richtig ist und es aus diesem Nicht-Wissen tun, dazu fordert uns der Engel auf.